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Haben ist haben; aber kriegen, das ist die Kunst!

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Haben ist haben; aber kriegen, das ist die Kunst!
Form
Gegenüberstellung mit einer Wiederholung von haben und dem aufgreifenden das.

Gebrauch: Historisch überliefert und durch kriegen umgangssprachlich geprägt. Kunst bezeichnet hier ein Können oder Geschick.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Der Spruch stellt das bereits Verfügbare dem schwierigeren Erlangen gegenüber.

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Bedeutungen

Das Erlangen als eigentliche Schwierigkeit hervorheben

Der erste Teil wiederholt haben, als sei der vorhandene Besitz zunächst eine gegebene Sache. Mit aber verschiebt der Spruch den Blick darauf, wie etwas überhaupt in die eigenen Hände kommt. Kriegen meint hier bekommen oder erlangen. Kunst steht für das dazu nötige Können oder Geschick, nicht für ein Kunstwerk.

Lea möchte für eine kleine Ausstellung ein bestimmtes vergriffenes Heft ausleihen. Ein Bekannter zeigt auf sein eigenes Exemplar: „Bei mir steht es schon lange im Regal.“ Lea antwortet: „Haben ist haben; aber kriegen, das ist die Kunst!“ Sie muss erst jemanden finden, der ihr ein Exemplar überlässt.

Der Bekannte verfügt bereits über das Heft, Lea steht noch vor der Beschaffung. Ihr Satz kommentiert diesen unterschiedlichen Ausgangspunkt, ohne ihm das vorhandene Exemplar abzusprechen.

Auch das Erhalten und Pflegen von Besitz kann Mühe machen. Der Spruch setzt den Schwerpunkt auf das Erlangen und erklärt nicht jede spätere Aufgabe für leicht.

Haben und kriegen unterscheiden

haben

Haben kann hier Besitz oder Verfügbarkeit bezeichnen. Das Hilfsverb in einer Zeitform wie hat gelesen ist dagegen nicht die gemeinte Verwendung. Der Spruch stellt keine grammatische Regel über das Hilfsverb auf.

„Das Heft ist bei mir verfügbar“ beschreibt den vorhandenen Zustand. „Ich suche noch ein ausleihbares Exemplar“ benennt die offene Aufgabe.

kriegen

Kriegen steht hier umgangssprachlich für bekommen oder erlangen. Es meint weder den Fang eines Mitspielers noch die alte Verwendung für Krieg führen.

„Ich bekomme das Heft nächste Woche“ passt zur Beschaffung. „Ich fange dich beim Spiel“ gehört zu einer anderen Verwendung von kriegen.

Beispiele und Verwendung

Eine Beschaffung nicht voraussetzen

„Bevor wir damit planen, müssen wir erst herausfinden, wo wir es bekommen.“

Diese freie Erklärung macht den noch nötigen Schritt sichtbar. Aus dem Spruch allein folgt kein Anspruch auf den Besitz einer anderen Person.

Grammatik

Der Spruch verwendet die Infinitive haben und kriegen. Das greift im zweiten Teil das Erlangen auf; dazu steht ist im Singular. Kunst wird als Substantiv großgeschrieben. Die überlieferte Kleinschreibung kriegen bleibt erhalten. Das Semikolon gliedert die Gegenüberstellung; das Komma vor das trennt den vorangestellten Ausdruck von seiner Wiederaufnahme.