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Man soll die Kuh melken und nicht schinden

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Man soll die Kuh melken und nicht schinden.
Form
Empfehlung mit man soll und zwei durch und verbundenen Infinitiven.

Gebrauch: Historisch überliefert; drastisches Tierbild, bei Personen leicht entwürdigend. Heutige Häufigkeit nicht bestimmt.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Wer aus etwas Nutzen zieht, soll seine Grundlage erhalten und nicht durch rücksichtslose Ausnutzung zerstören.

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Bedeutungen

Die Grundlage eines Nutzens schonend behandeln

Die Kuh liefert im Bild Milch. Wer sie weiter melken möchte, muss sie erhalten. Schinden kann in älterer Sprache das Abziehen der Haut bedeuten; im heutigen übertragenen Gebrauch auch übermäßiges Beanspruchen. Der Gegensatz stellt einen fortdauernden Nutzen der Schädigung seiner Grundlage gegenüber. Übertragen kann es etwa um ein Werkzeug, einen Bestand oder eine gemeinsam genutzte Einrichtung gehen.

Der Verein wollte den alten Kopierer ohne Unterbrechung für immer größere Aufträge einsetzen. Lea bestand auf den nötigen Wartungspausen: „Man soll die Kuh melken und nicht schinden.“

Der Kopierer ist nützlich, solange er funktionsfähig bleibt. Die Pause schützt gerade die Möglichkeit, ihn weiter zu verwenden. Der Spruch begründet hier einen sorgsamen Umgang und nicht den Verzicht auf jede Nutzung.

Was eine Sache verträgt, muss konkret geprüft werden. Auf Menschen bezogen kann das Tierbild kalt und ausbeuterisch wirken. Ihre Würde und Gesundheit verdienen Rücksicht unabhängig davon, welchen Nutzen andere von ihnen erwarten.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Erhalten ist so löblich als erwerben

Beide Sprüche würdigen das Bewahren. Der Kuh-Spruch warnt besonders davor, eine nützliche Grundlage durch ihre Ausnutzung zu schädigen. Der Spruch vom Erhalten stellt die Pflege allgemeiner neben den Erwerb neuer Dinge.

Wir überlasten den Kopierer nicht: die Kuh melken und nicht schinden. Wir reparieren die vorhandenen Stühle: Erhalten ist so löblich als erwerben.

Beispiele und Verwendung

Eine Nutzungsgrenze begründen

Wir können den Raum regelmäßig nutzen, müssen aber Zeit für Pflege und Reparaturen lassen.

Die konkrete notwendige Pflege macht die Mahnung nachvollziehbar. Der Spruch allein legt keine zulässige Belastungsgrenze fest.

Grammatik

Man ist das Subjekt; soll steht in der dritten Person Singular. Melken und schinden hängen als Infinitive von soll ab. Die Kuh ist das gemeinsame Akkusativobjekt beider Verben. Nicht verneint die zweite Handlung. Der Satz stellt damit zwei verschiedene Arten des Umgangs mit demselben Gegenstand gegenüber.