Cochonnerie
Form & Grammatik
- Stichwort
- Cochonnerie
- Worttrennung
- Co·chon·ne·rie
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Cochonnerie
- Plural
- die Cochonnerien
Veraltet und wertend für etwas als unanständig Bewertetes. Die Bezeichnung selbst beweist kein sachliches Fehlverhalten.
Cochonnerie ist eine heute seltene, veraltete Bezeichnung für eine Unanständigkeit oder etwas als anstößig Empfundenes. Wer das Wort verwendet, beschreibt nicht nur einen Vorgang, sondern bewertet ihn deutlich.
Ein Wort mit einer abwertenden Perspektive
Die Bezeichnung begegnet eher in älteren oder bewusst altertümlich gestalteten Texten als in einem gewöhnlichen Alltagsgespräch. Sie kann sich beispielsweise auf eine Bemerkung, eine Darstellung oder ein Verhalten beziehen. Was genau kritisiert wird, muss der Zusammenhang zeigen.
Aus dem Wort allein lässt sich nicht ableiten, dass die Bewertung gerechtfertigt ist. In einer Erzählung kann eine Figur etwas als Cochonnerie abtun, während andere Figuren den Vorwurf übertrieben finden. Für die Analyse zählt deshalb, wer urteilt und worüber.
Auch die Stärke des Vorwurfs ist wichtig. Eine ungewöhnliche Bemerkung ist noch nicht automatisch unanständig. Wer den Ausdruck durch ein neutrales Wort wie Äußerung ersetzt, nimmt die moralische Wertung heraus; wer Skandal schreibt, fügt möglicherweise eine öffentliche Dimension hinzu, die der Ausgangstext nicht enthält.
Unanständigkeit, Anstößigkeit oder Schweinerei?
| Alternative | Wirkung | Grenze |
|---|---|---|
| Unanständigkeit | Erklärt den Vorwurf relativ direkt | Bleibt ein wertendes Urteil. |
| anstößige Bemerkung | Benennt zusätzlich den Gegenstand | Passt nur, wenn tatsächlich eine Bemerkung gemeint ist. |
| Schweinerei | Deutlich und umgangssprachlich | Kann im heutigen Gebrauch auch ganz andere Missstände bezeichnen. |
Zwei eigene Satzpaare
Das alte Wort erklären
„Die Tante bezeichnet den Witz als Cochonnerie.“
„Die Tante bezeichnet den Witz als Unanständigkeit.“
Die zweite Fassung macht das Urteil verständlicher. Sie bestätigt es nicht als objektive Tatsache: In beiden Sätzen bleibt die Tante die urteilende Person.
Bewertung und Beschreibung trennen
„Der Erzähler spricht von einer Cochonnerie.“
„Der Erzähler missbilligt die Bemerkung als anstößig.“
Die Umschreibung benennt die sprachliche Handlung des Erzählers. Sie ist genauer als „Die Bemerkung ist unanständig“, weil sie die Perspektive erhält.
Formen und Schreibung
Deklination von CochonnerieDie vier Fälle
Cochonnerie ist veraltet und enthält eine Wertung.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Cochonnerie | die Cochonnerien |
| Genitiv | der Cochonnerie | der Cochonnerien |
| Dativ | der Cochonnerie | den Cochonnerien |
| Akkusativ | die Cochonnerie | die Cochonnerien |
Es heißt die Cochonnerie, der Cochonnerie und im Plural die Cochonnerien. Das Wort wird mit ch, doppeltem n und der Endung -erie geschrieben.
Ein höflicher Ton kann einen solchen Vorwurf mildern, beseitigt seine Wertung aber nicht. In eigenen sachlichen Texten ist meist die konkrete Erklärung verständlicher als das seltene Fremdwort.
