außen vor lassen
Etwas oder jemanden außen vor lassen bedeutet, eine Sache nicht einzubeziehen oder eine Person nicht zu beteiligen. Die Wendung wird in drei Wörtern geschrieben. Außen und vor bleiben innerhalb des Satzes klein.
Nicht einbeziehen oder ausschließen
Wer einen Punkt außen vor lässt, berücksichtigt ihn in einer bestimmten Überlegung nicht. Das kann eine bewusste Eingrenzung sein: „Die technischen Einzelheiten lassen wir heute außen vor.“ Die Einzelheiten werden damit nicht für unwichtig erklärt; sie gehören lediglich nicht zum aktuellen Gespräch.
Bezieht sich die Wendung auf Menschen, kann sie ein Ausschließen ausdrücken: „Bei der Planung wurden die Betroffenen außen vor gelassen.“ Hier liegt eine kritische Bewertung nahe, weil Menschen nicht beteiligt wurden, obwohl ihre Perspektive wichtig sein könnte. Der Zusammenhang entscheidet, ob das Weglassen sinnvoll oder problematisch ist.
Außen vor lassen bleibt getrennt
Die richtige Grundform lautet außen vor lassen. Man schreibt weder „außenvorlassen“ noch „außen Vor lassen“. In Deutschland und Österreich steht in außen ein ß. In der Schweizer Standardschreibung lautet das Wort aussen; dies ist dort kein Fehler.
Das Verb wird passend zum Satz verändert, während die übrigen Wörter erhalten bleiben: ich lasse es außen vor, sie ließ es außen vor, wir haben es außen vor gelassen. Ein möglicher Infinitiv mit zu lautet außen vor zu lassen.
Lassen und bleiben unterscheiden
| Wendung | Eigener Beispielsatz | Blickrichtung |
|---|---|---|
| etwas außen vor lassen | Wir lassen die Kosten zunächst außen vor. | Jemand entscheidet, etwas nicht einzubeziehen. |
| außen vor bleiben | Die Kosten bleiben zunächst außen vor. | Der ausgeschlossene Aspekt steht im Mittelpunkt. |
| außen vor gelassen werden | Die Kosten werden zunächst außen vor gelassen. | Passiv: Die handelnde Person bleibt ungenannt. |
Bei lassen steht der nicht einbezogene Mensch oder Gegenstand im Akkusativ: mich, den Sprecher, die Frage, das Thema außen vor lassen. In „Ich bleibe außen vor“ ist die betroffene Person dagegen das Subjekt. Dieser Unterschied erklärt, weshalb die Wendungen ähnliche Inhalte mit verschiedenem Satzbau ausdrücken.
Drei eigene Beispiele
Die folgenden Beispiele sind eigens für diese Erklärung formuliert.
Für den ersten Entwurf lassen wir die Farbwahl außen vor und klären zunächst die Gliederung.
Das Weglassen ist als vorläufige Eingrenzung begründet. Zunächst zeigt, dass die Farbwahl später berücksichtigt werden kann.
Die Klasse fühlte sich bei der Entscheidung über den Ausflug außen vor gelassen.
Die Wendung beschreibt das Erleben fehlender Beteiligung. Ob tatsächlich keine Mitwirkung möglich war, muss der weitere Zusammenhang zeigen.
Bei der Auswertung dürfen wir die kleinen Gruppen nicht außen vor lassen.
Hier wird davor gewarnt, einen Teil des untersuchten Bestands auszuschließen. Sonst könnte die Darstellung einseitig werden.
Passende Alternativen
Nicht berücksichtigen ist sachlich und benennt die fehlende Einbeziehung. Ausklammern hebt die Abgrenzung eines Themas hervor. Ausschließen kann schärfer wirken, besonders bei Personen. Außer Acht lassen bedeutet vor allem, etwas nicht zu beachten; bei einer Einladung passt es nicht ebenso gut.
Eine freundliche Moderation nennt den Grund und den nächsten Schritt: „Die Budgetfrage klammern wir für diesen Vergleich aus; wir prüfen sie anschließend getrennt.“ Das ist hilfreicher als ein knappes „Das lassen wir außen vor“, das leicht wie eine Abweisung klingt.
In einer Untersuchung sollte man offenlegen, welche Aspekte ausgeschlossen werden. Sonst kann der Eindruck entstehen, die Ergebnisse bezögen sich auf das gesamte Thema, obwohl nur ein Ausschnitt untersucht wurde.
Kurz üben
Welcher Satz betont die Entscheidung? A: „Die Rückmeldungen bleiben außen vor.“ B: „Das Team lässt die Rückmeldungen außen vor.“
Lösung und Erklärung
B nennt das handelnde Team und seine Entscheidung. A beschreibt vor allem, dass die Rückmeldungen nicht einbezogen werden.
Weitere Erklärungen findest du bei den Stichwörtern zu Bedeutung, Schreibweise und Verwendung.
