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Der Wunsch ist der Vater des Gedankens

Form & Grammatik

Sprichwort
Grundform
Der Wunsch ist der Vater des Gedankens.
Eintragstyp
Sprichwort
Thema
Entscheidungen, Glück und Folgen
Form
Aussagesatz mit einer übertragenen Verwandtschaftsbezeichnung.

Definition · kurz erklärt

Ein starkes Verlangen kann eine Annahme prägen, obwohl ausreichende Belege fehlen. Der Spruch kritisiert Wunschdenken: Man hält etwas für wahr, weil man möchte, dass es wahr ist.

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Bedeutung

Wünsche beeinflussen das Urteil

Der Wunsch wird als Vater dargestellt, der einen Gedanken hervorbringt. Gemeint ist eine vermeintliche Erklärung oder Erwartung, deren eigentliche Grundlage das eigene Interesse ist. Die Wendung wird häufig gegen eine zu günstige Prognose eingesetzt. Sie verlangt sinngemäß, Wunsch und überprüfbare Wirklichkeit auseinanderzuhalten.

„Weil drei Freunde das Buch mochten, rechnete er schon mit einem großen Verkaufserfolg. Da war der Wunsch der Vater des Gedankens.“

Die positive Erwartung geht weit über die vorhandenen Rückmeldungen hinaus. Ob das Buch später erfolgreich wird, bleibt dennoch offen.

Eine angenehme Vorstellung ist nicht allein deshalb falsch. Wer anderen Wunschdenken vorwirft, muss ebenfalls die tatsächlichen Gründe prüfen und darf den Vorwurf nicht an die Stelle von Argumenten setzen.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Der Glaube versetzt Berge

„Der Glaube versetzt Berge“ würdigt Überzeugung als Antrieb zum Handeln. Der Wunsch-Spruch kritisiert dagegen eine Überzeugung, die das Urteil über Tatsachen verzerrt.

Zuversicht kann jemanden zum Üben motivieren; sie beweist noch nicht, dass ein Wettbewerb bereits gewonnen ist.

Beispiele und Verwendung

Eine Prognose hinterfragen

„Dass alle sofort zustimmen werden, ist bisher nur deine Hoffnung. Ist da nicht der Wunsch der Vater des Gedankens?“

Als Frage lässt die Wendung Raum für zusätzliche Gründe, statt das Gegenüber vorschnell abzuwerten.

Form und Varianten

Der Vater steht als Prädikativ im Nominativ. Des Gedankens ist eine Genitivgruppe zu Vater. Der Genitiv Singular von Gedanke lautet hier Gedankens.

Varianten und Abwandlungen

Belegt sind auch „Da ist der Wunsch Vater des Gedankens“ und die Vergangenheitsform „Da war der Wunsch der Vater des Gedankens“.