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Gewinn ist nicht Gewinn, er sei denn gerecht

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Gewinn ist nicht Gewinn, er sei denn gerecht
Form
Aussagesatz mit einer historischen ausschließenden Bedingung.

Gebrauch: Historisch überliefert; moralische Forderung mit älterer Satzfügung.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ein materieller Vorteil verdient nach diesem Sprichwort nur dann Anerkennung, wenn er gerecht zustande kommt. Die moralische Bewertung des Gewinns steht über seiner bloßen Höhe.

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Bedeutungen

Den Erfolg an seinen Mitteln messen

Das zweimalige Gewinn bezeichnet nicht ganz dasselbe: Zunächst ist der tatsächliche Ertrag gemeint, danach ein Vorteil, der als wertvoll und vertretbar gelten kann. Der Spruch bestreitet also nicht, dass jemand mit unfairen Mitteln Geld erhält. Er verweigert einem solchen Ergebnis die positive Bewertung, die mit dem Wort Gewinn gewöhnlich verbunden ist.

„Wir könnten mehr verlangen, wenn wir den Mangel verschweigen; damit wäre ich nicht einverstanden. Gewinn ist nicht Gewinn, er sei denn gerecht.“

Die Sprecherin erkennt den möglichen finanziellen Vorteil. Sie lehnt ihn wegen des unfairen Vorgehens ab und unterscheidet damit den erzielbaren Betrag von einem verantwortbaren Ergebnis.

Welche Bedingungen gerecht sind, muss im konkreten Fall begründet werden. Der Spruch liefert dafür keinen fertigen Maßstab. Aus einem hohen Gewinn allein lässt sich ebenso wenig Unredlichkeit ableiten wie aus einem kleinen Betrag besondere Fairness.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Viel Fleiß und wenig Gewissen macht den Beutel voll

Der volle Beutel beschreibt kritisch, dass gewissenloses Handeln einträglich sein kann. „Gewinn ist nicht Gewinn“ formuliert dagegen ausdrücklich den moralischen Anspruch an einen anerkennenswerten Ertrag.

Ein unehrliches Angebot kann mehr Geld einbringen; die Entscheidung, diesen Vorteil wegen der Täuschung nicht als guten Gewinn anzusehen, ist eine zusätzliche Wertung.

Beispiele und Verwendung

Eine Grenze bei einem vorteilhaften Angebot erklären

„Der Betrag ist reizvoll, aber die Bedingungen benachteiligen die anderen. Gewinn ist nicht Gewinn, er sei denn gerecht.“

Die Kritik sollte die beanstandeten Bedingungen benennen. Ohne Begründung bleibt das Wort gerecht ein bloßes Urteil.

Grammatik

Gewinn steht zunächst als Subjekt, dann als Gleichsetzung nach ist. Er sei denn gerecht bedeutet sinngemäß es sei denn, dass er gerecht ist oder außer wenn er gerecht ist. Sei ist Konjunktiv I von sein; gerecht bleibt endungslos. Das Komma leitet die Ausnahmebedingung ein.