erst mal
Erst mal und erstmal sind beide richtig. Die Verbindung ist eine verkürzte Form von „erst einmal“ und bedeutet häufig zunächst oder fürs Erste. Davon zu unterscheiden sind „erstmals“ und „das erste Mal“.
Was bedeutet erst mal?
Mit erst mal ordnet man einen Schritt vor anderen ein: „Lies erst mal die Aufgabe.“ Das Lesen soll vor der weiteren Bearbeitung stehen. Welche Schritte folgen, muss im Zusammenhang ergänzt werden.
Die Wendung kann außerdem eine vorläufige Entscheidung markieren: „Wir bleiben erst mal hier.“ Das bedeutet nicht, dass der Aufenthalt auf Dauer feststeht. In Gesprächen klingt die Formulierung oft locker; zugleich kann sie ein Anliegen herunterspielen, wenn jemand auf eine klare Zusage wartet. Für verbindliche Absprachen ist daher eine genaue Frist hilfreicher.
Nicht jede Verbindung mit erst hat denselben Sinn. „Erst gestern“ bezeichnet einen späten oder erst kurz zurückliegenden Zeitpunkt. „Erst mal“ beschreibt dagegen meistens einen ersten Schritt oder einen vorläufigen Stand.
Erst mal, erstmal oder erst einmal?
Die Schreibungen erst mal und erstmal sind zulässig. Für einen neutralen, etwas weniger umgangssprachlichen Text bietet sich die ausgeschriebene Form erst einmal an. Diese besteht aus zwei Wörtern. Die Variante „ersteinmal“ ist dafür keine korrekte Zusammenschreibung.
In „erst mal“ bleibt mal klein: Es ist Teil des adverbialen Ausdrucks und nicht das großgeschriebene Nomen mit einem Artikel. Anders lautet die Wortgruppe „das erste Mal“. Hier bezeichnet Mal ein einzelnes Vorkommen und steht groß. Mehr zur Unterscheidung erklärt der Beitrag über einmal und ein Mal.
| Ausdruck | Bedeutung oder Verwendung |
|---|---|
| erst mal / erstmal | Zunächst; vorläufig |
| erst einmal | Ausgeschriebene, häufig neutralere Variante |
| erstmals | Zum ersten Mal |
| das erste Mal | Nomen Mal mit Artikel und Adjektiv |
Funktion im Satz
Die Verbindung ist unveränderlich und wird adverbial gebraucht. Sie ist weder ein Nomen noch ein Adjektiv und braucht daher keine Beugungstabelle. Ihre Stellung im Satz verändert den Schwerpunkt: „Erst mal sammeln wir Fragen“ hebt die Reihenfolge hervor; „Wir sammeln erst mal Fragen“ lässt die Vorläufigkeit stärker im Hintergrund mitlaufen.
Erst mal löst allein kein Komma aus. In „Warte erst mal, bis die Tür aufgeht“ trennt das Komma den mit bis eingeleiteten Nebensatz ab. Die Schreibweise erstmal würde daran nichts ändern.
Drei eigene Beispiele mit Erklärung
„Ich lese erst mal den letzten Absatz noch einmal.“
Die Person nennt einen nächsten Arbeitsschritt. Sie behauptet nicht, den Absatz jetzt zum ersten Mal zu lesen.
„Wir lassen den Termin erstmal offen.“
Die Zusammenschreibung ist korrekt. Inhaltlich bleibt die Entscheidung vorläufig; für eine Planung kann eine Frist zur Rückmeldung fehlen.
„Die Gruppe tritt erstmals vor Publikum auf.“
Erstmals bedeutet zum ersten Mal. Hier wäre erst mal keine gleichbedeutende Ersetzung.
Den richtigen Ton treffen
In einer Nachricht an Freunde ist „Schlaf erst mal darüber“ natürlich. In einer formellen Mitteilung kann „Bitte prüfen Sie zunächst die Unterlagen“ besser passen. Dabei geht es um den Ton, nicht darum, eine der zulässigen Schreibweisen als grundsätzlich falsch auszusortieren.
