Mut
Form & Grammatik
- Stichwort
- Mut
- Worttrennung
- Mut
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Muts / des Mutes
- Plural
- kein Plural
Gebrauch: Bereitschaft trotz Angst oder möglicher Nachteile zu handeln; auch Zuversicht. In guten Mutes lebt die Stimmungsbedeutung fort.
Definition · kurz erklärt
Mut ist die Bereitschaft, sich einer schwierigen oder beängstigenden Situation zu stellen. Das Wort kann außerdem Zuversicht bezeichnen. Mut setzt nicht voraus, dass jemand überhaupt keine Angst empfindet.
Bedeutungen
Mut zeigt sich beispielsweise, wenn jemand trotz Unsicherheit eine notwendige Frage stellt oder gegen einen unfairen Vorschlag Einwände erhebt. Entscheidend ist nicht allein die äußere Gefahr. Auch ein erwarteter Nachteil oder die Sorge vor Ablehnung kann eine Überwindung verlangen.
In einer Figurenanalyse sollte diese Überwindung erkennbar sein: Welche Schwierigkeit sieht die Figur? Welche Folgen befürchtet sie? Was tut sie trotzdem? Ein gewagtes Verhalten ist nicht automatisch mutig. Es kann auch unüberlegt sein, wenn Risiken einfach übersehen werden.
Bei neuen Mut schöpfen oder guten Mutes sein steht die zuversichtliche Stimmung stärker im Vordergrund. Die Person blickt wieder hoffnungsvoller auf ihre Aufgabe. Das ist mit mutigem Handeln verwandt, aber nicht in jeder Situation dasselbe.
Mut: Synonyme und andere Wörter
Sich einer Schwierigkeit stellen
Beherztheit · Tapferkeit · Courage
Beherztheit betont entschlossenes Zugreifen. Tapferkeit passt besonders zum Aushalten einer belastenden oder gefährlichen Lage. Courage kann als Fremdwort für Mut stehen; in Zivilcourage wird das Eintreten für andere oder für Überzeugungen hervorgehoben.
„Sie bewies Mut, als sie dem Vorschlag offen widersprach.“ → „Sie zeigte Courage, als sie dem Vorschlag offen widersprach.“
Die eigene Handlung begründet die Bewertung. Ein bloß lauter Widerspruch wäre noch kein ausreichender Beleg.
Wieder zuversichtlich werden
Zuversicht · Hoffnung
Zuversicht beschreibt den positiven Blick nach vorn. Hoffnung kann sich auf einen bestimmten gewünschten Ausgang richten. In einer gefährlichen Situation ist beides nicht automatisch dasselbe wie der Mut zum Handeln.
„Das Gespräch gab ihm neuen Mut.“ → „Das Gespräch gab ihm neue Zuversicht.“
Hier ist vor allem die veränderte Einstellung gemeint, nicht eine bereits vollbrachte mutige Tat.
Verwendung und Beispiele
„Obwohl ihr die Stimme zitterte, erklärte Mina vor der Gruppe, warum sie die Regel unfair fand. Dazu gehörte Mut.“
Das Zittern widerspricht dem Mut nicht. Die Figur handelt trotz erkennbarer Anspannung; genau darin liegt die begründete Bewertung.
„Nach dem gescheiterten Versuch fasste Jan neuen Mut und begann mit einem veränderten Plan.“
Der neue Plan zeigt, wie aus Zuversicht weiteres Handeln werden kann. Der Satz verspricht nicht, dass der zweite Versuch sicher gelingt.
Grammatik
Mut ist maskulin und hat keinen Plural. Die Genitive lauten des Muts und des Mutes. Das einsilbige Wort hat keine Trennstelle. Die Form Mute kommt in festen oder gehobenen Verbindungen vor; die gewöhnliche Dativform lautet dem Mut. Das passende Adjektiv ist mutig.
| Fall | Singular |
|---|---|
| Nominativ | der Mut |
| Genitiv | des Muts / des Mutes |
| Dativ | dem Mut |
| Akkusativ | den Mut |
Redewendungen und feste Verbindungen
Jemandem Mut machen
Damit wird ausgedrückt, dass jemand ermutigt oder in seiner Zuversicht gestärkt wird: „Die ruhige Erklärung machte ihr Mut, die Frage noch einmal anzugehen.“ Die Ermutigung nimmt die Schwierigkeit nicht notwendig weg, hilft aber beim weiteren Vorgehen.
Guten Mutes sein
Die etwas gehobene Verbindung bedeutet, zuversichtlich oder in guter Stimmung zu sein: „Trotz des langen Weges brachen sie guten Mutes auf.“ Die ungewöhnlich wirkende Genitivform gehört zur festen Wendung. Gemeint ist hier die Einstellung, nicht ein eigener Plural von Mut.
