jedennoch
Form & Grammatik
- Stichwort
- jedennoch
- Worttrennung
- je·den·noch
Gebrauch: Regional, sonst veraltet; unveränderliches Verbindungswort mit entgegenstellender Bedeutung.
Definition · kurz erklärt
Jedennoch ist ein regionaler, außerhalb dieses Gebrauchs veralteter Ausdruck für jedoch oder doch. Er verbindet eine Aussage mit einer entgegenstehenden Aussage oder Einschränkung.
Bedeutungen
Das Wort gehört zu den seltenen Verbindungswörtern, die besonders beim Lesen älterer oder regional geprägter Texte auffallen. Es markiert einen Gegensatz: Eine erste Aussage weckt eine Erwartung, die zweite schränkt sie ein oder widerspricht ihr. Für heutige allgemein verständliche Texte ist jedoch gewöhnlich die vertrautere Wahl.
Jedennoch ist nicht bloß eine versehentliche Zusammenschreibung von jeden und noch. In der hier behandelten Verwendung ist es ein eigenes, wenn auch seltenes Wort. Das Pronomen jeden in „jeden Tag“ und das Adverb noch in „noch heute“ erfüllen andere Aufgaben.
Bei der Arbeit mit einem historischen Text sollte die seltene Form nicht ohne Kennzeichnung aus einem Zitat entfernt werden. In einer Erklärung lässt sie sich dagegen mit einem heutigen Ausdruck wiedergeben. So bleibt die ursprüngliche Wortwahl sichtbar, während die Aussage verständlich wird.
jedennoch: Synonyme und andere Wörter
Einen Gegensatz anschließen
jedoch · doch · aber
Jedoch und doch sind nahe heutige Entsprechungen. Aber ist oft die einfachste Lösung für einen neu formulierten Satz. Die Position des Verbindungswortes und die anschließende Wortstellung müssen beim Umformulieren gemeinsam geprüft werden.
„Der Plan war schwierig, jedennoch blieb Hoffnung.“ lässt sich heute ausdrücken als „Der Plan war schwierig, aber es blieb Hoffnung.“
Eine Einschränkung hervorheben
allerdings · dennoch
Allerdings kann eine Einschränkung oder einen Vorbehalt betonen. Dennoch eignet sich, wenn die zweite Aussage trotz des zuvor genannten Umstands gilt. Die genaue Beziehung zwischen beiden Aussagen entscheidet über den passenden Ersatz.
„Die Aufgabe war schwer; dennoch gelang sie.“ stellt das Gelingen trotz der Schwierigkeit heraus. Ein schlichtes aber würde den Gegensatz allgemeiner ausdrücken.
Verwendung und Beispiele
„Im alten Brief stand, die Reise sei beschwerlich gewesen, jedennoch habe sich die Mühe gelohnt.“
Die seltene Form gehört hier zur Sprache eines wiedergegebenen älteren Textes. In der Erläuterung kann stehen: Die Reise war anstrengend, hatte sich aber gelohnt. Das ist eine inhaltliche Umschreibung, kein unverändertes Zitat.
„Die Herausgeberin erklärte jedennoch am Rand mit dem heute vertrauteren jedoch.“
Der Satz beschreibt den Umgang mit einem erklärungsbedürftigen Wort. Die Bedeutung wird zugänglich gemacht, ohne die historische Form als bloßen Schreibfehler abzutun.
Grammatik
Jedennoch wird nicht dekliniert oder konjugiert. Es gibt deshalb keine Beugungstabelle. Die Worttrennung lautet je·den·noch. Als Verbindungswort ist es von flektierten Formen wie jeden zu unterscheiden. Für eine moderne Fassung sollte der ganze Satz neu gelesen werden, statt nur einzelne Zeichen auszutauschen.
Alte Wortwahl verständlich erklären
Bei einer sprachlichen Analyse ist die Kennzeichnung „regional oder veraltet“ oft wichtiger als eine lange Liste ähnlicher Wörter. Beschreibe anschließend, welchen Gegensatz das Wort im konkreten Text herstellt. Weitere gebräuchliche Verbindungen findest du in der Liste der Konjunktionen.
