Meine Wörter

mei

Form & Grammatik

Interjektion
Stichwort
mei
Worttrennung
mei

Vor allem bairischer Sprachraum und angrenzende Gebiete. Die Wirkung hängt vom Zusammenhang ab; ja mei ist kein zweiter Sammlungseintrag.

Gebrauch: Einsilbige, unveränderliche Interjektion; auch in der Verbindung ja mei. Kein Possessivpronomen in den hier erklärten Ausrufen.

Formen und Verwendung im Detail

Mei ist ein regionaler Ausruf, besonders im bairischen Sprachraum. Er kann freudiges Staunen begleiten oder ein Sichabfinden mit etwas ausdrücken. Die Verbindung ja mei begegnet vor allem beim Hinnehmen einer Situation.

Bedeutungen

1 Freudig oder staunend reagieren

Mei kann einen gefühlsbetonten Ausruf einleiten. Erst der folgende Satz macht meist klar, worüber jemand staunt und wie die Sache bewertet wird.

„Mei, ist der Garten prächtig geworden!“

Hier zeigt der ganze Satz Freude über den Garten. Mei allein benennt weder einen Garten noch eine bestimmte Eigenschaft.

2 Sich mit etwas abfinden

Mit mei oder ja mei kann jemand eine Lage als gegeben hinnehmen. Das kann gelassen, resigniert oder nachsichtig wirken. Es muss keine Zustimmung dazu sein, dass die Lage gut oder gerecht sei.

„Ja mei, dann müssen wir eben auf den nächsten Bus warten.“

Die Person akzeptiert, dass der verpasste Bus nicht zurückkommt. Sie findet das Warten damit nicht unbedingt angenehm.

Mei: ähnliche Reaktionen

Ach und oh beim Staunen

„Ach, ist der Garten prächtig geworden!“ kann dieselbe Freude ausdrücken. Oh passt ebenfalls zu Überraschung. Die regionalen und persönlichen Gewohnheiten verändern dabei den Klang der Reaktion.

Na ja beim Hinnehmen

Na ja kann eine vergleichbare resignierte Reaktion einleiten. „Na ja, dann warten wir eben“ passt zum Busbeispiel. Das ist mir egal wäre stärker: Ja mei muss nicht bedeuten, dass die Sache der Person gleichgültig ist.

Beispiele und Verwendung

„Mei, jetzt ist das Kind schon größer als ich!“ Die Äußerung hebt das Staunen hervor. Ohne Ton und weiteren Zusammenhang bleibt offen, ob auch Wehmut mitschwingt.

„Ja mei, Fehler können passieren. Wir bessern die Zahl aus.“ Die Fortsetzung legt eine nachsichtige Reaktion nahe. Sie erklärt zugleich, dass der Fehler behoben werden soll.

Regional ist mei besonders mit Bayern und Österreich verbunden; Ausprägung und Häufigkeit unterscheiden sich innerhalb dieses Raums. Es gehört zur Alltagssprache verschiedener Generationen.

Grammatik und Beugung

Mei ist in diesen Ausrufen eine Interjektion. Es ist einsilbig, bleibt unverändert und hat keine Kasus-, Plural-, Personen- oder Steigerungsformen. Die Verbindung ja mei wird hier getrennt geschrieben. Am Beginn einer Äußerung steht „Mei“ beziehungsweise „Ja mei“.

In einer regionalen Wortgruppe wie „mei Buch“ kann mei dagegen einem Possessivwort wie mein entsprechen. Das ist eine andere grammatische Funktion. Solche Begleiterformen werden deshalb nicht als Beugung des Ausrufs dargestellt. Auch fei ist ein anderes Wort: Es steht als Abtönungspartikel innerhalb des Satzes.