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Wer zu feinen Faden spinnt, dem bricht er leichtlich

Form & Grammatik

Sprichwort
Stichwort
Wer zu feinen Faden spinnt, dem bricht er leichtlich.
Form
Satzgefüge mit wer und dem; leichtlich ist ein älter wirkendes Wort für leicht.

Gebrauch: Das historische Fadenbild lässt sich als Warnung vor einer zu schwachen Ausführung verwenden. Leichtlich kann dabei eine kurze Erklärung benötigen.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Was zu wenig Widerstandskraft besitzt, kann leicht scheitern. Das Sprichwort warnt mit dem Bild eines zu fein gesponnenen Fadens davor, die nötige Tragfähigkeit zu vernachlässigen.

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Bedeutungen

Auf ausreichende Tragfähigkeit achten

Beim Spinnen entsteht aus Fasern ein Faden. Wird er für die vorgesehene Belastung zu fein, kann er brechen. Übertragen lässt sich das Bild auf eine Verbindung oder Planung beziehen, die nicht genug aushält. Leichtlich heißt hier leicht oder ohne großen Widerstand. Der Satz fordert keine besondere Grobheit, sondern ein angemessenes Verhältnis von Ausführung und Beanspruchung.

„Für die große Kulisse habt ihr nur diese winzige Klebestelle vorgesehen? Wer zu feinen Faden spinnt, dem bricht er leichtlich.“

Die Befestigung wirkt im eigenen Beispiel zu schwach für den geplanten Einsatz. Der Spruch lenkt auf ihre Belastbarkeit; die genaue Prüfung des Materials muss zusätzlich erfolgen.

Ein feiner Faden ist nicht für jeden Zweck ungeeignet. Material und Belastung spielen ebenfalls eine Rolle. Übertragen darf der Spruch sorgfältige oder differenzierte Arbeit nicht pauschal als Schwäche abwerten.

Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede

Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied

Die Aussagen überschneiden sich stark: Beide Bilder warnen vor mangelnder Belastbarkeit. Das Kettenbild zeigt mehrere verbundene Teile und ihre schwächste Stelle; der Fadenspruch zeigt die Herstellung eines zu schwachen Fadens. Daraus folgt kein grundsätzlicher Gegensatz der Ratschläge.

Eine zu schwache Aufhängung kann den ganzen Aufbau gefährden. Sowohl der dünne Faden als auch das schwache Kettenglied machen diese Gefahr anschaulich.

Beispiele und Verwendung

Einen Plan auf Belastbarkeit prüfen

„Unser Zeitplan lässt nicht einmal fünf Minuten für eine Verzögerung. Wer zu feinen Faden spinnt, dem bricht er leichtlich.“

Hier ist der Faden ein Bild für die geringe Reserve des Plans. Wie viel Reserve sinnvoll ist, muss für den konkreten Ablauf entschieden werden.

Grammatik

Wer ist das Subjekt zu spinnt. Die Wortgruppe zu feinen Faden ist dessen Akkusativobjekt; feinen trägt die Endung des maskulinen Akkusativs ohne Artikel. Im Hauptsatz ist er das Subjekt zu bricht und bezieht sich auf den Faden. Dem bezeichnet im Dativ die betroffene Person. Das Komma trennt beide Teilsätze.