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empfinden

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
empfinden
Worttrennung
emp·fin·den
Präsens
sie empfindet
Präteritum
sie empfand
Partizip II
empfunden
Perfekt
sie hat empfunden
Hilfsverb
haben

Das starke Verb ist nicht trennbar und bildet das Partizip ohne ge. Das Gefühl oder der Reiz steht im Akkusativ. Bei Bewertungen folgt als: etwas als angenehm, störend oder unfair empfinden.

Formen und Verwendung im Detail

Empfinden bedeutet, einen körperlichen Reiz, ein Gefühl oder einen Eindruck innerlich wahrzunehmen. Mit „als“ kann das Verb außerdem eine persönliche Bewertung ausdrücken.

Bedeutung und wichtige Unterschiede

Man empfindet Kälte, Freude oder eine Bemerkung als verletzend. Die erste Verbindung betrifft eine Wahrnehmung, die zweite ein Gefühl, die dritte die subjektive Wirkung einer Aussage. Diese Ebenen lassen sich nicht immer durch dasselbe Ersatzwort ausdrücken.

Eine Empfindung ist für die betreffende Person ein wirkliches Erleben. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass ihre Deutung die einzige mögliche Erklärung der Situation ist. Eine als abweisend empfundene kurze Antwort kann beispielsweise verschiedene Ursachen haben.

Synonyme im Gebrauch

AlternativeWann sie passtWas sich verändert
spürenkörperlichen Reiz oder inneres Gefühl wahrnehmenIst unmittelbarer und alltagssprachlicher.
fühlenGefühl oder Körperzustand erlebenIst häufig nahe verwandt, aber ebenfalls mehrdeutig.
wahrnehmenEindruck aufnehmenKlingt sachlicher und kann weniger gefühlsbetont sein.
als etwas erlebensubjektive Wirkung beschreibenPasst zur Verbindung empfinden als.

Zwei eigene Beispiele im Vergleich

Körperliche Wahrnehmung

Ausgangssatz: Nach dem langen Sitzen empfand Niko eine unangenehme Kälte.

Alternative: Nach dem langen Sitzen spürte Niko eine unangenehme Kälte.

Die Alternative klingt unmittelbarer. Der Satz beschreibt Nikos Wahrnehmung, nennt aber weder eine gemessene Temperatur noch eine bestimmte Ursache.

Wirkung und Absicht unterscheiden

Ausgangssatz: Mira empfand die knappe Antwort als abweisend.

Alternative: Auf Mira wirkte die knappe Antwort abweisend.

Beide Fassungen kennzeichnen eine subjektive Wirkung. „Die andere Person wollte Mira abweisen“ wäre eine zusätzliche Behauptung über die Absicht, die aus diesem Eindruck allein nicht folgt.

Schreibweise und Grammatik

FormWortform
Präsenssie empfindet
Präteritumsie empfand
Perfektsie hat empfunden
Infinitiv mit zuzu empfinden

Das starke Verb ist nicht trennbar und bildet das Partizip ohne ge. Das Gefühl oder der Reiz steht im Akkusativ. Bei Bewertungen folgt als: etwas als angenehm, störend oder unfair empfinden.

Das starke Verb ist nicht trennbar und bildet das Partizip ohne ge. Das Gefühl oder der Reiz steht im Akkusativ. Bei Bewertungen folgt als: etwas als angenehm, störend oder unfair empfinden.

Konjugation von empfindenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
empfinden: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichempfindeempfandempfindeempfände
duempfindestempfandest / empfandstempfindestempfändest
er/sie/esempfindetempfandempfindeempfände
wirempfindenempfandenempfindenempfänden
ihrempfindetempfandetempfindetempfändet
sie/Sieempfindenempfandenempfindenempfänden

Das Wort treffend verwenden

In einer Figurenanalyse hilft das Verb, Wahrnehmung und äußeres Geschehen auseinanderzuhalten. Zeige, wessen Perspektive beschrieben wird. Empathisch zu reagieren heißt, sich um das Verstehen fremden Erlebens zu bemühen; es verlangt nicht, jede daraus abgeleitete Bewertung ungeprüft zu übernehmen.