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Das ist der ärgste Glaube, der nichts glaubt, als was ihm gefällt

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Das ist der ärgste Glaube, der nichts glaubt, als was ihm gefällt.
Form
Aussage mit ist und einem Relativsatz; ärgste ist eine Superlativform von arg.

Gebrauch: Historisch überliefert; scharfe, wertende Kritik an einseitigem Fürwahrhalten. Heutige Häufigkeit nicht bestimmt.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Der Spruch kritisiert eine Haltung, die nur das für wahr hält, was den eigenen Wünschen oder Vorlieben entspricht.

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Bedeutungen

Angenehme Vorstellungen nicht zum einzigen Maßstab machen

Glaube bezeichnet hier das Fürwahrhalten. Der ärgste Glaube ist in der zugespitzten Bewertung der schlechteste: Er lässt nur solche Aussagen gelten, die seinem Träger gefallen. Damit rückt der Spruch den Maßstab des Urteils in den Mittelpunkt. Ob eine Nachricht erfreulich ist, entscheidet nicht schon darüber, ob sie zutrifft.

Miro hält die freundliche Rückmeldung sofort für verlässlich. Die ebenso gut begründete Kritik weist er nur deshalb zurück, weil sie ihm unangenehm ist. Das ist der ärgste Glaube, der nichts glaubt, als was ihm gefällt.

Das Beispiel benennt den einseitigen Umgang mit zwei Rückmeldungen. Die Kritik soll nicht allein wegen ihres unangenehmen Inhalts verworfen werden. Umgekehrt wird das Lob nicht automatisch falsch, nur weil Miro es gern hört.

Der Vorwurf verlangt konkrete Gründe. Wer eine erfreuliche Nachricht annimmt, ist deshalb noch nicht unkritisch. Ebenso kann eine unangenehme Behauptung schlecht begründet sein. Der Spruch ersetzt nicht den Vergleich der Belege und erlaubt kein pauschales Urteil über religiösen Glauben.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Der Wunsch ist der Vater des Gedankens

Die Aussagen liegen inhaltlich nahe: Eigene Wünsche können ein Urteil prägen. Das Vaterbild beschreibt, wie ein Wunsch einen Gedanken hervorbringt. Die Glaube-Formel verurteilt ausdrücklich eine Auswahl, bei der nur das Angenehme als wahr gelten darf.

Miro erwartet ohne Beleg einen sicheren Erfolg: Der Wunsch kann der Vater des Gedankens sein. Er verwirft jeden gut begründeten Einwand allein wegen dessen unangenehmen Inhalts: Das trifft die Kritik der Glaube-Formel.

Beispiele und Verwendung

Die eigene Auswahl hinterfragen

Habe ich diese Begründung sorgfältig geprüft, oder gefällt mir einfach ihr Ergebnis?

Als selbstkritische Frage öffnet der Gedanke eine Prüfung. Gegen andere sollte er nicht als bloßes Etikett eingesetzt werden.

Grammatik

Das steht im Hauptsatz als Subjekt, der ärgste Glaube als Gleichsetzung im Nominativ. Der nachfolgende Relativsatz bezieht sich auf Glaube. Die Verbindung nichts … als schränkt auf eine Ausnahme ein. In was ihm gefällt ist was das Subjekt zu gefällt und ihm ein Dativ. Die Kommata gliedern die beiden eingebetteten Sätze. Ärgste bleibt vor dem Nomen kleingeschrieben.