aufgeben
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- aufgeben
- Worttrennung
- auf·ge·ben
- Präsens
- gibt auf
- Präteritum
- gab auf
- Partizip II
- aufgegeben
- Hilfsverb
- haben
Aufgeben bedeutet etwas nicht weiterverfolgen, eine Sendung zur Beförderung übergeben oder jemandem eine Aufgabe stellen. Auch eine Bestellung oder Anzeige kann aufgegeben werden. Der Satz entscheidet, ob etwas beendet, übermittelt oder zur Bearbeitung gestellt wird.
Beenden, übergeben und auftragen
Wer einen Plan aufgibt, verfolgt ihn nicht weiter. Wer beim Versuch aufgibt, beendet seine Bemühungen. Das kann aus Enttäuschung geschehen, aber ebenso auf einer begründeten Entscheidung beruhen. Das Verb allein bewertet nicht, ob Durchhalten sinnvoller gewesen wäre.
Ein Paket aufzugeben heißt, es zur Beförderung zu übergeben. Es wird damit nicht weggeworfen oder als Vorhaben beendet. Eine Bestellung aufzugeben bedeutet, sie an die zuständige Stelle zu richten. Ob die Ware geliefert wird, ist noch nicht Teil dieser Handlung.
Im Unterricht gibt eine Lehrkraft Aufgaben auf, die anschließend bearbeitet werden sollen. Bei „jemanden aufgeben“ geht es hingegen um die verlorene Erwartung, dieser Mensch werde etwas noch erreichen. Eine Person aufzugeben und ihr eine Aufgabe aufzugeben sind grundverschiedene Aussagen. Die Fälle und Ergänzungen helfen beim Unterscheiden.
Passende Synonyme und ihre Grenzen
| Alternative | Passender Gebrauch | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| nicht weiterverfolgen | Einen Plan aufgeben | Sachliche Umschreibung; behauptet keinen bestimmten emotionalen Grund. |
| zur Beförderung abgeben | Ein Paket aufgeben | Erklärt die Übergabe, nicht die erfolgreiche Zustellung. |
| erteilen | Eine Bestellung aufgeben | Passt zur Beauftragung; nicht zum Verzicht auf weitere Versuche. |
| zur Bearbeitung stellen | Eine Aufgabe aufgeben | Macht die schulische oder praktische Anforderung deutlich. |
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
Beispielpaar 1: Ein Vorhaben beenden
Ausgangssatz: Nach dem Vergleich der Möglichkeiten gibt die Gruppe den ursprünglichen Plan auf.
Alternative: Nach dem Vergleich der Möglichkeiten verfolgt die Gruppe den ursprünglichen Plan nicht weiter.
Beide Fassungen beschreiben die Entscheidung. Der erwähnte Vergleich lässt eine Abwägung erkennen; persönliches Scheitern wird nicht behauptet. Vielleicht entscheidet sich die Gruppe für eine bessere Alternative.
Beispielpaar 2: Etwas zur Beförderung übergeben
Ausgangssatz: Rana gibt das sorgfältig verpackte Paket am Schalter auf.
Alternative: Rana gibt das sorgfältig verpackte Paket am Schalter zur Beförderung ab.
Die Umschreibung erklärt den Vorgang. Der Satz sagt nicht, wann die Sendung ankommt oder ob sie bereits angekommen ist. Aufgabe und Zustellung sind getrennte Schritte.
Gibt auf, gab auf, hat aufgegeben
Aufgeben ist ein starkes, trennbares Verb. Im Präsens steht bei du und er/sie/es i. Das Präteritum hat a, das Partizip aufgegeben wieder e.
Konjugation von aufgeben
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | gebe auf | gab auf | gebe auf | gäbe auf |
| du | gibst auf | gabst auf | gebest auf | gäbest auf / gäbst auf |
| er/sie/es | gibt auf | gab auf | gebe auf | gäbe auf |
| wir | geben auf | gaben auf | geben auf | gäben auf |
| ihr | gebt auf | gabt auf | gebet auf | gäbet auf / gäbt auf |
| sie/Sie | geben auf | gaben auf | geben auf | gäben auf |
Das Perfekt lautet hat aufgegeben. Eine gestellte Aufgabe kann mit Dativ und Akkusativ verbunden werden: den Lernenden eine Übung aufgeben. Bei einen Plan aufgeben steht der Plan im Akkusativ. Ohne direktes Objekt heißt es „Sie gibt nicht auf“. Der Imperativ Singular lautet Gib auf!
Aufzugeben und aufgegeben
Der zu-Infinitiv lautet aufzugeben. Im Hauptsatz steht „Sie gibt die Bestellung auf“, im Nebensatz „weil sie die Bestellung aufgibt“. Das zugehörige Nomen Aufgabe wird großgeschrieben und besitzt ebenfalls mehrere Lesarten.
Nicht vorschnell als Schwäche bewerten
In einer Charakterisierung sollte erklärt werden, welches Ziel eine Figur nicht weiterverfolgt und warum. Der Verzicht auf einen aussichtslosen Plan kann etwas anderes zeigen als das Aufgeben beim ersten kleinen Hindernis. Die konkrete Szene trägt die Deutung.
Ausdauernd beschreibt anhaltenden Einsatz. Das bedeutet nicht, jeden einmal gefassten Plan unabhängig von neuen Erkenntnissen fortsetzen zu müssen. Weitere Formen stehen im Verbenwörterbuch.
