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deswegen

Form & Grammatik

Adverb
Stichwort
deswegen
Worttrennung
des·we·gen
Gebrauch
unveränderlich; keine Deklination in der hier erklärten adverbialen Verwendung

Unveränderliches Adverb. Anders als die Präposition wegen verlangt es selbst keine Genitiv- oder Dativgruppe.

Formen und Verwendung im Detail

Deswegen bedeutet deshalb oder aus diesem Grund. Es nimmt einen genannten Umstand als Begründung auf. Besonders deutlich wird der Bezug in Antworten auf eine Warum-Frage und in Wendungen wie genau deswegen oder nicht deswegen.

Worauf bezieht sich deswegen?

„Der Saal ist zu klein. Deswegen suchen wir einen anderen.“ Der Platzmangel wird als Grund für die Suche genannt. Ohne den ersten Satz bliebe offen, welcher Umstand gemeint ist. Deswegen kann auch allein eine knappe Antwort bilden, wenn die Beteiligten bereits über den Grund gesprochen haben.

Für die Bedeutung ist die Verneinung entscheidend. „Ich fahre nicht deswegen nach Berlin“ kann heißen, dass die Reise stattfindet, aber einen anderen Grund hat. „Deswegen fahre ich nicht nach Berlin“ sagt dagegen, dass der betreffende Umstand gegen die Reise spricht. Der Unterschied liegt im Bezug von nicht, nicht in einer anderen Wörterbuchbedeutung von deswegen.

Nahe Alternativen und ähnliche Formen

Deshalb ist in vielen Sätzen gleichbedeutend. Zwischen beiden Wörtern besteht keine allgemeine feste Grenze, nach der eines nur sachliche und das andere nur persönliche Gründe nennen dürfte. Aus diesem Grund macht die Beziehung ausführlicher sichtbar. Darum kann ebenfalls eine Begründung aufnehmen, hat aber daneben andere Verwendungen, etwa den Gegenstand eines Gesprächs in „Darum geht es“.

Infolgedessen betont das Eintreten einer Folge. Bei einer bewusst getroffenen Entscheidung kann die längere Wendung deshalb schwerer wirken als deswegen. Trotzdem ist keine bloße Stilvariante: Es kennzeichnet ein Handeln entgegen einer Erwartung, die aus dem genannten Umstand entstehen könnte. Der Zusammenhang von Grund und Reaktion verändert sich dabei.

Zwei eigene Satzpaare

Ausgangssatz: „Die Ausstellung endet früh; deswegen nehmen wir den ersten Zug.“ Alternative: „Die Ausstellung endet früh; aus diesem Grund nehmen wir den ersten Zug.“ Beide Sätze erklären dieselbe Entscheidung. Die längere Form kann beim Vortragen den Rückbezug hervorheben, liefert aber keine zusätzliche Tatsache. „Trotzdem“ wäre hier nur mit einem anderen Erwartungszusammenhang sinnvoll.

Ausgangssatz: „Ich habe nicht deswegen abgesagt, sondern wegen der Überschneidung mit der Probe.“ Alternative: „Ich habe nicht deshalb abgesagt, sondern wegen der Überschneidung mit der Probe.“ Die Absage bleibt in beiden Fassungen bestehen. Zurückgewiesen wird lediglich ein zuvor vermuteter Grund. Wer die Verneinung an den Satzanfang verschiebt, muss aufpassen, dass daraus nicht versehentlich eine Zusage oder eine andere Begründungsstruktur wird.

Ein Wort, keine Präposition mit Ergänzung

Deswegen ist ein unveränderliches Adverb und wird zusammengeschrieben. Es verlangt selbst keinen Genitiv oder Dativ. Die Präposition wegen in wegen des Umzugs ist eine andere Konstruktion. Beide können denselben Grund ausdrücken, aber nicht mit identischem Satzbau: Wir ziehen um; deswegen ist das Büro geschlossen.

Am Hauptsatzanfang folgt das finite Verb unmittelbar nach der ersten Satzposition: Deswegen bleibt das Büro geschlossen. Auch Das Büro bleibt deswegen geschlossen ist möglich. Deswegen leitet keinen Nebensatz wie weil ein. Ein Komma nach dem Wort allein ist daher nicht nötig; ein nachfolgender eingeschobener Nebensatz kann natürlich eigene Kommas erfordern.

Den Bezug im Gespräch klären

Nach einer langen Erklärung mit mehreren möglichen Gründen kann deswegen zu ungenau sein. „Wegen der fehlenden Unterlagen verschieben wir den Termin“ benennt die entscheidende Ursache deutlicher. In einer Gesprächsanalyse lohnt sich außerdem die Frage, wer die Verbindung herstellt: Gibt eine Figur ihren eigenen Beweggrund an, oder vermutet eine andere Person diesen nur? Die Wortwahl allein bestätigt keine verborgene Absicht.