Meine Wörter

leider

Form & Grammatik

Adverb
Stichwort
leider
Worttrennung
lei·der
Form
Unveränderliches, bewertendes Satzadverb

Gebrauch: Drückt Bedauern aus; keine Deklination, Konjugation oder Steigerung in diesem Gebrauch.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Leider drückt aus, dass ein Sachverhalt bedauert oder als unerfreulich bewertet wird. Das Wort ergänzt eine Aussage um die Haltung der sprechenden Person.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Bedauern über eine Aussage ausdrücken

In „Der Zug fällt leider aus“ ist der Ausfall die Sachinformation. Leider zeigt zusätzlich, dass dieser Ausfall als unerwünscht dargestellt wird. Andere Beteiligte könnten dieselbe Situation anders bewerten; das Wort macht die Perspektive der Aussage sichtbar.

Leider kann eine Absage abmildern oder Enttäuschung ausdrücken. Es ist dabei nicht dasselbe wie eine Entschuldigung: Wer etwas bedauert, übernimmt damit noch keine Verantwortung dafür.

Auch eine bejahende Antwort kann bedauernd sein. Auf eine Frage nach einer unangenehmen Nachricht ist „Leider ja“ möglich. Leider ist deshalb kein Wort für Verneinung; es bewertet den Inhalt der Antwort.

„Leider fällt unser Ausflug aus.“

Der Ausfall ist die Sachinformation. Leider kennzeichnet ihn zusätzlich als unerwünscht.

Synonyme: andere Wörter für leider

Bedauerlicherweise erklärt die Bewertung; Entschuldigungen erfüllen eine andere sprachliche Aufgabe.

Bedauern ausdrücklich benennen

bedauerlicherweise · zu meinem Bedauern

Bedauerlicherweise ist länger und wirkt häufig förmlicher. Zu meinem Bedauern nennt die persönliche Perspektive ausdrücklich. Die einfache Form leider passt auch in kurze Alltagsnachrichten.

„Ich kann leider nicht teilnehmen.“ → „Zu meinem Bedauern kann ich nicht teilnehmen.“ Die zweite Fassung klingt förmlicher, ändert aber nicht die Absage.

Stärkere Bewertungen unterscheiden

unglücklicherweise · traurigerweise · unerfreulicherweise

Unglücklicherweise hebt einen ungünstigen Verlauf hervor. Traurigerweise nennt Traurigkeit stärker; es kann bei einer kleinen Terminverschiebung übertrieben wirken. Nicht jeder mit leider bewertete Vorgang ist tragisch.

„Die Lieferung kommt leider einen Tag später“ braucht nicht „traurigerweise“. Die stärkere Formulierung würde die Bewertung verändern.

Beispiele und Verwendung

Eine Absage verständlich formulieren

„Leider ist die Bibliothek heute geschlossen; morgen können wir die Bücher abholen.“

Die Nachricht verbindet Bedauern mit einer hilfreichen Information. Das Wort erklärt nicht die Ursache der Schließung.

Eine bejahende Antwort bedauernd geben

„Ist die letzte Verbindung schon abgefahren?“ – „Leider ja.“

Die Antwort bestätigt den Sachverhalt und bewertet ihn zugleich negativ. Bejahung und Bedauern widersprechen einander nicht.

Grammatik und Beugung

Leider bleibt als Adverb unverändert. Es kann etwa am Satzanfang oder im Mittelfeld stehen: „Leider fehlt die letzte Seite“ und „Die letzte Seite fehlt leider“. Das gleich geschriebene leider kann in anderen, heute wenig geläufigen Zusammenhängen auch zu Formen des Adjektivs leid gehören. Solche Formen sind vom hier erklärten Adverb zu trennen.

Leider in einer Nachricht

Eine höfliche Absage wird nützlicher, wenn auf das Bedauern eine klare Aussage folgt: „Leider ist der Termin belegt. Ich kann dir Donnerstag anbieten.“ Mehrfache Wiederholung macht eine Nachricht nicht automatisch freundlicher. Einmaliges leider, ein verständlicher Grund und gegebenenfalls eine Alternative reichen oft aus.