Empfindung
Form & Grammatik
- Stichwort
- Empfindung
- Worttrennung
- Emp·fin·dung
- Artikel
- die Empfindung
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Empfindung
- Plural
- die Empfindungen
Empfindung bezeichnet ein unmittelbar erlebtes körperliches oder seelisches Gefühl. Das Wort richtet den Blick auf die innere Wahrnehmung und ist nicht mit einer sachlich überprüften Erklärung gleichzusetzen.
Bedeutung und wichtige Unterschiede
Wärme, Kälte oder ein Druck können körperliche Empfindungen sein. Freude, Unbehagen oder innere Nähe betreffen seelisches Erleben. Im Alltag überschneiden sich Empfindung und Gefühl stark; der Zusammenhang bestimmt, welche Seite gemeint ist.
Eine Stimmung hält oft länger an und prägt einen größeren Zeitraum. Eine einzelne Empfindung kann dagegen kurz und an eine konkrete Situation gebunden sein. Diese Unterscheidung ist hilfreich, aber keine starre Grenze für jeden Sprachgebrauch.
Synonyme im Gebrauch
| Alternative | Wann sie passt | Was sich verändert |
|---|---|---|
| Gefühl | körperliches oder seelisches Erleben | Ist die häufigste allgemeine Alternative. |
| Sinneseindruck | Wahrnehmung über die Sinne | Betont die Aufnahme eines Reizes. |
| Regung | kurze innere Gefühlsbewegung | Passt vor allem zu seelischen Vorgängen. |
| Eindruck | subjektive Wahrnehmung einer Situation | Kann bereits stärker eine Deutung enthalten. |
Zwei eigene Beispiele im Vergleich
Körperliches Erleben
Ausgangssatz: Beim Berühren des Steins hatte Lea eine kühle Empfindung an den Fingern.
Alternative: Beim Berühren des Steins spürte Lea Kühle an den Fingern.
Die verbale Alternative ist anschaulicher und kürzer. Sie beschreibt Leas Wahrnehmung, nicht automatisch eine gemessene Temperatur des Steins.
Innere Regung
Ausgangssatz: Beim Wiedersehen stellte sich eine vertraute Empfindung von Nähe ein.
Alternative: Beim Wiedersehen entstand ein vertrautes Gefühl von Nähe.
Hier ist Gefühl die natürliche Alternative. Daraus folgt nicht, dass beide Personen die Begegnung gleich erlebten; beschrieben wird zunächst die Perspektive der wahrnehmenden Person.
Schreibweise und Grammatik
| Form | Wortform |
|---|---|
| Nominativ | die Empfindung |
| Genitiv | der Empfindung |
| Plural | die Empfindungen |
| Dativ Plural | den Empfindungen |
Das Substantiv ist feminin. Es kann durch eine Genitivgruppe oder eine Verbindung mit von näher bestimmt werden: eine Empfindung der Wärme, eine Empfindung von Nähe. Häufig ist ein konkretes Adjektiv oder ein Verb stilistisch einfacher.
Deklination von EmpfindungDie vier Fälle
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Empfindung | die Empfindungen |
| Genitiv | der Empfindung | der Empfindungen |
| Dativ | der Empfindung | den Empfindungen |
| Akkusativ | die Empfindung | die Empfindungen |
Das Wort treffend verwenden
Das Verb empfinden beschreibt das Wahrnehmen solcher Gefühle. In einer literarischen Analyse sollte erkennbar sein, ob der Text eine Empfindung ausdrücklich benennt oder ob sie aus Verhalten erschlossen wird. Ein Zittern kann unterschiedliche Ursachen haben. Beschreibe deshalb zuerst die Textbeobachtung und begründe anschließend die Deutung. So wird aus einer möglichen Gefühlslesart keine unbelegte Gewissheit über das Innere einer Figur.
