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zugrunde liegen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
zugrunde liegen
Worttrennung
zu·grun·de lie·gen
Präsens
liegt zugrunde
Präteritum
lag zugrunde
Partizip II
zugrunde gelegen
Perfekt
hat zugrunde gelegen
Hilfsverb
haben
Gebrauch
Verbverbindung aus zugrunde und liegen.

Auch zu Grunde liegen. Die Grundlage ist das Subjekt: Der Rechnung liegen zwei Werte zugrunde. Das Perfekt lautet hat zugrunde gelegen. Adjektivische Partizipialschreibungen sind von der Verbgrundform zu unterscheiden.

Formen und Verwendung im Detail

Zugrunde liegen bedeutet, die Grundlage oder Ursache von etwas zu bilden. Bei adjektivischem Gebrauch sind zugrunde liegend, zu Grunde liegend und zugrundeliegend möglich.

Bedeutung und richtiger Gebrauch

„Der Rechnung liegt ein falscher Wert zugrunde“ sagt, welcher Ausgangspunkt die Rechnung bestimmt. Die Aussage beschreibt einen Zusammenhang; sie berichtet nicht unbedingt, wer die Grundlage bewusst ausgewählt hat.

Das Verb bleibt in der Grundform getrennt: zugrunde liegen oder zu Grunde liegen. Bei der adjektivischen Verbindung mit dem Partizip liegend gibt es zusätzlich die Zusammenschreibung. Deshalb darf die Regel für das Verb nicht unbesehen auf jede Partizipform übertragen werden.

Synonyme für zugrunde liegen: passend zum Zusammenhang

Zugrunde liegen nennt eine Grundlage, Voraussetzung oder Ursache. Welche Alternative passt, hängt davon ab, ob etwa Daten für eine Berechnung verwendet werden oder ein Vorgang einen anderen erklärt. Die Wendung besagt für sich allein nicht, dass die genannte Grundlage richtig oder ausreichend geprüft ist.

AlternativePassend beiUnterschied
die Grundlage bildenDaten, Annahmen oder AusgangspunktenIst eine klare, meist gut passende Umschreibung.
auf etwas beruhenBezug einer Aussage zu ihrer GrundlageVerlangt einen Umbau: Der bisherige Dativ wird meist zum Subjekt.
der Ausgangspunkt seinBeginn einer Überlegung oder EntwicklungBetont die anfängliche Grundlage, ohne eine vollständige Ursache zu behaupten.
verursachenTatsächlich ursächlichen ZusammenhängenIst enger und kann die Aussage stärker machen als die allgemeine Wendung.

Eigene Sprachbeispiele: Die Satzpaare zeigen, was sich beim Ersetzen verändert.

Erstes Satzpaar

Ausgangssatz: Der Auswertung liegt eine Befragung von Vereinsmitgliedern zugrunde.

Alternative: Die Auswertung beruht auf einer Befragung von Vereinsmitgliedern.

Die eigenen Fassungen nennen dieselbe Datengrundlage mit anderem Satzbau. Ob die befragte Gruppe groß genug oder passend ausgewählt war, ist nicht mitgesagt. Die Umformulierung darf eine bloß verwendete Grundlage nicht als gesicherten Beweis ausgeben.

Zweites Satzpaar

Ausgangssatz: Dem Bühnenentwurf liegt die Idee eines verschiebbaren Innenraums zugrunde.

Alternative: Die Idee eines verschiebbaren Innenraums bildet die Grundlage des Bühnenentwurfs.

Die Alternative erläutert den gedanklichen Ausgangspunkt. Verursacht den Bühnenentwurf würde diesen Zusammenhang unpassend verengen: Eine Gestaltungsgrundlage ist keine hinreichende Erklärung für sämtliche Entscheidungen bei der Herstellung.

Grenze des Austauschs: zugrunde legen benennt die aktive Verwendung einer Grundlage: Die Gruppe legt eine Annahme zugrunde. Zugrunde liegen beschreibt den bestehenden Bezug. Auch ein kausal erklärter Vorgang ist enger als jede Art von Grundlage; bloße Datenverwendung und tatsächliche Verursachung dürfen nicht zusammenfallen.

In der Verbverbindung bleiben zugrunde liegen oder zu Grunde liegen getrennt. Beim adjektivischen Partizip sind zugrunde liegend, zu Grunde liegend und zugrundeliegend zulässig. Im Satz steht die Grundlage als Subjekt: Der Rechnung liegen zwei Werte zugrunde. Deshalb richtet sich liegen hier nach zwei Werte.

Schreibweise und Grammatik

Die Formen im Vergleich
FormEinordnung
zugrunde liegen / zu Grunde liegenVerbverbindung, getrennt
zugrunde liegende Annahmezulässige Partizipialverbindung
zu Grunde liegende Annahmeebenfalls zulässig
zugrundeliegende Annahmezulässige adjektivische Zusammenschreibung
Konjugation von zugrunde liegenGeprüfte Formen
Konjugation von zugrunde liegen
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichliege zugrundelag zugrundeliege zugrundeläge zugrunde
duliegst zugrundelagst zugrundeliegest zugrundelägest zugrunde / lägst zugrunde
er / sie / esliegt zugrundelag zugrundeliege zugrundeläge zugrunde
wirliegen zugrundelagen zugrundeliegen zugrundelägen zugrunde
ihrliegt zugrundelagt zugrundelieget zugrundeläget zugrunde / lägt zugrunde
sieliegen zugrundelagen zugrundeliegen zugrundelägen zugrunde

Eigene Beispiele mit Erklärung

Die folgenden Beispiele sind eigens für diese Erklärung formuliert.

Dem Missverständnis liegt eine mehrdeutige Formulierung zugrunde.

Die Formulierung wird als Ausgangspunkt beziehungsweise Ursache genannt.

Wir prüfen zunächst die zugrunde liegenden Annahmen.

Die Partizipialverbindung beschreibt Annahmen. Die Endung richtet sich nach diesem Nomen.

Die zugrundeliegende Idee lässt sich in einem Satz erklären.

Auch die zusammengeschriebene adjektivische Form ist korrekt.

Beim Formulieren beachten

Die Grundlage bilden ist eine klare Alternative. Verursachen passt nur, wenn tatsächlich eine Ursache gemeint ist; nicht jede Grundlage ist im strengen Sinn eine Ursache.

Zugrunde legen benennt die aktive Auswahl: „Wir legen der Rechnung diese Werte zugrunde.“ Zugrunde liegen beschreibt den bestehenden Bezug: „Diese Werte liegen der Rechnung zugrunde.“

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