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deshalb

Form & Grammatik

Adverb
Stichwort
deshalb
Worttrennung
des·halb
Gebrauch
unveränderlich; keine Deklination in der hier erklärten adverbialen Verwendung

Unveränderliches Konjunktionaladverb: Deshalb bleibt sie. Es hat nicht den Satzbau des Nebensatzeinleiters weil.

Formen und Verwendung im Detail

Deshalb bedeutet „aus diesem Grund“. Das Adverb verbindet einen Grund mit einer Handlung, Folge oder Schlussfolgerung. Es zeigt, weshalb etwas geschieht oder behauptet wird; die Begründung selbst muss aus dem Zusammenhang hervorgehen.

Ein Grund und seine Folge

„Die Tür ist verschlossen. Deshalb warten wir draußen.“ Der erste Satz liefert den Grund, der zweite beschreibt die daraus folgende Handlung. Deshalb behauptet diese Verbindung ausdrücklich. Steht an derselben Stelle lediglich dann, erfährt man zunächst nur etwas über die zeitliche Reihenfolge.

Der Grund kann bereits genannt sein oder nachfolgen: „Ich komme deshalb früher, weil ich die Technik prüfen möchte.“ Hier weist deshalb auf die anschließende Erklärung voraus. Die Formulierung „gerade deshalb“ hebt hervor, dass ein bestimmter Umstand besonders für die Entscheidung spricht, auch wenn andere daraus eine andere Folgerung ziehen könnten.

Passende Alternativen und ihre Grenzen

AlternativePassender GebrauchUnterschied
deswegenEin genannter Grund erklärt eine Folge.Ist in vielen Sätzen ohne Bedeutungsänderung einsetzbar.
aus diesem GrundDer Begründungsbezug soll ausdrücklich werden.Ist länger und kann beim Vorlesen den Zusammenhang betonen.
daherEine Folge wird aus dem Vorherigen hergeleitet.Hat daneben einen Herkunftsgebrauch, der mit deshalb nichts zu tun hat.
folglichEine Schlussfolgerung wird formuliert.Betont das Folgern stärker als einen persönlichen Handlungsgrund.

Zwei eigene Satzpaare

Ausgangssatz: „Das Kabel ist zu kurz; deshalb stellen wir den Tisch näher an die Steckdose.“ Alternative: „Das Kabel ist zu kurz; deswegen stellen wir den Tisch näher an die Steckdose.“ Die Begründung bleibt dieselbe. Der Satz behauptet eine zweckmäßige Reaktion auf die Kabellänge, jedoch nicht, dass dies die einzig denkbare Lösung wäre.

Ausgangssatz: „Die Bibliothek hat sonntags geschlossen; deshalb können wir morgen dort nicht lernen.“ Alternative: „Die Bibliothek hat sonntags geschlossen; folglich können wir morgen dort nicht lernen.“ Folglich stellt die Herleitung besonders heraus. Beide Fassungen setzen allerdings voraus, dass morgen Sonntag ist. Das verbindende Wort ersetzt diese notwendige Information nicht. In einer sorgfältigen Argumentation muss die Voraussetzung klar sein.

Deshalb ist keine Nebensatzeinleitung

Deshalb wird nicht gebeugt. Am Anfang eines Hauptsatzes besetzt es die erste Stelle; das finite Verb folgt: Deshalb bleibt sie. „Deshalb sie bleibt“ ist in diesem Satzbau falsch. Das Adverb kann auch weiter hinten stehen: Sie bleibt deshalb länger. Die Wortstellung unterscheidet sich von weil, das einen Nebensatz mit dem finiten Verb am Ende einleitet.

Ein Umbau zeigt den Unterschied: Es regnet; deshalb bleiben wir hier. Daraus wird Weil es regnet, bleiben wir hier. Der weil-Satz nennt den Grund, der deshalb-Satz die Folge. Zwischen Nebensatz und Hauptsatz steht ein Komma. In der ersten Fassung lassen sich die beiden Hauptsätze auch durch einen Punkt trennen.

Begründung prüfen statt nur markieren

In einem Aufsatz macht deshalb die gedankliche Verbindung sichtbar. Es beweist sie aber nicht. „Die Figur trägt einen Mantel, deshalb ist sie reich“ enthält einen unzureichend begründeten Schluss, solange der Text keinen passenden Zusammenhang herstellt. Besser ist eine Aussage, die sich auf konkrete Textmerkmale stützt und mögliche andere Erklärungen berücksichtigt. Das Wort sollte eine vorhandene Begründung deutlich machen, keine fehlende ersetzen.