freilich
Form & Grammatik
- Stichwort
- freilich
- Worttrennung
- frei·lich
- Gebrauch
- unveränderlich; keine Deklination in der hier erklärten adverbialen Verwendung
Unveränderliches Adverb. Die einschränkende Bedeutung und die besonders süddeutsche bejahende Verwendung sind zu unterscheiden.
Freilich kann eine Aussage einschränken und dann ungefähr allerdings oder jedoch bedeuten. Besonders im süddeutschen Sprachgebrauch kann es auch eine selbstverständliche Zustimmung ausdrücken.
Zustimmung oder Einschränkung?
„Freilich helfe ich dir“ kann eine klare Zusage sein: Natürlich wird geholfen. In „Der Weg ist schön, freilich recht lang“ folgt dagegen eine Einschränkung. Die beiden Verwendungen zeigen, warum ein Wort nicht allein anhand eines einzigen Synonyms erklärt werden sollte.
Bei der einschränkenden Bedeutung bleibt die erste Aussage meistens bestehen. Dass ein Weg lang ist, macht seine Schönheit nicht unwahr. Freilich ergänzt einen Gesichtspunkt, der bei der Bewertung ebenfalls berücksichtigt werden muss. Die genaue Gewichtung entsteht erst durch den weiteren Text.
Die Funktion im Satz prüfen
| Alternative | Passender Gebrauch | Unterschied |
|---|---|---|
| allerdings | einen Vorbehalt ergänzen | Ist in dieser Funktion häufig ein naher Ersatz. |
| jedoch | einen Gegensatz hervorheben | Kann den Kontrast stärker in den Vordergrund stellen. |
| natürlich | eine Zustimmung als selbstverständlich geben | Passt zur bestätigenden Bedeutung, nicht zu jedem Vorbehalt. |
„Das Buch ist spannend, freilich nicht ganz leicht zu lesen.“
„Das Buch ist spannend, allerdings nicht ganz leicht zu lesen.“
Beide Sätze verbinden Lob und Einschränkung. Die Leseschwierigkeit hebt die Spannung nicht auf. „Das Buch ist natürlich nicht leicht“ hätte eine andere Gesprächswirkung.
„Kommst du mit? – Freilich!“
„Kommst du mit? – Natürlich!“
Hier antwortet die Person zustimmend. Ein alleinstehendes „Jedoch!“ könnte diese Antwort nicht übernehmen. Für das Verständnis sind Frage und Gesprächszusammenhang entscheidend.
Unverändert, aber beweglich
Das Adverb wird nicht gebeugt. Es kann am Anfang oder innerhalb eines Satzes stehen: „Freilich kostet das Zeit“ und „Das kostet freilich Zeit“. Die Stellung beeinflusst die Betonung. Freilich leitet nicht wie weil einen Nebensatz mit Verbendstellung ein.
Beim Umformulieren den Sinn erhalten
Markiere zuerst, ob Zustimmung oder Einschränkung vorliegt. Erst dann lässt sich ein passender Ersatz auswählen. Das ist besonders bei Inhaltsangaben wichtig, in denen ein kleines Verbindungswort die Argumentation verändern kann. Der bloße Austausch eines einzelnen Wortes reicht also nicht: Auch der Satz davor und die beabsichtigte Antwort müssen berücksichtigt werden.
