sonst
Form & Grammatik
- Stichwort
- sonst
- Worttrennung
- sonst
Unveränderlich. Mit folgendem Wort getrennt: sonst noch, sonst jemand, sonst wo.
Gebrauch: In der hier erläuterten adverbialen Verwendung unveränderlich; keine Personen- oder Kasustabelle.
Definition · kurz erklärt
Sonst kann gewöhnlich, außerdem oder andernfalls bedeuten. In älteren Textzusammenhängen kann es auch früher einmal heißen. Der Bezug im Satz entscheidet, welche dieser Verwendungen gemeint ist.
Bedeutungen
Bei anderen Gelegenheiten oder früher
Sonst kann den üblichen Verlauf mit der aktuellen Ausnahme vergleichen. In einer Rückschau kann es außerdem eine frühere Situation bezeichnen. Ob gewöhnlich oder früher gemeint ist, zeigen Zeitangaben und Zusammenhang.
Heute kommt sie später; sonst ist sie meist vor allen anderen da.
Der Satz stellt den heutigen Ablauf dem gewohnten gegenüber. Er behauptet nicht, dass es nie eine andere Ausnahme gab.
Über das bereits Genannte hinaus
Bei einer Ergänzung fragt oder sagt sonst, was zusätzlich zum Genannten in Betracht kommt. Mit niemand oder nichts kann es alle weiteren Personen beziehungsweise Dinge ausschließen.
Außer den beiden Zeichnungen lag sonst nichts auf dem Tisch.
Die Aussage schließt weitere Gegenstände auf dem Tisch aus. Sie betrifft nicht den Inhalt des gesamten Raums.
Eine Folge für den anderen Fall nennen
Sonst kann eine Alternative mit ihrer Folge verbinden. Gemeint ist ungefähr wenn das nicht geschieht. Welche Bedingung vorausgesetzt wird, ergibt sich aus dem vorherigen Satzteil.
Wir müssen jetzt beginnen, sonst reicht die Zeit für den Schluss nicht.
Die Folge wird auf ein späteres Beginnen bezogen. Die Formulierung erklärt einen zeitlichen Zusammenhang.
Synonyme: andere Wörter für sonst
Beim üblichen oder zusätzlichen Fall
gewöhnlich · üblicherweise · außerdem
Gewöhnlich passt zum Vergleich mit einer Ausnahme, außerdem zu einer Ergänzung. Ein einziges dieser Wörter ersetzt nicht jede Verwendung von sonst.
„Sonst kommt sie früh“ kann „Gewöhnlich kommt sie früh“ bedeuten; „Was brauchst du sonst noch?“ fragt dagegen nach Zusätzlichem.
Bei einer Bedingung
andernfalls · anderenfalls · wenn nicht
Andernfalls macht die bedingte Alternative deutlich. Außerdem würde stattdessen eine zusätzliche Information ankündigen und die Beziehung verändern.
„Beeile dich, sonst verpasst du den Anfang“ → „Beeile dich; andernfalls verpasst du den Anfang“.
Beispiele und Verwendung
Die frühere Zeit erkennen
Im alten Ortsbericht heißt es: Sonst stand hier eine Scheune; heute liegt dort ein Platz.
Der Gegensatz zu heute stützt die Bedeutung früher einmal. Eine Aussage über das übliche Verhalten einer Person ist nicht gemeint.
Eine Frage eindeutig stellen
Die Helferin fragt nach dem Papier: Brauchst du sonst noch etwas?
Sonst noch bezieht sich auf den bereits genannten Gegenstand. Tonfall und Gesprächssituation entscheiden, ob die Frage freundlich oder ungeduldig wirkt.
Grammatik und Beugung
Sonst ist ein unveränderliches Adverb. Es kann in der Bedeutung andernfalls auch Sätze miteinander verbinden. Steht es vorn, folgt im Aussagesatz das finite Verb: sonst fehlt die Zeit. Ein satzverknüpfendes Wort ist damit nicht automatisch eine unterordnende Konjunktion; die Übersicht zu Konjunktionen und Satzverbindungen unterscheidet solche Funktionen.
Sonst hat keine innere Worttrennstelle. Vom folgenden Wort wird es getrennt geschrieben: sonst noch, sonst jemand, sonst wo. Das Adjektiv sonstig ist ein anderes Wort und kann vor einem Nomen gebeugt werden.
Feste Verbindungen
Sonst noch was?
Die kurze Frage kann salopp eine als Zumutung empfundene Forderung zurückweisen.
Nach der dritten zusätzlichen Forderung fragt die Figur gereizt: »Sonst noch was?«
In diesem Ton ist die Frage keine freundliche Einladung zu weiteren Wünschen. Eine vollständigere Frage kann in einem anderen Ton durchaus freundlich gemeint sein.
