Auf dem Messer könnte man bis Rom reiten
Form & Grammatik
- Stichwort
- Auf dem Messer könnte man bis Rom reiten.
- Form
- Feste scherzhafte Satzwendung mit einem Modalverb und dem Infinitiv reiten.
Gebrauch: Umgangssprachlich und scherzhaft; als Bemerkung über ein äußerst stumpfes Messer.
Definition · kurz erklärt
Die scherzhafte Wendung sagt von einem Messer, dass es äußerst stumpf ist und kaum schneidet.
Bedeutungen
Die stumpfe Schneide scherzhaft beklagen
Das Messer wird so dargestellt, als könnte man auf seiner Schneide eine weite Strecke zurücklegen. Diese Übertreibung verspottet seine fehlende Schärfe. Der Satz beschreibt keine Reise nach Rom, sondern bewertet das Messer im jeweiligen Gebrauch. Auch die kürzere Form auf dem Messer kann man reiten hat diese Bedeutung.
Beim gemeinsamen Abendbrot lässt sich ein Stück Käse mit dem bereitgelegten Messer kaum zerteilen. Daria legt es beiseite und sagt trocken: „Auf dem Messer könnte man bis Rom reiten.“
Daria kommentiert die schlecht schneidende Klinge. Die übertriebene Vorstellung einer weiten Reise macht ihre Bemerkung scherzhaft; ein tatsächlicher Ausflug ist nicht gemeint.
Ähnliche Ausdrücke und ihre Unterschiede
stumpf
Stumpf kann die fehlende Schärfe eines Schneidwerkzeugs sachlich beschreiben. Die Rom-Wendung fügt ein übertreibendes, scherzhaftes Bild hinzu. Andere Bedeutungen des Adjektivs, etwa ein matter Glanz oder ein teilnahmsloser Blick, gehören nicht zu dieser festen Messer-Bemerkung.
„Das Messer ist stumpf“ benennt die Eigenschaft unmittelbar. „Auf dem Messer könnte man bis Rom reiten“ macht dieselbe Beschwerde scherzhaft anschaulich.
Ein stumpf Messer ist keiner samtnen Scheide wert
Der Scheide-Spruch stellt eine kostbare Ausstattung und die mangelnde Brauchbarkeit ihres Inhalts gegenüber. Die Rom-Wendung beklagt die fehlende Schärfe des Messers, ohne selbst eine solche Ausstattung zu nennen. Dieselbe stumpfe Klinge kann zu beiden Bemerkungen Anlass geben.
„Die schöne Hülle hilft uns nicht beim Schneiden“ hebt das Missverhältnis von Ausstattung und Nutzen hervor. „Auf der Klinge könnte man bis Rom reiten“ macht die Beschwerde über ihre fehlende Schärfe scherzhaft anschaulich.
Beispiele und Verwendung
Den Scherz verständlich einordnen
„Mit diesem Messer bekomme ich den Käse kaum auseinander: Darauf könnte man bis Rom reiten.“
Der genannte Schneideversuch macht deutlich, auf welche Eigenschaft sich die Bemerkung bezieht.
Grammatik
Man ist das Subjekt zu könnte. Könnte ist hier die dritte Person Singular im Konjunktiv II von können; reiten steht als Infinitiv am Satzende. In der ebenfalls belegten kann-Fassung steht das Modalverb im Indikativ. Auf dem Messer enthält einen Dativ Singular; gemeint ist das neutrale Schneidewerkzeug das Messer. Rom ist ein Eigenname und wird großgeschrieben. Der einzelne Hauptsatz benötigt kein Komma.
Varianten
Lexikografisch ist auch „Auf dem Messer kann man nach Rom reiten“ belegt. Der Reiseort kann in der kürzeren Fassung „Auf dem Messer kann man reiten“ fehlen; das Bild bleibt die scherzhafte Klage über fehlende Schärfe.
