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Man schreibt lange an, aber rechnet zuletzt

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Man schreibt lange an, aber rechnet zuletzt.
Form
Zwei mit aber verbundene Hauptsätze mit gemeinsamem Subjekt man.

Gebrauch: Historisch überliefertes Bild aus dem Notieren und späteren Abrechnen von Ausgaben; auch auf eine aufgeschobene Klärung übertragbar.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Aufgeschriebene Posten können sich lange ansammeln; am Ende steht dennoch die Abrechnung. Der Spruch erinnert daran, dass ein Zahlungsaufschub die aufgezeichneten Verpflichtungen nicht einfach beseitigt.

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Bedeutungen

Die spätere Abrechnung mitdenken

Anschreiben heißt im Bild, eine ausstehende Geldsumme für eine spätere Bezahlung zu notieren. Die einzelnen Posten werden zunächst festgehalten und erst später zusammengerechnet. Der Gegensatz zwischen lange und zuletzt macht den zeitlichen Abstand deutlich. Übertragen kann die Formel daran erinnern, dass aufgeschobene Folgen oder unerledigte Verpflichtungen später wieder zur Sprache kommen. Es geht hier nicht um das Verfassen eines langen Briefes.

In einer erfundenen Erzählung lässt ein Reisender während seines Aufenthalts in einer Herberge mehrere kleine Ausgaben notieren. Bei der Abreise ist aus den einzelnen Posten eine größere Summe geworden. Die Wirtin kommentiert: „Man schreibt lange an, aber rechnet zuletzt.“

Die spätere Abrechnung bündelt, was zuvor nur einzeln notiert wurde. Der zeitliche Aufschub hat die Ausgaben im Beispiel nicht verschwinden lassen.

Der Spruch beweist nicht, dass ein aufgezeichneter Posten richtig ist oder eine bestimmte Forderung besteht. Er erläutert das Bild von Aufschub und Abrechnung. Nicht jedes verschobene Vorhaben ist eine Geldschuld, und nicht jede spätere Klärung endet mit einer Zahlung.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Beide Sprüche halten fest, dass ein Aufschub etwas nicht automatisch erledigt. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben kann auch eine weiterhin geplante angenehme Unternehmung meinen. Das Anschreiben und Rechnen stellt dagegen das Ansammeln einzelner Posten und ihre spätere Abrechnung vor Augen.

Der Ausflug bekommt einen neuen Termin: Er ist aufgeschoben, nicht aufgehoben. Die notierten Ausgaben werden bei der Abreise zusammengerechnet: Man schreibt lange an, aber rechnet zuletzt.

Beispiele und Verwendung

Eine offene Klärung benennen

„Wir haben die ungeklärten Punkte notiert. Nach dem Fest besprechen wir sie einzeln, statt sie stillschweigend als erledigt zu behandeln.“

Diese freie Umschreibung überträgt den Gedanken auf ein Gespräch. Sie stellt die Beteiligten nicht als Schuldner dar und behauptet keine tatsächliche Geldforderung.

Eine verwandte Praxis unterscheiden

„Wir notieren deine Getränke und rechnen nach der Runde ab.“

Im Gaststättenbereich kann einen Deckel machen bedeuten, Getränke zunächst anschreiben zu lassen. Die Wendung benennt diese Praxis. Der Spruch stellt dagegen das längere Notieren und die spätere Abrechnung gegenüber; beide Ausdrücke sind nicht in jedem Satz austauschbar.

Grammatik

Schreibt an ist die dritte Person Singular von anschreiben. Im Hauptsatz steht der trennbare Bestandteil an am Ende des ersten Satzteils. Rechnet gehört zu rechnen und steht ebenfalls in der dritten Person Singular; das Subjekt man wird im zweiten Teil nicht wiederholt. Vor aber steht ein Komma. Lange und zuletzt sind Zeitangaben.