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Wer alles will, bekommt nichts

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Wer alles will, bekommt nichts.
Form
Wer-Satz und Hauptsatz mit den gegensätzlichen Pronomen alles und nichts.

Gebrauch: Historisch überliefert; warnende Zuspitzung, keine ausnahmslose Erfolgsregel.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Wer auf der vollständigen Erfüllung aller Wünsche besteht, kann am Ende eine erreichbare Möglichkeit ganz verlieren. Der Spruch warnt vor Ansprüchen, die keinen brauchbaren Kompromiss zulassen.

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Bedeutungen

Durch grenzenlose Ansprüche das Erreichbare verlieren

Alles und nichts bilden den schärfstmöglichen Gegensatz. Der Spruch überspitzt eine Erfahrung aus Entscheidungen und Verhandlungen: Wer nur die vollkommen passende Lösung akzeptiert, kann mehrere gute Möglichkeiten ausschlagen und schließlich ohne Ergebnis dastehen. Gemeint ist nicht bloß, dass Wünsche begrenzt sind, sondern dass überzogene Forderungen selbst zum Scheitern beitragen können.

„Der Raum soll groß, zentral, ganz ruhig und kostenlos sein. Während wir weiter auf alles bestehen, werden die brauchbaren Räume vergeben. Wer alles will, bekommt nichts.“

Die Gruppe verliert hier Möglichkeiten, weil sie sämtliche Vorzüge gleichzeitig verlangt. Ein bewusst gewählter Abstrich hätte noch eine Buchung erlaubt.

Nicht jede Forderung ist verzichtbar. Sicherheit, notwendige Zugänglichkeit oder klar zugesagte Bedingungen sollten nicht als bloßer Überanspruch abgetan werden.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Wer zu viel fasst, lässt viel fallen

Der volle Griff warnt vor zu vielen gleichzeitig übernommenen Aufgaben. Alles wollen betrifft dagegen die Ansprüche an ein Ergebnis oder die Bedingungen, unter denen man sich entscheidet.

Zu viele Veranstaltungen zu betreuen kann überfordern; für eine einzige Veranstaltung nur einen vollkommenen Raum zu akzeptieren kann schon die Planung verhindern.

Beispiele und Verwendung

Wünsche gewichten

„Zwei Bedingungen sind unverzichtbar; bei den übrigen können wir nachgeben.“

Eine solche Rangfolge macht einen Kompromiss nachvollziehbar, statt einfach beliebige Ansprüche zu streichen.

Grammatik

Wer ist das Subjekt zu will. Alles ist dessen Akkusativobjekt; ein zusätzliches Infinitivverb ist hier nicht nötig. Der ganze Wer-Satz übernimmt die Subjektfunktion im anschließenden Hauptsatz. Nichts ist das Akkusativobjekt zu bekommt.