Verlangen
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Verlangen
- Worttrennung
- Ver·lan·gen
- Artikel
- das
- Geschlecht
- Neutrum
- Genitiv
- des Verlangens
- Plural
- die Verlangen
Definition · kurz erklärt
Verlangen ist ein starker Wunsch oder innerer Drang. Daneben kann ein deutlich ausgesprochenes Verlangen eine Forderung oder nachdrückliche Bitte sein. Die beiden Bedeutungen betreffen das innere Wünschen und das äußere Fordern.
Bedeutungen
Ein starker Wunsch entsteht
Ein Verlangen kann sich auf etwas richten, das jemand unbedingt erleben, bekommen oder tun möchte. Der innere Wunsch muss nicht ausgesprochen werden. Wie stark er ist und worauf er zielt, erklärt erst der Zusammenhang.
„Nach den langen Tagen in der Stadt spürte sie ein Verlangen nach Ruhe.“
Gemeint ist ihr inneres Bedürfnis. Der Satz enthält noch keine Aufforderung an eine andere Person.
Eine Forderung wird nachdrücklich geäußert
Verlangen kann auch eine ausdrücklich und mit Nachdruck vorgebrachte Bitte oder Forderung bezeichnen. Es geht dann nicht nur darum, etwas zu wünschen, sondern dies gegenüber anderen geltend zu machen.
„Er begründete sein Verlangen nach einer schriftlichen Antwort mit den widersprüchlichen Auskünften.“
Der Wunsch wird hier an jemanden gerichtet und begründet. Ob er erfüllt werden muss, ist durch die Wortwahl nicht entschieden.
Synonyme: andere Wörter für Verlangen
Einen inneren Wunsch ausdrücken
Sehnsucht · Wunsch · Drang · Bedürfnis
Wunsch ist weiter und kann auch schwach oder beiläufig sein. Sehnsucht betont oft eine schmerzlich empfundene Ferne oder ein Vermissen. Drang hebt den starken Handlungsimpuls hervor.
„Sie hatte ein Verlangen nach Ruhe.“ → „Sie verspürte ein starkes Bedürfnis nach Ruhe.“
Die Umschreibung passt zur inneren Empfindung. Sie macht daraus noch keine Anordnung an andere.
Etwas ausdrücklich fordern
Forderung · nachdrückliche Bitte · Befehl
Forderung passt zum nach außen gerichteten Verlangen. Befehl geht weiter: Er stellt etwas als auszuführende Anordnung dar. Eine Bitte kann höflicher oder weniger verbindlich wirken.
„Sie wiederholte ihr Verlangen nach einer Erklärung.“ → „Sie wiederholte ihre Forderung nach einer Erklärung.“
Hier ist die verlangte Reaktion genannt. Ein Befehl wäre eine stärkere Einordnung des Verhältnisses zwischen den Beteiligten.
Beispiele und Verwendung
Die Ergänzung nach nennen
„Sein Verlangen nach Anerkennung blieb im Gespräch unausgesprochen.“
Nach Anerkennung benennt das Ziel des inneren Wunsches. Unausgesprochen zeigt, dass keine ausdrückliche Forderung erhoben wird.
Wunsch und Forderung unterscheiden
„Auf ihr Verlangen hin wurde das Gespräch protokolliert.“
Die Formulierung meint die von ihr geäußerte Forderung. Sie beschreibt nicht bloß eine still empfundene Vorliebe.
Grammatik und Beugung
Das Substantiv ist neutral: das Verlangen. Der Genitiv lautet des Verlangens; als Plural ist die Verlangen belegt. Die übrigen Wortformen verändern sich nicht.
Die Präposition nach verlangt hier den Dativ: Verlangen nach etwas. Das Verlangen wird großgeschrieben; das Verb verlangen in eine Antwort verlangen ist eine andere Wortart.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | das Verlangen | die Verlangen |
| Genitiv | des Verlangens | der Verlangen |
| Dativ | dem Verlangen | den Verlangen |
| Akkusativ | das Verlangen | die Verlangen |
Schreibweise und Worttrennung
Die Worttrennung lautet Ver·lan·gen. Substantiv und gleich geschriebenes Verb werden durch Großschreibung und Satzgebrauch unterschieden.
