Viel Fleiß und wenig Gewissen macht den Beutel voll
Form & Grammatik
- Grundform
- Viel Fleiß und wenig Gewissen macht den Beutel voll.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Geld, Besitz und das richtige Maß
- Form
- Zusammenfassender Aussagesatz mit zwei Mengenangaben.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Geschäftiger Einsatz kann besonders einträglich sein, wenn jemand moralische Rücksicht beiseitelässt. Der Spruch beschreibt diese Möglichkeit kritisch und mit zynischem Unterton.
Bedeutung
Gewinn ohne Gewissen kritisieren
Fleiß ist hier nicht der einzige genannte Faktor. Erst die Verbindung mit wenig Gewissen erklärt den vollen Beutel: Jemand arbeitet eifrig, nimmt dabei aber Nachteile für andere in Kauf. Der Satz stellt damit den materiellen Erfolg und seine moralischen Kosten nebeneinander.
„Er verkauft unermüdlich Verträge, deren Nachteile er verheimlicht. Viel Fleiß und wenig Gewissen macht den Beutel voll.“
Die Kritik gilt der Verbindung von Einsatz und bewusster Rücksichtslosigkeit, nicht dem Arbeiten oder Verdienen an sich.
Aus Reichtum lässt sich kein Mangel an Gewissen ableiten. Ebenso wenig ist Fleiß an sich verdächtig. Der Spruch braucht einen erkennbaren Anlass im beschriebenen Verhalten.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Man muss dem Gelde gebieten, nicht gehorchen
Geld zu gebieten statt ihm zu gehorchen empfiehlt einen eigenen verantwortlichen Maßstab. Dieser Spruch zeigt kritisch, was geschehen kann, wenn der Gewinn den Maßstab verdrängt.
Ein Auftrag kann Geld bringen und trotzdem wegen unfairer Bedingungen abgelehnt werden.
Beispiele und Verwendung
Unfaire Geschäftigkeit benennen
„Die Verkaufszahlen allein erzählen nicht die ganze Geschichte. Viel Fleiß und wenig Gewissen macht den Beutel voll.“
Konkrete nachprüfbare Handlungen sollten die Kritik tragen, keine bloße Vermutung über eine Person.
Form und Varianten
Viel Fleiß und wenig Gewissen wird in der belegten Form als Gesamtverbindung mit dem Singular macht behandelt. Den Beutel ist das Akkusativobjekt; voll bezeichnet dessen erreichten Zustand. Der Beutel steht bildlich für Geldmittel.
