Begegnis

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Begegnis
Artikel
das Begegnis
Plural
die Begegnisse
Genitiv
des Begegnisses

Es heißt ein unerwartetes Begegnis und nach mehreren Begegnissen. Das grammatische Geschlecht unterscheidet sich von der femininen Begegnung. Die Artikel dürfen bei einer Umformulierung deshalb nicht unverändert übernommen werden.

Formen und Verwendung im Detail

Begegnis ist ein gehobenes, veraltetes Wort für ein Ereignis oder einen Vorfall. Es bedeutet nicht automatisch Begegnung zwischen Menschen. Die Formen lauten das Begegnis, des Begegnisses und die Begegnisse.

Ein älteres Wort für ein Geschehen

Begegnis bezeichnet ein Ereignis oder einen Vorfall. Das Wort ist gehoben und veraltet. In einem heutigen Alltagstext wirkt es daher ungewöhnlich; in älterer Literatur kann es ganz ohne besondere Hervorhebung stehen.

Ein Begegnis muss kein Treffen zweier Menschen sein. Der ähnliche Klang von Begegnung führt leicht zu einer zu engen Erklärung. Gemeint sein kann auch ein anderes Geschehen, das jemand erlebt oder von dem erzählt wird.

Das Wort legt für sich genommen nicht fest, ob das Ereignis erfreulich, gefährlich oder bedeutend war. Solche Bewertungen ergeben sich aus Ergänzungen und Kontext. „Ein seltsames Begegnis“ enthält die Besonderheit im Adjektiv seltsam, nicht schon zwingend im Nomen.

Synonyme: Welches Wort passt?

AlternativeGeeigneter ZusammenhangUnterschied
Ereigniseine zeitgemäße allgemeine ErklärungMeist die neutrale und breit passende Alternative.
Vorfallein einzelnes bemerkenswertes GeschehenKann stärker nach einer Störung oder ungewöhnlichen Situation klingen.
Begebenheitein erzähltes EreignisÄhnlich, ebenfalls eher schriftsprachlich, aber heute leichter verständlich.
Erlebniswas eine Person erfahren hatBetont die persönliche Erfahrung statt nur das Geschehen.

Eigene Beispiele: einen älteren Ton übertragen

Ausgangssatz: Die Erzählerin erinnert sich an ein merkwürdiges Begegnis auf der Reise.

Alternative: Die Erzählerin erinnert sich an ein merkwürdiges Ereignis auf der Reise.

Die eigens formulierte Alternative erhält den Inhalt und modernisiert die Wortwahl. Ob dabei jemand getroffen wurde, bleibt offen. Begegnung wäre ohne weiteren Kontext deshalb zu eng.

Eigene Beispiele: persönliche Erfahrung hervorheben

Ausgangssatz: Das Begegnis beschäftigte den Reisenden noch lange.

Alternative: Das Erlebnis beschäftigte den Reisenden noch lange.

Erlebnis passt, wenn der Reisende das Geschehen selbst erfahren hat. Hat er nur einen Bericht darüber gehört, wäre Ereignis genauer. Der Austausch hängt damit vom Wissen über die Figur ab.

Das Begegnis, die Begegnisse

Begegnis ist ein neutrales Substantiv. Im Genitiv Singular und im Plural wird das s verdoppelt. Der Dativ Plural endet zusätzlich auf n.

FallSingularPlural
Nominativdas Begegnisdie Begegnisse
Genitivdes Begegnissesder Begegnisse
Dativdem Begegnisden Begegnissen
Akkusativdas Begegnisdie Begegnisse

Es heißt ein unerwartetes Begegnis und nach mehreren Begegnissen. Das grammatische Geschlecht unterscheidet sich von der femininen Begegnung. Die Artikel dürfen bei einer Umformulierung deshalb nicht unverändert übernommen werden.

Begegnis ist kein Schreibfehler

Die Grundform endet auf nis, nicht auf nung. Trotz seiner Seltenheit ist Begegnis ein eigenes Wort. Wer einen historischen Text wiedergibt, sollte es nicht stillschweigend in Begegnung verändern.

Ältere Texte verständlich erschließen

Das Verb begegnen kann neben dem Treffen auch das Widerfahren oder Vorkommen bezeichnen. Diese weiteren Lesarten helfen zu verstehen, warum Begegnis nicht auf persönliche Treffen beschränkt ist.

Für eine Inhaltsangabe ist oft die sachliche Alternative Ereignis sinnvoll. In einer Analyse kann die auffällige Originalwortwahl dagegen Gegenstand der Untersuchung sein. Ein eigenes Muster lautet: „Das Wort Begegnis gibt der Erinnerung einen älteren, gehobenen Klang; gemeint ist hier das zuvor geschilderte Ereignis.“ Ob dieser Stileffekt im konkreten Werk beabsichtigt ist, muss der Textzusammenhang zeigen. Weitere Nomen stehen im Substantivwörterbuch.