begraben
Form & Grammatik
- Stichwort
- begraben
- Worttrennung
- be·gra·ben
- Präsens
- begräbt
- Präteritum
- begrub
- Partizip II
- begraben
- Hilfsverb
- haben
Begraben ist ein starkes, nicht trennbares Verb. Im Präsens wechseln du und er, sie, es zu ä. Das Perfekt verwendet haben.
Begraben bedeutet, einen Verstorbenen in einem Grab beizusetzen oder etwas unter einer Masse zu verschütten. Übertragen kann es heißen, einen Plan, eine Hoffnung oder einen Streit endgültig aufzugeben. Die Formen lauten begräbt, begrub und hat begraben.
Bestatten, verschütten oder aufgeben
Begraben bedeutet im wörtlichen Sinn, einen verstorbenen Menschen oder ein totes Tier in einem Grab beizusetzen und mit Erde zu bedecken. Der konkrete Zusammenhang kann die Bestattung und den zugehörigen Ort näher bestimmen.
Auch herabfallende Massen können etwas unter sich begraben. Dann ist verschütten gemeint, nicht eine beabsichtigte Bestattung. Das Subjekt kann beispielsweise eine eingestürzte Wand oder eine Erdmasse sein.
Übertragen heißt begraben, eine Hoffnung, einen Plan oder einen Streit aufzugeben beziehungsweise als erledigt zu betrachten. Eine begrabene Hoffnung liegt nicht körperlich unter der Erde. Das Bild betont häufig die Endgültigkeit des Abschieds.
In älteren Texten kann begraben außerdem vergraben bedeuten, etwa bei einem versteckten Gegenstand. Für heutige neutrale Beschreibungen ist vergraben in diesem Zusammenhang meist eindeutiger.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| bestatten | einen Verstorbenen begraben | Allgemeiner Oberbegriff; legt nicht jede konkrete Bestattungsform fest. |
| beisetzen | eine würdige Formulierung für den Bestattungsvorgang | Häufig formeller; der genaue Vorgang kann unterschiedlich sein. |
| verschütten | Massen begraben etwas unter sich | Passt zur Überdeckung, nicht zur absichtlichen Bestattung. |
| aufgeben | eine Hoffnung begraben | Erklärt die übertragene Bedeutung ohne das Grab-Bild. |
Eigene Beispiele: einen Plan aufgeben
Ausgangssatz: Nach der erneuten Absage begrub die Gruppe ihren Reiseplan.
Alternative: Nach der erneuten Absage gab die Gruppe ihren Reiseplan auf.
Die eigenen Sätze beschreiben eine Entscheidung. Begrub wirkt bildlicher und betont einen endgültigen Abschied. „Die Gruppe verschob die Reise“ wäre schwächer, weil der Plan dabei weiterbestehen könnte.
Eigene Beispiele: unbeabsichtigte Überdeckung
Ausgangssatz: Die heruntergefallenen Bretter begruben die leere Kiste unter sich.
Alternative: Die heruntergefallenen Bretter verschütteten die leere Kiste.
Hier geht es nicht um eine Bestattung. Die Alternative erklärt die Lage unter einer Masse. Ob die Kiste beschädigt wurde, wird in beiden Fassungen nicht ausdrücklich gesagt.
Begräbt, begrub, hat begraben
Begraben ist ein starkes, nicht trennbares Verb. Im Präsens wechseln du und er, sie, es zu ä. Das Perfekt verwendet haben.
Konjugation von begraben
Begraben ist ein starkes, nicht trennbares Verb. Im Präsens wechseln du und er, sie, es zu ä. Das Perfekt verwendet haben.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | begrabe | begrub | begrabe | begrübe |
| du | begräbst | begrubst | begrabest | begrübest / begrübst |
| er/sie/es | begräbt | begrub | begrabe | begrübe |
| wir | begraben | begruben | begraben | begrüben |
| ihr | begrabt | begrubt | begrabet | begrübet / begrübt |
| sie/Sie | begraben | begruben | begraben | begrüben |
Die Person oder Sache steht im Akkusativ: einen Verstorbenen, einen Plan begraben. Das Partizip lautet wie der Infinitiv begraben. In Er liegt dort begraben beschreibt die Form einen Zustand; es handelt sich nicht um ein Perfekt mit liegen.
a, ä und u unterscheiden
Die Stammformen lauten begraben, begrub, begraben. Der Umlaut steht nur in bestimmten Präsensformen, etwa begräbt. Der Imperativ lautet Begrab! oder Begrabe!, ohne Umlaut.
Das Bild nicht überdehnen
Eine Beerdigung bezeichnet den Bestattungsvorgang beziehungsweise den entsprechenden Anlass. Das verwandte Nomen Begräbnis kann auch die zugehörigen Feierlichkeiten umfassen. Beim übertragenen Begraben eines Plans bleibt dagegen nur das Bild des endgültigen Abschieds.
In einer Analyse ist genauer: „Die Figur begräbt ihren ursprünglichen Plan, sucht aber nach einer anderen Möglichkeit.“ Der eigene Satz begrenzt das Aufgeben auf einen Plan. Er behauptet keine vollständige Hoffnungslosigkeit. Weitere Verben stehen im Verbenwörterbuch.
