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nichts

Form & Grammatik

Pronomen
Stichwort
nichts
Worttrennung
nichts
Form
Indefinitpronomen

nichts Neues: Das folgende substantivierte Adjektiv wird großgeschrieben. Das Nomen das Nichts ist gesondert zu unterscheiden.

Gebrauch: Unveränderlich; keine gewöhnliche Deklinationsreihe.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Nichts verneint, dass im gemeinten Zusammenhang eine Sache oder ein Inhalt vorhanden ist. Das unveränderliche Indefinitpronomen steht beispielsweise in Ich habe nichts gefunden. Was genau ausgeschlossen wird, ergibt sich aus der Aussage und dem Zusammenhang.

Bedeutungen

1 Keine Sache oder nicht das Geringste

Nichts verneint das Vorhandensein einer Sache, eines Ergebnisses oder eines Inhalts im jeweiligen Bezugsrahmen. Es muss dabei nicht um das Fehlen sämtlicher Dinge überhaupt gehen.

„In der Schublade lag nichts, was uns bei der Suche half.“

Die Einschränkung was uns bei der Suche half ist wichtig: Die Schublade kann andere Gegenstände enthalten haben, ohne etwas Brauchbares für diese Suche zu bieten.

2 Kein Exemplar des näher bestimmten Inhalts

Zusammen mit einer Ergänzung wie Neues, Genaueres oder dergleichen bezieht sich die Verneinung auf einen bestimmten Inhalt. Die Ergänzung bestimmt, welche Art von Sache ausgeschlossen wird.

„Der zweite Bericht enthält nichts Neues.“

Der Bericht muss nicht leer sein. Ausgeschlossen werden neue Informationen; bereits Bekanntes kann durchaus enthalten sein.

nichts: Synonyme und andere Wörter

Nichts oder kein?

Nichts kann selbstständig eine Sache vertreten. Kein begleitet häufig ein Nomen: kein Geld, keine Nachricht. Die Wörter lassen sich deshalb nicht immer an derselben Stelle austauschen.

„Sie hat nichts geschrieben.“ – „Sie hat keinen Brief geschrieben.“

Der erste Satz verneint das Schreiben eines Inhalts im gemeinten Zusammenhang. Der zweite schließt zunächst einen Brief aus; eine kurze Notiz könnte trotzdem entstanden sein.

Nichts oder nicht?

Nicht kann verschiedene Satzteile verneinen, während nichts selbst eine unbestimmte Sache bezeichnet und verneint. Eine Umformulierung muss den Bezug erhalten.

„Ich habe nichts verstanden.“ – „Ich habe die letzte Erklärung nicht verstanden.“

Die zweite Aussage ist auf die letzte Erklärung eingegrenzt. Der erste Satz kann im Zusammenhang eine weitergehende Verneinung ausdrücken. Die Wörter allein sind keine austauschbaren Verstärkungen.

Beispiele und Verwendung

„Auf die erste Frage antwortete er nichts.“

Die Verneinung betrifft hier eine Äußerung als Antwort. Daraus folgt noch nicht, dass die Person zu allen anderen Fragen ebenfalls schweigt.

„Sie fand nichts Passendes, aber mehrere interessante Entwürfe.“

Passendes steht als substantiviertes Adjektiv groß. Die Entwürfe können interessant sein, ohne den gesuchten Anforderungen zu entsprechen.

In einer Analyse hilft eine genaue Eingrenzung: Der Erzähler verrät nichts über den Ausgang ist aussagekräftiger als Der Erzähler verrät nichts, wenn andere Informationen durchaus vorhanden sind. Eine absolute Verneinung sollte nicht größer sein als das, was der Text belegt.

Grammatik und Beugung

Nichts wird als Pronomen kleingeschrieben, sofern es nicht am Satzanfang steht. Es erhält keine gewöhnlichen Kasus- oder Numerusendungen. In mit nichts oder für nichts bleibt es gleich.

Ein folgendes substantiviertes Adjektiv steht groß: nichts Neues, nichts Wichtiges, nichts Genaueres. Die Endung gehört dabei zum Adjektiv, nicht zum Pronomen.

Das großgeschriebene Nomen das Nichts ist davon zu unterscheiden, etwa in philosophischen Aussagen oder im Ausdruck aus dem Nichts. Auch die umgangssprachliche Form nix gehört nicht als Kasusform in eine Tabelle des Pronomens.

Für nichts und wieder nichts

Die Wendung bezeichnet ein Tun ohne den erhofften Erfolg oder ohne nennenswerten Gegenwert. Sie verstärkt eine enttäuschte Bewertung.

„Für nichts und wieder nichts hatten wir den ganzen Nachmittag gewartet.“

Der Nachmittag fand statt; die Wendung bestreitet seinen erwarteten Nutzen. Sie ist keine wörtliche Mengenangabe.

Von nichts kommt nichts

Das Sprichwort betont, dass ein Ergebnis Voraussetzungen oder eigenen Einsatz braucht. Es wird häufig als Aufforderung benutzt, selbst tätig zu werden.

„Wenn wir die Ausstellung zeigen wollen, müssen wir auch aufbauen: Von nichts kommt nichts.“

Der Satz ermuntert zu einem konkreten Arbeitsschritt. Als Sprichwort beweist er weder, dass jede Anstrengung gelingt, noch dass jedes Scheitern selbst verschuldet ist.