wenn
Form & Grammatik
- Stichwort
- wenn
- Worttrennung
- wenn
Im vollständigen wenn-Nebensatz steht das finite Verb gewöhnlich am Ende. Keine Deklinations- oder Konjugationsformen.
Gebrauch: Unterordnende Konjunktion; unveränderlich.
Definition · kurz erklärt
Wenn verbindet einen Nebensatz mit einer Bedingung oder einem Zeitbezug: Wenn du Zeit hast, komm vorbei. Es kann außerdem Wünsche einleiten und in Verbindungen wie auch wenn einen Gegengrund einräumen.
Bedeutungen
1 Eine Bedingung nennen
Wenn kann angeben, unter welcher Voraussetzung eine Aussage gilt oder eine Handlung stattfinden soll. Ob die Voraussetzung tatsächlich erfüllt ist, bleibt durch den Bedingungssatz zunächst offen.
„Wenn die Unterlagen vollständig sind, können wir mit dem Vergleich beginnen.“
Die Vollständigkeit ist die Voraussetzung. Der Satz bestätigt noch nicht, dass bereits alle Unterlagen vorliegen.
2 Einen Zeitpunkt oder wiederkehrenden Anlass nennen
Zeitlich kann wenn einen erwarteten Zeitpunkt oder einen wiederholt eintretenden Anlass bezeichnen. Die Wiederholung ergibt sich aus dem Zusammenhang oder einer Ergänzung wie jedes Mal.
„Wenn die Ferien beginnen, öffnet die Bibliothek am Vormittag.“
Gemeint ist ein zeitlicher Bezug. Ob sich die Aussage auf die kommenden oder auf regelmäßig wiederkehrende Ferien bezieht, muss der Zusammenhang klären.
3 Trotz eines Umstands etwas einräumen
In Verbindungen wie auch wenn kann wenn einen Umstand nennen, der gegen die Hauptaussage sprechen könnte. Die Hauptaussage bleibt dennoch bestehen.
„Auch wenn der Text kurz ist, enthält er mehrere Perspektivwechsel.“
Die Kürze steht der genannten Vielschichtigkeit nicht entgegen. Der Satz behauptet keinen allgemeinen Zusammenhang zwischen Textlänge und Qualität.
4 Einen Wunsch ausdrücken
Mit doch oder nur kann wenn einen Wunsch einleiten. Ein solcher selbstständiger Wunschsatz braucht keinen ausdrücklich folgenden Hauptsatz mit einer Folge.
„Wenn ich doch die ursprünglichen Notizen hätte!“
Die Formulierung drückt einen Wunsch aus. Sie ist keine gewöhnliche Bedingung mit einer anschließend ausdrücklich genannten Folge.
5 Einen irrealen Vergleich einleiten
In als wenn kann das Wort einen Vergleich einleiten, dessen Inhalt nicht als Tatsache behauptet werden muss. Der Satz beschreibt, welchem Eindruck eine Beobachtung entspricht.
„Er tat so, als wenn er den Raum noch nie betreten hätte.“
Beschrieben wird sein Auftreten. Daraus folgt nicht, dass er den Raum tatsächlich zum ersten Mal sieht.
wenn: Synonyme und andere Wörter
Falls, sobald oder obwohl?
Falls betont eine Voraussetzung, sobald den Zeitpunkt und obwohl einen Gegengrund. Diese Wörter können je nach Bedeutung passen, sind aber keine durchgehend gleichbedeutende Synonymreihe.
„Wenn der Bus kommt, gehen wir zum Ausgang.“ – „Sobald der Bus kommt, gehen wir zum Ausgang.“
Die zweite Fassung betont die unmittelbare zeitliche Folge stärker. Bei einer rein hypothetischen Bedingung wäre der Austausch nicht in jedem Fall passend.
Beispiele und Verwendung
„Wenn es morgen regnet, lesen wir im Gruppenraum.“
Der Regen wird als mögliche Bedingung genannt. Der Satz ist keine Wettervorhersage.
„Als wenn er den Schluss schon kannte, legte er das Buch beiseite.“
Der Vergleich beschreibt einen Eindruck. Ob die Person den Schluss tatsächlich kennt, wird dadurch nicht bewiesen.
Die Konjunktionen-Liste zeigt wenn neben anderen unterordnenden Verbindungen. Beim Schreiben hilft die Frage: Geht es um eine Voraussetzung, einen Zeitpunkt oder einen eingeräumten Gegengrund? Erst dann lässt sich eine passende Alternative wählen.
Grammatik und Beugung
Wenn ist unveränderlich. Es wird mit zwei n geschrieben und besitzt keine Beugungsreihe. Im vollständigen Nebensatz steht das finite Verb gewöhnlich am Ende: wenn die Gruppe kommt.
Zwischen einem vollständigen wenn-Nebensatz und dem Hauptsatz steht ein Komma. Steht der Nebensatz zuerst, folgt das finite Verb des anschließenden Hauptsatzes: Wenn die Gruppe kommt, beginnen wir.
Das Fragewort wann fragt nach einem Zeitpunkt, etwa Wann beginnt die Lesung? oder Ich frage, wann die Lesung beginnt. Wenn übernimmt dagegen die hier beschriebenen Verbindungsaufgaben. Diese Unterscheidung ist wichtiger als eine bloße Ähnlichkeit der Schreibung.
