Körperklaus
Form & Grammatik
- Stichwort
- Körperklaus
- Worttrennung
- Kör·per·klaus
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Körperklaus
- Plural
- die Körperkläuse (lockerer Sprachgebrauch)
- Form
- Dativ Plural: den Körperkläusen.
Jugend- und Umgangssprache; scherzhaft oder abwertend. Auch als Spitzname und Selbstbezeichnung.
Definition · kurz erklärt
Körperklaus ist eine jugendsprachliche, spöttische Bezeichnung für jemanden, dessen Bewegungen unbeholfen oder schlecht aufeinander abgestimmt wirken. Das Wort kann als Selbstironie gemeint sein, eine andere Person aber auch herabsetzen.
Bedeutung
Jemand, der sich körperlich ungeschickt anstellt
Wer jemanden einen Körperklaus nennt, macht dessen körperliches Ungeschick zum Etikett. Gemeint sein können beispielsweise unsichere Schritte beim Tanzen oder ein missglückter Bewegungsablauf im Sport. Der Ausdruck beschreibt dabei die Sicht der sprechenden Person. Er beweist weder eine dauerhafte Unfähigkeit noch eine bestimmte Ursache.
„Bei der ersten Tanzprobe kam ich mit den Schrittfolgen durcheinander und fühlte mich wie ein Körperklaus.“
Der Sprecher blickt hier spöttisch auf seinen eigenen Versuch. Die Szene handelt von einer ungewohnten Aufgabe; sie sagt nichts darüber aus, wie er sich nach mehreren Proben bewegt. Auch die Selbstbezeichnung ist keine sachliche Untersuchung seiner Fähigkeiten.
Körperklaus: Synonyme und andere Wörter
Tollpatsch: der allgemeinere Personenname
Ein Tollpatsch fällt durch Ungeschick und Missgeschicke auf. Körperklaus lenkt den Blick besonders auf Bewegungen und klingt nach salopper Jugend- oder Freizeitsprache. Beide Bezeichnungen können eine Person auf ihr Missgeschick festlegen.
„Beim Balancieren hält er sich für einen Körperklaus“ betont die ungewohnte Körperbewegung. „Er hält sich für einen Tollpatsch“ kann allgemeiner gemeint sein und auch den Umgang mit Gegenständen einschließen.
Eine Bewegung beschreiben
Mit tollpatschig lässt sich eine einzelne Handlung beschreiben: „Die Drehung wirkte tollpatschig.“ Das Nomen in „Du bist ein Körperklaus“ richtet sich dagegen unmittelbar auf die Person. Noch genauer wäre etwa: „Beim Drehen hat sich dein rechter Fuß im Kabel verfangen.“ Damit wird sichtbar, was tatsächlich passiert ist.
Beispiele und Verwendung
„Als er beim Aufwärmen stolperte, rief jemand: ‚Körperklaus!‘“
Der Zuruf kann als Bloßstellung wirken. Dass andere lachen, zeigt noch nicht, dass die angesprochene Person den Scherz teilt. Aus einem Stolpern folgt außerdem keine verlässliche Einschätzung ihrer sportlichen Fähigkeiten.
„Die Freunde nannten ihre Anfängergruppe scherzhaft die Körperkläuse.“
Hier verwenden die Beteiligten das Wort für sich selbst. Die Mehrzahl gehört zur lockeren Gruppenbezeichnung. Ein solcher Name ist kein Hinweis darauf, dass die Gruppe tatsächlich schlecht abschneidet.
Der Ausdruck begegnet in Jugendsprachmaterialien, schulischen Zusammenhängen und Freizeittexten. Er gehört nicht in eine nüchterne Bewertung körperlicher Fähigkeiten. Sein Gebrauch ist außerdem nicht auf Jugendliche begrenzt; eine allgemeine aktuelle Beliebtheit lässt sich daraus nicht ableiten.
Grammatik und Beugung
Das Substantiv ist grammatisch maskulin: der Körperklaus. Die Worttrennung lautet Kör·per·klaus. Im Singular bleiben die Buchstaben des Nomens in der hier gezeigten Reihe unverändert; den Fall erkennt man am Artikel.
Für mehrere Personen kann im lockeren Sprachgebrauch die Körperkläuse stehen. Dabei wird au zu äu; hinzu kommt die Endung -e. Der Dativ Plural lautet den Körperkläusen. Diese Mehrzahl gehört ebenfalls zum informellen Gebrauch.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Körperklaus | die Körperkläuse |
| Genitiv | des Körperklaus | der Körperkläuse |
| Dativ | dem Körperklaus | den Körperkläusen |
| Akkusativ | den Körperklaus | die Körperkläuse |
Körperklaus als Spitzname
Als Spitzname kann Körperklaus an einer Person haften bleiben, auch wenn der Anlass längst vorbei ist. Dann geht es nicht mehr nur um die Beschreibung einer Bewegung, sondern darum, wie andere diese Person behandeln.
„Obwohl Tim den Parcours inzwischen sicher schaffte, nannten ihn einige weiterhin Körperklaus.“
Im Beispiel passt das Etikett nicht mehr zum gezeigten Können. Die Bezeichnung bleibt trotzdem bestehen und kann ausgrenzen. Ob die Person den Namen selbst akzeptiert, muss der Zusammenhang klären.
