kein
Form & Grammatik
- Stichwort
- kein
- Worttrennung
- kein
Gebrauch: Indefinitpronomen; vor Nomen verneinendes Artikelwort. Attributive und selbstständige Formen getrennt. Keine ist eine Form dieser Familie; keines auch keins.
Definition · kurz erklärt
Kein verneint, dass eine Person, Sache oder Menge im gemeinten Zusammenhang vorhanden oder zutreffend ist. Vor einem Nomen steht es als verneinendes Artikelwort: kein Heft, keine Zeit. Selbstständig verwendet lauten Formen etwa keiner, keine oder keines. Keine gehört zu dieser Formenfamilie.
Bedeutungen
Vor einem Nomen
Kein kann einen unbestimmten Artikel oder einen fehlenden Artikel verneinen: „Das ist ein Heft“ wird zu „Das ist kein Heft“; „Ich habe Zeit“ zu „Ich habe keine Zeit“. Was genau verneint wird, ergibt sich aus dem ganzen Satz.
Bei Mengen kann kein auch knappes Unterschreiten ausdrücken: „Das dauert keine fünf Minuten.“ Gemeint ist dann eine kurze Dauer, nicht zwingend eine Dauer von null Minuten.
Ohne genanntes Nomen
„Von den angebotenen Heften passt keines“ enthält keinen wiederholten Nominalausdruck. Das Pronomen übernimmt den Bezug. Bei einer Gruppe weiblicher Personen kann keine selbstständig stehen: „Keine der Teilnehmerinnen hatte die Nachricht gesehen.“ Die Trennung dieser Form lautet kei·ne.
Die Einordnung hängt von der grammatischen Beschreibung ab: Wörterbücher fassen kein oft unter den Pronomen zusammen; beim Gebrauch vor einem Nomen spricht man genauer von einem Negations- oder Artikelwort. Seine Aufgabe als Begleiter beziehungsweise Stellvertreter sollte sichtbar bleiben.
kein: Synonyme und andere Wörter
Eine Menge verneinen
nicht ein · nicht ein einziger · keinerlei
Diese Umschreibungen passen je nach Satz. Nicht ein einziger bezieht sich auf zählbare Einzelne; bei einem Stoff wie Wasser passt es nicht. Keinerlei betont, dass überhaupt nichts von der betreffenden Art vorhanden ist. Nicht ein kann durch Betonung besonders ausschließend wirken.
„Sie hat keine Erfahrung mit dem Programm.“ → „Sie hat keinerlei Erfahrung mit dem Programm.“ Die zweite Fassung verstärkt die vollständige Verneinung.
Selbstständig auf Personen oder Sachen verweisen
niemand · nichts · nicht einer
Niemand passt zu Personen, nichts zu Sachen oder Inhalten. Keine kann sich auf eine bestimmte weibliche Gruppe beziehen. Der Bezug darf beim Ersetzen nicht verloren gehen.
„Keine der Spielerinnen fehlt“ verneint das Fehlen innerhalb dieser Gruppe. „Niemand fehlt“ lässt die genaue Bezugsgruppe offener.
Verwendung und Beispiele
„Ich brauche keinen neuen Stift; der alte schreibt noch.“
Keinen begleitet den maskulinen Akkusativ Stift. Verneint wird der Bedarf an einem neuen Stift, nicht das Schreiben an sich.
„Von den drei vorgeschlagenen Lösungen überzeugt mich keine.“
Keine steht selbstständig und bezieht sich auf Lösungen. Die Form ist kein eigenständiges Nomen.
Grammatik
Kein wird nach Fall, Genus und Zahl gebeugt. Kein selbst ist einsilbig. Als Begleiter stehen beispielsweise kein Mann, keine Frau, kein Kind und keine Bücher. Die erste Tabelle zeigt diese attributive Reihe vollständig.
Beim selbstständigen Gebrauch unterscheiden sich vor allem Nominativ Maskulinum und Nominativ/Akkusativ Neutrum: keiner und keines. Für keines ist auch die kürzere Form keins gebräuchlich. Die zweite Tabelle zeigt die ausgeschriebene Reihe; die Variante wird direkt erläutert.
Kein oder nicht? „Das ist kein roter Stift“ kann die Zugehörigkeit zur ganzen Gruppe verneinen. „Der Stift ist nicht rot“ verneint gezielt die Farbe. In einem passenden Gegensatz ist auch „nicht ein roter, sondern ein blauer Stift“ möglich. Deshalb ist die Regel „vor Nomen immer kein“ zu grob.
Die Form keinster wird umgangssprachlich mitunter zur Verstärkung gebraucht. In einem neutralen standardsprachlichen Text heißt es dagegen in keiner Weise.
| Fall | Maskulinum | Femininum | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | kein | keine | kein | keine |
| Genitiv | keines | keiner | keines | keiner |
| Dativ | keinem | keiner | keinem | keinen |
| Akkusativ | keinen | keine | kein | keine |
| Fall | Maskulinum | Femininum | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | keiner | keine | keines | keine |
| Genitiv | keines | keiner | keines | keiner |
| Dativ | keinem | keiner | keinem | keinen |
| Akkusativ | keinen | keine | keines | keine |
Was bedeutet kein schlechter Gedanke?
„Das ist kein schlechter Gedanke“ verneint zunächst eine negative Bewertung. Im passenden Ton kann der Satz vorsichtiges Lob sein. Er sagt aber nicht automatisch, dass der Gedanke ausgezeichnet oder der beste von allen ist.
Diese Abschwächung durch Verneinung des Gegenteils kann als Litotes wirken. Für die Wirkung zählen Zusammenhang und Tonfall mit.
