Falott
Form & Grammatik
- Stichwort
- Falott
- Worttrennung
- Fa·lott
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Falotten
- Plural
- die Falotten
Österreichisch umgangssprachlich; abwertende Personenbezeichnung.
Definition · kurz erklärt
Falott ist eine österreichische umgangssprachliche Bezeichnung für einen Gauner oder Betrüger. Die weibliche Form heißt Falottin. Das Wort enthält einen abwertenden Vorwurf und beschreibt nicht bloß eine besonders kluge Person.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Eine Person als unredlich bezeichnen
Ein Falott wird als jemand dargestellt, der andere täuscht oder sich auf unredliche Weise Vorteile verschafft. Die Bezeichnung urteilt über die Person. Welche Handlung den Vorwurf begründet, muss der Zusammenhang zeigen.
Im österreichischen Dialog nennt die Händlerin den Mann einen Falotten, weil er dieselbe Eintrittskarte zweimal verkauft hat.
Der doppelte Verkauf liefert hier einen konkreten Anlass für den Vorwurf. Das Wort allein wäre noch keine genaue Schilderung dieses Vorgangs.
Synonyme: andere Wörter für Falott
Bei einem Vorwurf der Täuschung
Gauner · Betrüger · Halunke
Betrüger benennt Täuschung deutlicher. Gauner und Halunke enthalten ebenfalls eine Wertung. Falott fügt vor allem den österreichisch umgangssprachlichen Ton hinzu. In einer sachlichen Zusammenfassung ist die konkrete Handlung häufig hilfreicher als ein weiteres Schimpfwort.
„Sie nennt ihn einen Falotten“ gibt ihre Sicht wieder. „Er verkauft dieselbe Karte zweimal“ beschreibt dagegen die Handlung, an der sich ihr Urteil prüfen lässt.
Nicht bloß Geschicklichkeit meinen
listige Person · schlauer Mensch
Diese Umschreibungen können List oder Klugheit ohne den gleich starken Vorwurf unredlichen Handelns benennen. Sie sind deshalb keine bedeutungsgleichen Ersatzwörter.
Wer eine knifflige Aufgabe geschickt löst, ist deswegen noch kein Falott.
Beispiele und Verwendung
Eine Figurenäußerung kenntlich machen
Die Wirtin hält den Fremden für einen Falotten; die Erzählerin lässt den Vorwurf zunächst offen.
Die beiden Perspektiven werden getrennt. Eine Analyse sollte das Urteil der Wirtin nicht unbemerkt als eigene Feststellung übernehmen.
Die weibliche Bezeichnung erkennen
Die Figur beschimpft ihre frühere Geschäftspartnerin als Falottin.
Falottin bezeichnet dieselbe zugeschriebene unredliche Rolle bei einer Frau. Die Form ist keine Beugung des männlichen Wortes und schwächt den Vorwurf nicht ab.
Grammatik und Beugung
Es heißt der Falott, Genitiv des Falotten, Plural die Falotten. Die Worttrennung lautet Fa·lott.
Falott gehört zur schwachen Deklination. Im Singular steht außerhalb des Nominativs die Endung en: des Falotten, dem Falotten, den Falotten. Auch die Mehrzahl lautet Falotten.
Die weibliche Form wird getrennt gebeugt: die Falottin, der Falottin, die Falottinnen. Ihre Worttrennung lautet Fa·lot·tin. Die beiden Tabellen zeigen jeweils die eigenen Formen.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Falott | die Falotten |
| Genitiv | des Falotten | der Falotten |
| Dativ | dem Falotten | den Falotten |
| Akkusativ | den Falotten | die Falotten |
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Falottin | die Falottinnen |
| Genitiv | der Falottin | der Falottinnen |
| Dativ | der Falottin | den Falottinnen |
| Akkusativ | die Falottin | die Falottinnen |
