Dankbarkeit
Form & Grammatik
- Stichwort
- Dankbarkeit
- Worttrennung
- Dank·bar·keit
- Artikel
- die
- Geschlecht
- feminin
- Genitiv
- der Dankbarkeit
- Plural
- kein üblicher Plural
Bedeutung 2 selten; Bedeutungen 3–4 umgangssprachlich und klar vom Dankgefühl zu unterscheiden.
Definition · kurz erklärt
Dankbarkeit ist das Gefühl oder der Ausdruck des Dankes; selten bezeichnet es das Lohnendsein, umgangssprachlich die Strapazierfähigkeit oder die Anspruchslosigkeit von Topfpflanzen.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Dankbare Empfindung oder Haltung
Dankbarkeit ist das Gefühl, empfangene Hilfe, Wohlwollen oder Unterstützung anzuerkennen. Sie kann sich in Worten oder Handlungen zeigen, ohne dass damit eine Gegenleistung versprochen wird.
„Aus Dankbarkeit schrieb er seiner Nachbarin einen Brief, in dem er die Hilfe beim Umzug erwähnte.“
Bedeutung 2: Lohnendsein einer Aufgabe
Selten bedeutet Dankbarkeit, dass eine Aufgabe lohnend oder ergiebig ist. Das Wort beschreibt dann nicht das Gefühl einer Person, sondern die günstigen Möglichkeiten der Aufgabe.
„Die Dankbarkeit der Aufgabe zeigte sich daran, dass schon kleine Änderungen den Text verständlicher machten.“
Diese Verwendung ist ungewöhnlich. Im heutigen Alltag würde man meist sagen, die Aufgabe sei dankbar oder lohnend.
Bedeutung 3: Haltbarkeit oder Strapazierfähigkeit
Umgangssprachlich kann Dankbarkeit die Haltbarkeit oder Strapazierfähigkeit eines Materials bezeichnen.
„Die Dankbarkeit des Bezugs überzeugte den Werkstattmeister: Er ließ sich leicht reinigen und hielt täglicher Nutzung stand.“
Bedeutung 4: Anspruchslosigkeit einer Topfpflanze
Umgangssprachlich bezeichnet das Wort bei Topfpflanzen deren Anspruchslosigkeit: Eine Pflanze verlangt vergleichsweise wenig Pflege.
„Die Dankbarkeit der Topfpflanze zeigte sich daran, dass sie auch mit wenig Pflege gut wuchs.“
Diese Lesart meint eine Eigenschaft der Pflanze; sie bedeutet nicht, dass diese Dank empfindet.
Dankbarkeit, Dankgefühl und Anerkennung
Dankgefühl liegt der ersten Bedeutung nahe und benennt besonders die innere Empfindung. Anerkennung kann auch eine Leistung würdigen, ohne dass zuvor jemand geholfen hat. Danksagung ist eher die ausdrückliche oder formale Mitteilung des Dankes. Das Adjektiv dankbar beschreibt eine Person oder Sache; die gemeinte Lesart hängt vom Zusammenhang ab.
„Sie empfand Dankbarkeit für die Unterstützung.“ → „Sie zeigte Anerkennung für die gute Arbeit.“
Die erste Fassung beschreibt ein Gefühl als Reaktion auf Hilfe, die zweite würdigt eine Leistung.
Beispiele und Verwendung
Ein Gefühl ausdrücken
„Mit Dankbarkeit erinnerte sie sich an die Erklärung ihres Kollegen.“
Die Person erkennt eine erhaltene Hilfe an. Sie muss deshalb nicht auf jede spätere Bitte eingehen.
Eine dankbare Aufgabe
„Die Überarbeitung war eine dankbare Aufgabe, weil sich Verbesserungen sofort bemerkbar machten.“
Hier bedeutet das Adjektiv dankbar „lohnend“ oder „ergiebig“, nicht „von Dank erfüllt“.
Bei Pflanzen
„Die Dankbarkeit dieser Pflanze fiel auf, weil sie auch mit wenig Pflege gut wuchs.“
Diese umgangssprachliche Bedeutung beschreibt Anspruchslosigkeit.
Grammatik und Beugung
Dankbarkeit ist feminin: die Dankbarkeit. Es wird in den üblichen Bedeutungen ohne Plural verwendet. Die Wortform bleibt in den vier Kasus gleich; der Artikel zeigt den Kasus an.
| Kasus | Singular |
|---|---|
| Nominativ | die Dankbarkeit |
| Genitiv | der Dankbarkeit |
| Dativ | der Dankbarkeit |
| Akkusativ | die Dankbarkeit |
Die Worttrennung lautet Dank·bar·keit. Ein Plural für das Gefühl des Dankes ist nicht üblich; auch die selteneren Bedeutungen bilden hier keine reguläre Mehrzahl.
Wortfamilie und Herkunft
Zur Wortfamilie gehören das Verb danken und das Adjektiv dankbar. Dankbarkeit ist mit -keit aus dem Adjektiv gebildet. Das Wort ist bereits mittelhochdeutsch als dancbærkeit belegt.
