logischerweise
Form & Grammatik
- Stichwort
- logischerweise
- Worttrennung
- lo·gi·scher·wei·se
Gebrauch: Unveränderliches Adverb; keine Deklination und keine Steigerung.
Definition · kurz erklärt
Logischerweise bedeutet, dass etwas aus den genannten Voraussetzungen folgerichtig hervorgeht. Mit dem Wort stellt jemand eine Aussage als naheliegende oder notwendige Schlussfolgerung dar. Ob der Schluss tatsächlich stimmt, muss die Begründung zeigen.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Eine Aussage als folgerichtig darstellen
Das Adverb verbindet eine Aussage mit Gründen, die vorher genannt wurden oder als bekannt vorausgesetzt werden. In Alle Plätze sind belegt; logischerweise ist keiner mehr frei folgt die zweite Aussage unmittelbar aus der ersten.
Im Alltag wird das Wort auch bei bloß naheliegenden Erwartungen verwendet. Sie hat viel geübt und wird logischerweise gewinnen klingt sehr sicher, obwohl auch andere Faktoren über den Ausgang entscheiden können. Dann ist wahrscheinlich häufig die genauere Wahl. Eine plausible Vermutung ist noch keine zwingende Folgerung.
Für eine Erörterung ist die Frage hilfreich: Welche Voraussetzung trägt meinen Schluss? Fehlt sie, kann logischerweise eine Lücke nur verdecken. Schreibe die Begründung besser aus, statt vom Leser zu erwarten, dass er eine Behauptung selbstverständlich findet.
„Wenn die Tür abgeschlossen ist und wir keinen Schlüssel haben, können wir sie logischerweise nicht mit einem Schlüssel öffnen.“
Die ausdrücklich genannte Voraussetzung trägt den engen Schluss. Über andere Möglichkeiten, die Tür zu öffnen, wird nichts gesagt.
logischerweise: Synonyme und andere Wörter
Bei einer Schlussfolgerung
folglich · demnach · also
Diese Wörter verknüpfen Gründe und Folgerung. Logischerweise hebt besonders hervor, dass der Schluss als folgerichtig dargestellt wird. Also kann je nach Satz auch eine Gesprächspartikel sein und erfüllt dann eine andere Aufgabe.
„Alle verfügbaren Plätze sind belegt; logischerweise bleibt kein Platz frei.“ → „Alle verfügbaren Plätze sind belegt; folglich bleibt kein Platz frei.“ Die Folgerungsbeziehung bleibt erhalten.
Bei einer Erklärung
daher · deshalb · aus diesem Grund
Diese Ausdrücke nennen einen Zusammenhang mit einem Grund. Sie behaupten weniger ausdrücklich, dass nur dieser Schluss denkbar wäre. Natürlich oder selbstverständlich können zusätzlich eine Haltung der sprechenden Person vermitteln.
„Der Eingang ist versperrt, logischerweise benutzen wir den Hintereingang.“ → „Der Eingang ist versperrt, deshalb benutzen wir den Hintereingang.“ Die zweite Fassung erklärt die Entscheidung, ohne andere denkbare Wege auszuschließen.
Beispiele und Verwendung
„Der letzte Bus ist schon abgefahren. Logischerweise können wir ihn hier nicht mehr erreichen.“
Die Folgerung bezieht sich auf den bereits abgefahrenen Bus an dieser Haltestelle. Über andere Verkehrsmittel oder spätere Verbindungen sagt der Satz nichts.
„Er kennt den Roman, also findet er logischerweise jede Anspielung.“
Die Behauptung geht zu weit: Die Kenntnis eines Romans garantiert nicht, jede Anspielung zu bemerken. Genauer wäre: „Weil er den Roman kennt, könnte er viele Anspielungen erkennen.“ Das Beispiel zeigt, warum man die behauptete Folgerung prüfen sollte.
Grammatik und Beugung
Logischerweise ist ein unveränderliches Adverb. Es erhält keine Endungen für Fall, Zahl oder Geschlecht und wird nicht gesteigert. Die Worttrennung lautet lo·gi·scher·wei·se.
Am Anfang eines gewöhnlichen Aussagesatzes besetzt es eine Satzposition: „Logischerweise fehlt jetzt ein Teil.“ Zwischen dem Adverb und dem Verb steht dabei kein Komma. Innerhalb des Satzes ist ebenfalls möglich: „Ein Teil fehlt logischerweise.“
Die Verbindung in logischer Weise hat eine andere grammatische Struktur: logischer ist dort eine Form des Adjektivs logisch. Sie wird nicht in die Beugung des zusammengeschriebenen Adverbs übertragen.
Eine Folgerung verständlich machen
Prüfe zuerst die Voraussetzung, dann die Verbindung zum Ergebnis. „Der Raum ist abgeschlossen; deshalb warten wir draußen“ erklärt eine Entscheidung. „Der Raum ist abgeschlossen; logischerweise ist niemand darin“ wäre ohne weitere Information kein sicherer Schluss. Eine schlüssige Begründung braucht mehr als ein überzeugend klingendes Verbindungswort.
