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Das Glück gibt vielen zuviel, aber keinem genug

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Das Glück gibt vielen zuviel, aber keinem genug
Form
Aussagesatz mit Gegensatz; „zuviel“ ist die historische Schreibung, heute schreibt man „zu viel“.

Gebrauch: Historisch überliefert; im erklärten Zusammenhang bildlich gebraucht.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Auch sehr günstige Lebensumstände stellen nicht jeden zufrieden. Der Spruch spitzt den Unterschied zwischen dem Empfangenen und dem empfundenen Genug zu.

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Bedeutungen

Viel bekommen und trotzdem mehr erwarten

Das Glück erscheint wie eine Person, die Gaben verteilt. Vielen gibt es nach äußerem Maßstab überreichlich, doch niemand empfindet die Ausstattung als endgültig ausreichend. Der Gegensatz zwischen zu viel und nicht genug betrifft deshalb zwei unterschiedliche Maßstäbe. Die Aussage kann menschliche Unersättlichkeit kritisieren oder mit einem selbstironischen Lächeln auf ständig steigende Wünsche aufmerksam machen.

„Vor einem Jahr wäre dieses helle Zimmer mein Traum gewesen. Jetzt wünsche ich mir schon ein größeres: Das Glück gibt vielen zuviel, aber keinem genug.“

Die Sprecherin bemerkt, dass ihr Wunsch dem erreichten Vorteil davonläuft. Sie beschreibt ihre eigene Unzufriedenheit, ohne die Ausstattung anderer beurteilen zu müssen.

Keinem ist eine zugespitzte Verallgemeinerung. Menschen können zufrieden sein, und ein weiterer Wunsch kann auf einem echten Bedarf beruhen. Die Formel darf Mangel nicht mit bloßer Anspruchshaltung verwechseln.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Je mehr man hat, je mehr man haben will

Der Mehr-Spruch erklärt, wie Ansprüche mit dem Besitz wachsen. Die Glücksformel setzt scheinbaren Überfluss und fehlende Zufriedenheit unmittelbar gegeneinander.

Nach jedem Werkzeugkauf wird die Wunschliste länger; eine andere Person verfügt bereits über eine vollständige Werkstatt und empfindet sie dennoch als ungenügend.

Beispiele und Verwendung

Den eigenen Maßstab prüfen

„Was müsste sich ändern, damit ich zufrieden wäre? Vielleicht liegt es nicht allein an der Ausstattung.“

Die Frage führt den kritischen Gedanken fort, ohne eine bestimmte Besitzmenge zum allgemeinen Maßstab zu erklären.

Grammatik

Das Glück ist Subjekt, gibt steht im Singular. Vielen und keinem bezeichnen im Dativ die Empfänger. Im zweiten Teil sind Subjekt und Verb sinngemäß ergänzt. Vor aber steht ein Komma. Im heutigen freien Text lautet die Verbindung zu viel; die Zusammenschreibung gehört hier zur historischen Zitatform.