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zugrunde richten

Form & Grammatik

Wendung
Stichwort
zugrunde richten
Worttrennung
zu·grun·de rich·ten
Präsens
richtet zugrunde
Präteritum
richtete zugrunde
Partizip II
zugrunde gerichtet
Hilfsverb
haben
Form
feste verbale Verbindung; richten wird schwach gebeugt

Starke Aussage über eine schwere Folge; nicht bloß mit beeinträchtigen gleichsetzen.

Zugrunde richten bezeichnet das Herbeiführen; zugrunde gehen eine andere Konstruktion.

Reflexiver Gebrauch: auch sich (Akkusativ) zugrunde richten

Gebrauch: Variante: zu Grunde richten; mit zu: zugrunde zu richten / zu Grunde zu richten

Ergänzungen: jemanden/etwas (Akkusativ) zugrunde richten

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Zugrunde richten bedeutet, jemanden oder etwas zu ruinieren, zu vernichten oder sehr schwer zu schädigen. Die Verbindung ist deutlich stärker als beeinträchtigen. Möglich ist auch die Schreibung zu Grunde richten; mit zu heißt es zugrunde zu richten.

Bedeutungen

1 Jemanden oder etwas schwer schädigen

Die Verbindung kann sich auf eine Person, eine wirtschaftliche Existenz, einen Gegenstand oder einen anderen wichtigen Zustand beziehen. Das betroffene Objekt wird so schwer getroffen, dass seine bisherige Grundlage oder Funktionsfähigkeit verloren geht. Welche Folge tatsächlich eintritt und ob sie beabsichtigt ist, muss der Text erläutern.

„Die Erzählung schildert, wie der jahrelange Raubbau den kleinen Wald zugrunde richtet.“

Das Beispiel beschreibt eine weitreichende Schädigung des Waldes, nicht bloß einen abgebrochenen Ast. Ein zeitlicher Verlauf wird mit jahrelang ausdrücklich genannt; er ist nicht in jeder Verwendung der Wendung enthalten.

zugrunde richten: Synonyme und andere Wörter

Zugrunde richten, ruinieren oder zerstören?

Ruinieren ist in vielen Zusammenhängen eine nahe Alternative. Zerstören passt zu einem Gegenstand oder einer grundlegenden nichtkörperlichen Sache. Schwer schädigen lässt den Grad offen, wenn das Ausmaß genauer beschrieben werden soll.

„Die Entscheidungen richteten den Betrieb zugrunde.“ – „Die Entscheidungen ruinierten den Betrieb.“

Beide Fassungen behaupten eine schwere Folge. „Die Entscheidungen beeinträchtigten den Betrieb“ wäre schwächer und ließe größere Spielräume für die weitere Tätigkeit.

Eine Folge nicht in eine Absicht verwandeln

Vernichten und ins Verderben stürzen sind starke Umschreibungen. Die Verbindung zugrunde richten behauptet für sich allein nicht, dass jemand das Ergebnis gewollt hat. Hinmachen kann in einer saloppen Verwendung ebenfalls ein Zerstören meinen, besitzt aber weitere völlig andere Bedeutungen.

„Der falsche Umgang hat das Material zugrunde gerichtet“ erklärt eine Folge. „Die Figur wollte das Material zerstören“ behauptet zusätzlich eine Absicht.

Das zweite darf nicht ohne entsprechenden Textbeleg als bloße sprachliche Abwechslung für das erste stehen.

Beispiele und Verwendung

„Die Gruppe befürchtet, dass die ausbleibenden Einnahmen den Verein zugrunde richten könnten.“

Befürchtet und könnten kennzeichnen eine Erwartung. Die Auflösung oder der wirtschaftliche Zusammenbruch des Vereins ist noch nicht als geschehen behauptet.

„Der Text beschreibt, wie die Figur sich durch ihre fortgesetzte Selbstüberschätzung zugrunde richtet.“

Sich bezieht die schwere Folge auf dieselbe Person zurück. Der Satz nennt einen im Text behaupteten Zusammenhang, nicht notwendig einen bewussten Wunsch nach dieser Folge.

„Das Unwetter hat die Ernte zugrunde gerichtet.“

Ein Naturereignis steht als Ursache im Satz. Die Verbindung verlangt also nicht immer eine menschliche handelnde Person. Wie groß der Schaden genau ist, müsste ein sachlicher Bericht zusätzlich beschreiben.

Grammatik und Beugung

Die feste verbale Verbindung enthält das schwache Verb richten: richtet zugrunde – richtete zugrunde – hat zugrunde gerichtet. Zugrunde bleibt unverändert. Im Hauptsatz kann es am Ende stehen: Der Fehler richtet das Vorhaben zugrunde. Im Nebensatz heißt es weil der Fehler das Vorhaben zugrunde richtet. Das aktive Perfekt verwendet haben. Das betroffene Objekt steht im Akkusativ: den Betrieb zugrunde richten. Reflexiv heißt es ich richte mich zugrunde; mich ist Akkusativ. Die Worttrennung lautet zu·grun·de rich·ten. Die Tabellen zeigen die tatsächlichen Aktivformen der gesamten Verbindung. Ein Reflexivpronomen wird nur bei der entsprechend gemeinten Verwendung ergänzt.

zugrunde richten: Indikativ: Gegenwart und Vergangenheit
PersonPräsensPräteritumPerfekt
ichich richte zugrundeich richtete zugrundeich habe zugrunde gerichtet
dudu richtest zugrundedu richtetest zugrundedu hast zugrunde gerichtet
er / sie / eser/sie/es richtet zugrundeer/sie/es richtete zugrundeer/sie/es hat zugrunde gerichtet
wirwir richten zugrundewir richteten zugrundewir haben zugrunde gerichtet
ihrihr richtet zugrundeihr richtetet zugrundeihr habt zugrunde gerichtet
sie / Siesie richten zugrundesie richteten zugrundesie haben zugrunde gerichtet
zugrunde richten: Indikativ: weitere Zeiten
PersonPlusquamperfektFutur IFutur II
ichich hatte zugrunde gerichtetich werde zugrunde richtenich werde zugrunde gerichtet haben
dudu hattest zugrunde gerichtetdu wirst zugrunde richtendu wirst zugrunde gerichtet haben
er / sie / eser/sie/es hatte zugrunde gerichteter/sie/es wird zugrunde richtener/sie/es wird zugrunde gerichtet haben
wirwir hatten zugrunde gerichtetwir werden zugrunde richtenwir werden zugrunde gerichtet haben
ihrihr hattet zugrunde gerichtetihr werdet zugrunde richtenihr werdet zugrunde gerichtet haben
sie / Siesie hatten zugrunde gerichtetsie werden zugrunde richtensie werden zugrunde gerichtet haben
zugrunde richten: Konjunktiv I und II
PersonKonjunktiv IKonjunktiv I PerfektKonjunktiv IIKonjunktiv II Vergangenheit
ichich richte zugrundeich habe zugrunde gerichtetich richtete zugrundeich hätte zugrunde gerichtet
dudu richtest zugrundedu habest zugrunde gerichtetdu richtetest zugrundedu hättest zugrunde gerichtet
er / sie / eser/sie/es richte zugrundeer/sie/es habe zugrunde gerichteter/sie/es richtete zugrundeer/sie/es hätte zugrunde gerichtet
wirwir richten zugrundewir haben zugrunde gerichtetwir richteten zugrundewir hätten zugrunde gerichtet
ihrihr richtet zugrundeihr habet zugrunde gerichtetihr richtetet zugrundeihr hättet zugrunde gerichtet
sie / Siesie richten zugrundesie haben zugrunde gerichtetsie richteten zugrundesie hätten zugrunde gerichtet
zugrunde richten: Imperativ: Aufforderungsformen
AnredeForm
durichte zugrunde! / richt zugrunde!
ihrrichtet zugrunde!
Sierichten Sie zugrunde!

Zugrunde richten oder zu Grunde richten?

Beide Schreibungen sind möglich: zugrunde richten und zu Grunde richten. Das Verb bleibt jeweils ein eigenes Wort. Es heißt zugrunde zu richten beziehungsweise zu Grunde zu richten, nicht zugrundezurichten. Auch zugrunde gerichtet bleibt in dieser Verbindung getrennt.

Zugrunde gehen beschreibt dagegen das Untergehen beziehungsweise schwere Zugrundegehen selbst. Zugrunde richten nennt das Herbeiführen: „Das Gewächs geht zugrunde“ ist nicht derselbe Satzbau wie „Der Frost richtet das Gewächs zugrunde“. Die Form hat zugrunde gerichtet gehört zum verursachenden richten, nicht zum Verb gehen.