Begräbnis

Begräbnis bezeichnet eine Bestattung mit den dazugehörigen Feierlichkeiten. Das Wort umfasst häufig auch den gemeinsamen Abschied. Eine Trauerfeier kann Teil davon sein, ist aber nicht in jedem Zusammenhang mit dem ganzen Begräbnis gleichzusetzen.

Bestattung und gemeinsamer Abschied

Ein Begräbnis bezeichnet eine Bestattung mit den zugehörigen Feierlichkeiten. Das Wort kann deshalb mehr umfassen als den einzelnen Vorgang am Grab: Auch der gemeinsame Abschied wird häufig mitgedacht.

Welche Handlungen dazugehören, ist damit nicht genau festgelegt. Ein Begräbnis muss weder einer bestimmten Religion angehören noch in jedem Fall denselben Ablauf haben. Für eine konkrete Beschreibung sind die tatsächlichen Angaben entscheidend.

Begräbnis und Beerdigung werden im Alltag oft ähnlich verwendet. Trauerfeier hebt dagegen die Feier des Abschieds hervor. Eine solche Feier kann einen anderen zeitlichen oder räumlichen Rahmen haben als die eigentliche Beisetzung.

Das Wort ist sachlich verwendbar, betrifft aber meist einen emotional bedeutsamen Anlass. In Mitteilungen hilft eine klare, zurückhaltende Formulierung, die keine unbekannten Wünsche oder Gefühle der Beteiligten voraussetzt.

Synonyme: Welches Wort passt?

AlternativeGeeigneter ZusammenhangUnterschied
Beerdigungein Begräbnis ankündigen oder beschreibenIm Alltag häufig nahe; der konkrete Ablauf ergibt sich aus dem Kontext.
Bestattungder übergeordnete VorgangAllgemeiner, oft organisatorisch oder fachlich verwendet.
Beisetzungder Vorgang am BestattungsortRichtet den Blick stärker auf einen bestimmten Teil des Ablaufs.
Trauerfeierdie Feier zum AbschiedNicht immer deckungsgleich mit dem ganzen Begräbnis.

Eigene Beispiele: eine sachliche Mitteilung

Ausgangssatz: Das Begräbnis findet im kleinen Kreis statt.

Alternative: Die Beerdigung findet im kleinen Kreis statt.

Die eigenen Sätze können denselben Anlass bezeichnen. Die Formulierung im kleinen Kreis beschreibt den Umfang, sagt aber noch nichts über genaue Teilnehmende, Religion oder persönliche Beziehungen.

Eigene Beispiele: den Teil nicht mit dem Ganzen verwechseln

Ausgangssatz: Nach dem Begräbnis kamen die Angehörigen noch einmal zusammen.

Alternative: Nach der Bestattung kamen die Angehörigen noch einmal zusammen.

Die Alternative ist allgemeiner. „Nach der Trauerrede“ wäre enger, weil damit nur ein möglicher Teil des Anlasses genannt würde. Der zeitliche Bezug könnte sich dadurch verändern.

Das Begräbnis, die Begräbnisse

Begräbnis ist ein neutrales Substantiv. Der Genitiv Singular lautet Begräbnisses. Im Plural steht Begräbnisse, im Dativ Plural Begräbnissen.

FallSingularPlural
Nominativdas Begräbnisdie Begräbnisse
Genitivdes Begräbnissesder Begräbnisse
Dativdem Begräbnisden Begräbnissen
Akkusativdas Begräbnisdie Begräbnisse

Es heißt an einem Begräbnis teilnehmen und nach dem Begräbnis. In beiden Verbindungen steht Dativ. Bei das Begräbnis organisieren ist das Nomen dagegen Akkusativobjekt.

ä und das doppelte s in den Formen

Begräbnis wird mit ä geschrieben. Das zugrunde liegende Verb begraben hat in der Grundform a. Vor den Endungen des Genitivs und Plurals wird das s verdoppelt: Begräbnisses, Begräbnisse.

In einem Text genau beschreiben

Wenn ein literarischer Text ein Begräbnis schildert, können Ort, Teilnahme, Schweigen oder einzelne Gesten wichtig sein. Ihre Bedeutung sollte aus dem konkreten Text erklärt werden, nicht aus allgemeinen Vorstellungen darüber, wie Trauer auszusehen hat.

Ein eigenes Analysebeispiel lautet: „Die Figur bleibt nach dem Begräbnis noch am Ort, während die anderen bereits gehen.“ Diese Beobachtung erlaubt zunächst nur eine Aussage über ihr Verhalten. Ein bestimmtes Gefühl muss durch weitere Hinweise gestützt werden. Weitere Nomen stehen im Substantivwörterbuch.