Acker
Form & Grammatik
- Stichwort
- Acker
- Worttrennung
- Acker
- Artikel
- der
- Geschlecht
- maskulin
- Genitiv
- des Ackers
- Plural
- die Äcker; als historisches Feldmaß auch Acker
Der übliche Plural Äcker bezeichnet Anbauflächen.
Als historisches Feldmaß ist auch der Plural Acker belegt; daraus folgt keine einheitliche Umrechnung in moderne Flächeneinheiten.
Für Acker ist in der geprüften Worttrennung keine Trennstelle ausgewiesen.
Definition · kurz erklärt
Acker ist eine für den Anbau von Nutzpflanzen bearbeitete Fläche. In älteren Texten kann das Wort außerdem ein Feldmaß bezeichnen.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Bearbeitete Fläche für Nutzpflanzen
Ein Acker ist eine Bodenfläche, die für den Anbau von Pflanzen wie Getreide oder Kartoffeln vorbereitet und genutzt wird. Das Wort hebt die landwirtschaftliche Nutzung hervor. Ein Feld kann dagegen auch eine Wiese, Sportfläche oder einen abgegrenzten Bereich in einem anderen Zusammenhang bezeichnen.
„Nach der Ernte pflügte der Betrieb den Acker und bereitete ihn für die nächste Aussaat vor.“
Die Fläche selbst ist gemeint, nicht das darauf wachsende Getreide. Ein Acker kann zeitweise brachliegen, ohne dadurch seine Bezeichnung als landwirtschaftliche Fläche zu verlieren.
Bedeutung 2: Altes Feldmaß
In älteren Urkunden und Flächenangaben kann Acker eine Maßeinheit für Land sein. Diese historische Verwendung ist von der heutigen Bedeutung „Anbaufläche“ zu unterscheiden. Aus dem Wort allein lässt sich keine einheitliche heutige Flächengröße in Hektar ableiten.
„Im Verzeichnis wurden acht Acker Land dem Hof zugerechnet.“
Acker, Feld und Ackerland
Für eine bestellte Anbaufläche passt Acker. Feld ist weiter: Es kann je nach Kontext auch eine Wiese, eine Spielfläche oder einen fachlichen Bereich meinen. Ackerland betont den landwirtschaftlich nutzbaren Grund, nicht zwingend die gerade bearbeitete Fläche.
„Das Getreidefeld wurde nach der Ernte für die nächste Saat vorbereitet.“ → „Der Acker wurde nach der Ernte für die nächste Saat vorbereitet.“
Die zweite Fassung macht die landwirtschaftliche Nutzung deutlicher. Boden bezeichnet dagegen das Erdreich oder eine tragende Unterlage und ist nicht automatisch ein Acker.
Beispiele und Verwendung
Bestellen und brachliegen
„Am Rand des Ackers ließ die Familie einen Streifen mit Wildblumen stehen.“
Das Beispiel benennt die Fläche; der Blühstreifen ist ein Teil davon und keine eigene Art von Acker.
In einer alten Flächenangabe
„Die Karte verzeichnete drei Acker neben dem Dorf.“
Hier ist eine überlieferte Maßeinheit gemeint. Für eine moderne Flächenberechnung braucht man zusätzliche Angaben zum örtlichen und zeitlichen Maßsystem.
Grammatik und Beugung
Acker ist maskulin: der Acker. Der übliche Plural lautet Äcker; bei der historischen Maßeinheit kann auch Acker als Plural stehen. Die folgende Tabelle zeigt die gewöhnliche Bedeutung „Anbaufläche“. Beim Plural verändert sich der Stammvokal von a zu ä; diese Veränderung ist keine angehängte Endung.
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Acker | die Äcker |
| Genitiv | des Ackers | der Äcker |
| Dativ | dem Acker | den Äckern |
| Akkusativ | den Acker | die Äcker |
Im Genitiv Singular kommt -s hinzu. Im Dativ Plural steht zusätzlich -n. Für Acker ist in der geprüften Worttrennung keine Trennstelle ausgewiesen; im Formkasten steht deshalb keine erfundene Silbentrennung.
Redewendung
Sich vom Acker machen heißt umgangssprachlich, wegzugehen oder zu verschwinden. Die Wendung passt zu einer lockeren oder genervten Gesprächssituation, nicht zu einem sachlichen Bericht.
„Als die Diskussion wieder von vorn begann, machte sich Leila vom Acker.“
Wortfamilie und Zusammensetzungen
Ackerbau bezeichnet die landwirtschaftliche Nutzung von Äckern; Ackerland meint dafür nutzbare Flächen. Mit ackern wird umgangssprachlich auch intensives Arbeiten bezeichnet. Die Zusammensetzungen gehören zur Wortfamilie, sind aber nicht einfach weitere Bedeutungen des Grundworts.
Herkunft
Acker ist im Mittelhochdeutschen als acker und im Althochdeutschen als ackar belegt. Die ältere Grundbedeutung war „Viehweide“. Die heutige Vorstellung eines für Feldfrüchte bestellten Bodens ist jünger als diese überlieferte Bedeutung.
