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Wunsch

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Wunsch
Worttrennung
Wunsch
Artikel
der
Geschlecht
Maskulinum
Genitiv
des Wunschs / des Wunsches
Plural
die Wünsche

Gebrauch: Einsilbig. Die Lesart guter Wünsche als Gruß wird im Plural gebraucht; im Dativ Plural heißt es Wünschen.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ein Wunsch ist etwas, das jemand gern hätte oder als Entwicklung erhofft. Wünsche können ausgesprochen oder unausgesprochen bleiben. Im Plural bezeichnet das Wort außerdem wohlmeinende Grüße wie gute Wünsche zum Geburtstag.

Bedeutungen

1 Etwas gern haben oder erreichen wollen

Ein Wunsch richtet sich auf einen erwünschten Gegenstand, einen Zustand oder ein Ereignis. Er kann eine kleine Vorliebe oder ein starkes Verlangen ausdrücken. Aus dem Wunsch allein folgt weder, dass er erfüllbar ist, noch dass jemand schon einen Weg zu seiner Verwirklichung plant.

„Miras größter Wunsch ist, einmal mit dem Zug ans Meer zu reisen.“

Der Satz nennt eine ersehnte Erfahrung. Ob die Reise bereits vorbereitet ist oder jemand sie zugesagt hat, bleibt offen.

2 Wohlmeinende Grüße aussprechen

In Wendungen wie gute Wünsche zum Geburtstag bezeichnet der Plural das, was man einem anderen Menschen aus einem Anlass wohlmeinend wünscht. Dazu können etwa Gesundheit, Freude oder gutes Gelingen gehören.

„Mit den besten Wünschen für den neuen Lebensabschnitt verabschiedete sich die Klasse von ihrem Lehrer.“

Die Wünsche richten sich an den Lehrer. Es geht hier nicht um eine Liste von Dingen, die die Klasse selbst haben möchte, und nicht um ein Versprechen, den künftigen Lebensweg bestimmen zu können.

Synonyme: andere Wörter für Wunsch

Wunsch oder Hoffnung?

Ein Wunsch betont, was man gern hätte. Hoffnung richtet sich auf die Möglichkeit einer günstigen Entwicklung. Beides kann zusammentreffen, setzt aber unterschiedliche Schwerpunkte.

Man kann einen Wunsch für unerfüllbar halten und ihn trotzdem haben. Bei Hoffnung bleibt die günstige Möglichkeit aus Sicht der Person noch offen.

„Ich wünsche mir einen sonnigen Ausflugstag.“ – „Ich hoffe, dass es am Samstag nicht regnet.“ Der zweite Satz richtet den Blick auf den möglichen Verlauf.

Wunsch, Bedürfnis oder Plan?

Ein Bedürfnis bezeichnet häufig einen empfundenen Mangel oder etwas, das jemand braucht. Ein Plan enthält dagegen Vorstellungen darüber, wie etwas umgesetzt werden soll. Ein Wunsch braucht noch keine solchen Schritte.

Nicht jede bevorzugte Sache ist ein dringender Bedarf. Ebenso ist die Aussage Ich möchte ein Buch schreiben noch kein ausgearbeiteter Arbeitsplan.

„Er wünscht sich einen ruhigen Lernplatz.“ – „Er plant, das freie Zimmer zum Lernen einzurichten.“ Der zweite Satz geht von einem erwünschten Zustand zu einem Vorhaben über.

Beispiele und Verwendung

Die Motivation einer Figur erklären

„Ihr Wunsch nach Unabhängigkeit zeigt sich daran, dass sie eine eigene Entscheidung trifft, obwohl die Familie widerspricht.“

Die Handlung gibt der Deutung einen konkreten Bezug. Ob dies ein länger bestehender Wunsch ist, muss durch weitere Textbeobachtungen oder eine ausdrückliche Äußerung gestützt werden.

Eine Bitte eindeutig formulieren

„Auf Wunsch der Teilnehmenden beginnt der Kurs künftig eine halbe Stunde später.“

Der Zusatz benennt den Anlass der Änderung. Er sagt nicht, dass jede einzelne Person denselben Wunsch geäußert hat; für eine genaue Auswertung wäre die Zahl oder Art der Rückmeldungen zu nennen.

Grammatik und Beugung

Das Substantiv heißt der Wunsch, im Genitiv des Wunschs oder des Wunsches. Der Plural hat einen Umlaut: die Wünsche. Im Dativ Plural steht den Wünschen. Das einsilbige Wort hat keine Trennstelle.

Ein Wunsch nach Ruhe nennt mit nach einen gewünschten Zustand. Ein Wunsch, früher zu beginnen, kann als Infinitivgruppe angeschlossen werden. Bei guten Wünschen als Gruß wird die entsprechende Lesart im Plural gebraucht.

Wunsch: Fälle und Formen
FallSingularPlural
Nominativder Wunschdie Wünsche
Genitivdes Wunschs / des Wunschesder Wünsche
Dativdem Wunschden Wünschen
Akkusativden Wunschdie Wünsche

Redewendungen und feste Verbindungen

Der Wunsch ist der Vater des Gedankens

Die Wendung besagt, dass jemand eine Erwartung oder Behauptung stärker vom eigenen Wünschen als von den tatsächlichen Hinweisen leiten lässt. Sie wird häufig kritisch oder scherzhaft gebraucht.

„Er rechnete schon fest mit dem ersten Platz, obwohl noch kein Ergebnis vorlag. Da war der Wunsch der Vater des Gedankens.“

Das Beispiel beschreibt eine vorschnelle Erwartung. Die Wendung allein widerlegt keine sachliche Behauptung; dafür müssten die tatsächlichen Gründe geprüft werden.

Keine Wünsche offenlassen

Damit sagt man, dass etwas die Erwartungen vollständig erfüllt. Die Formulierung ist eine starke positive Bewertung und bleibt an einen Maßstab oder eine Perspektive gebunden.

„Für unsere Einführung ließ der Workshop keine Wünsche offen: Alle angekündigten Fragen wurden beantwortet.“

Für unsere Einführung grenzt die Aussage ein. Andere Teilnehmende mit anderen Vorkenntnissen könnten trotzdem weitere Fragen haben.