Guter Leumund ist ein zweites Erbteil
Form & Grammatik
- Stichwort
- Guter Leumund ist ein zweites Erbteil
- Form
- Aussagesatz mit einer bildlichen Gleichsetzung.
Gebrauch: Historisch überliefert; Leumund bedeutet hier den Ruf einer Person.
Definition · kurz erklärt
Ein guter Ruf kann einem Menschen Möglichkeiten eröffnen und so wertvoll sein wie ein zusätzliches Vermögen. Das Sprichwort beschreibt Vertrauen als einen persönlichen Vorteil.
Bedeutungen
Einen guten Ruf als wertvolle Grundlage verstehen
Leumund bedeutet hier den Ruf, den jemand bei anderen hat. Das zweite Erbteil ist ein Bild für einen Wert, der neben Geld oder Besitz steht. Wer als zuverlässig und redlich gilt, findet möglicherweise eher Unterstützung, Verantwortung oder neue Aufgaben.
„Sie hatte wenig Startkapital, aber viele kannten ihre zuverlässige Arbeit. Guter Leumund ist ein zweites Erbteil.“
Das Vertrauen anderer erleichtert der Gründerin den Einstieg. Ihr Ruf ist kein ausgezahlter Geldbetrag, kann aber dazu beitragen, dass Menschen mit ihr zusammenarbeiten möchten.
Ein guter Ruf ist weder ein Beweis für fehlerloses Verhalten noch ein Ersatz für faire Chancen und sachliche Prüfung. Menschen können auch zu Unrecht einen schlechten Ruf haben. Ihr Wert hängt nicht vom Urteil ihres Umfelds ab.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen
Das Gewissen-Sprichwort betrifft die eigene innere Ruhe. Der Leumund-Spruch handelt vom Urteil anderer und dem Vertrauen, das daraus entstehen kann.
Jemand kann ruhig schlafen, weil er ehrlich gehandelt hat; ob seine Nachbarn davon wissen und ihm vertrauen, ist eine andere Frage.
Beispiele und Verwendung
Vertrauen durch verlässliches Verhalten erklären
„Ihre Zusagen hält sie seit Jahren ein; deshalb trauen wir ihr die Aufgabe zu. Guter Leumund ist ein zweites Erbteil.“
Die Empfehlung wird nachvollziehbar, wenn sie sich auf konkrete Erfahrungen stützt und nicht allein auf Bekanntheit oder gesellschaftliches Ansehen.
Grammatik
Guter Leumund ist das maskuline Subjekt im Singular. Ein zweites Erbteil steht als Gleichsetzung im Nominativ. Der feste Wortlaut verwendet Erbteil neutral; daran erkennt man die Endung -es in zweites. Ist verbindet die beiden Gruppen. Der Satz braucht kein Komma.
