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Appetit

Form & Grammatik

SubstantivFremdwort
Lemma
der Appetit
Wortart
Substantiv, maskulin
Worttrennung
Ap·pe·tit
Genitiv
des Appetits / des Appetites
Plural
die Appetite, selten; im Alltag meist ohne Plural

Appetit: Appetit ist die Lust, etwas zu essen, oft eine bestimmte Speise. Übertragen bezeichnet das Wort auch gewecktes Interesse oder Verlangen nach einer Erfahrung.

Bedeutungen

Lust auf Essen

Wer Appetit hat, möchte etwas essen. Häufig richtet sich die Lust auf eine bestimmte Speise. Das Wort bezeichnet das Verlangen und nicht die tatsächlich verzehrte Menge. Appetit und Hunger können gemeinsam auftreten, sind sprachlich aber nicht dasselbe.

„Nach der Mahlzeit hatte Mila noch Appetit auf ein kleines Dessert.“

Das Beispiel zeigt Lust auf eine bestimmte Speise, ohne daraus ein allgemeines Bedürfnis nach Nahrung abzuleiten.

Übertragen: Interesse und Lust

Ein Vorgeschmack kann Appetit auf eine Tätigkeit oder Erfahrung machen. Das Bild überträgt die Lust am Essen auf etwas anderes und wird häufig einladend gebraucht.

„Die erste Szene machte dem Publikum Appetit auf die ganze Aufführung.“

Gemeint ist Neugier auf das Stück. Es geht nicht um Nahrung und auch nicht um ein messbares Ausmaß des Interesses.

Appetit: Synonyme und andere Wörter

Beim Essen

Esslust · Lust auf etwas Essbares

Esslust ist nahe verwandt. Hunger bezeichnet stärker das Bedürfnis nach Nahrung. Eine Person kann satt sein und dennoch Appetit auf eine bestimmte Speise haben. Gier würde das Verlangen stärker und häufig abwertend bewerten.

Der Duft weckte ihren Appetit. → Der Duft machte ihr Lust auf das Essen.

Beim übertragenen Gebrauch

Neugier · Interesse · Verlangen

Neugier passt zum Wunsch, etwas kennenzulernen; Verlangen ist allgemeiner und oft stärker. Welches Wort passt, hängt davon ab, worauf der Appetit gerichtet ist.

Die Lesung macht Appetit auf mehr. → Die Lesung weckt Interesse an weiteren Geschichten.

Beispiele und Verwendung

„Der Duft aus der Bäckerei machte Jona Appetit auf ein frisches Brötchen.“

Ein Sinneseindruck weckt Lust auf eine konkrete Speise. Appetitlich beschreibt dagegen den Eindruck der Speise: Das Brötchen kann appetitlich aussehen, obwohl jemand gerade keinen Appetit hat.

Appetit richtig schreiben

Appetit hat zwei p, ein e und die Endung -it. Die Trennung Ap·pe·tit kann als Merkhilfe dienen. Das verwandte Adjektiv appetitlich behält die beiden p. Das Nomen wird auch in der Wunschformel guten Appetit großgeschrieben.

Grammatik und Beugung

Appetit ist maskulin: der Appetit. Im gewöhnlichen Gebrauch steht das Wort meist im Singular. Der belegte Plural Appetite ist selten; er gehört nicht automatisch in eine alltägliche Beschreibung mehrerer essender Personen. Die Tabelle kennzeichnet ihn deshalb ausdrücklich. Im Genitiv sind des Appetits und des Appetites möglich. Die heutige gewöhnliche Dativform ist dem Appetit; dem Appetite ist eine seltenere Form auf -e. In Appetit auf einen Apfel steht nach auf der Akkusativ.

Appetit: die vier Fälle
FallSingularPlural – selten
Nominativder Appetitdie Appetite
Genitivdes Appetits / des Appetitesder Appetite
Dativdem Appetit; selten dem Appetiteden Appetiten
Akkusativden Appetitdie Appetite

Herkunft

Das Wort wurde aus lateinisch beziehungsweise mittellateinisch appetitus übernommen, einer Bezeichnung für Verlangen, auch nach Speise. Die Verbindung zu appetere, verlangen oder begehren, erklärt den Grundgedanken des Wortes.

Guten Appetit und weitere Verbindungen

Guten Appetit!

Die höfliche Wunschformel wird vor dem Essen verwendet.

„Die Schüssel steht auf dem Tisch. Guten Appetit!“

Der Wunsch benennt keine Portionsgröße und enthält keine Aufforderung, mehr zu essen.

Der Appetit kommt beim Essen

Die Wendung meint übertragen, dass Interesse oder Freude häufig erst durch das Anfangen entstehen.

„Er wollte nur eine Seite skizzieren und zeichnete dann weiter: Der Appetit kam beim Essen.“

Das Bild erklärt die wachsende Lust in dieser Situation. Es ist keine Garantie, dass jede begonnene Tätigkeit Freude macht.

Jemandem den Appetit verderben

Etwas kann die Lust am Essen nehmen oder übertragen die Freude an einer Sache mindern.

„Die unerwarteten Zusatzkosten verdarben ihr den Appetit auf die Reise.“

Hier wird eine enttäuschte Vorfreude beschrieben, keine Wirkung auf das tatsächliche Essen.