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Gauner

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Gauner
Worttrennung
Gau·ner
Artikel
der Gauner
Geschlecht
Maskulinum
Genitiv
des Gauners
Plural
die Gauner

Häufig abwertend, vertraut auch scherzhaft; beide Personenformen bleiben wertend. Die Pluralform Gauner entspricht schriftlich dem Singular, im Dativ heißt es den Gaunern. Weiblich: die Gaunerin, der Gaunerin, die Gaunerinnen.

Formen und Verwendung im Detail

Ein Gauner oder eine Gaunerin verschafft sich durch Täuschung oder andere unredliche Mittel Vorteile. Umgangssprachlich kann das Wort außerdem eine durchtriebene Person bezeichnen, ohne eine konkrete Straftat festzustellen.

Betrug, List und die Haltung des Sprechers

Im ernsten Gebrauch wirft die Bezeichnung einer Person unredliches Handeln vor. Häufig geht es darum, dass sie die Unkenntnis oder Unaufmerksamkeit anderer ausnutzt. Welcher Vorfall dahintersteht, muss zusätzlich erklärt werden. Gauner ist keine genaue Beschreibung einer bestimmten Tat.

Unter vertrauten Menschen kann „Du kleiner Gauner!“ auch spielerisch gemeint sein. Ein Kind, das sich mit einer Ausrede eine weitere Geschichte erschleicht, wird damit nicht zwangsläufig als kriminell beschrieben. Ohne den Ton und die Beziehung der Beteiligten lässt sich der Satz nicht zuverlässig bewerten.

Nicht jede schlaue Person ist ein Betrüger

  • Betrüger nennt die Täuschung deutlicher. Es passt, wenn der geschilderte Sachverhalt diesen Vorwurf tatsächlich trägt.
  • Ganove ist eine ähnlich umgangssprachliche und abwertende Bezeichnung, kann aber allgemeiner auf ein kriminelles Umfeld verweisen.
  • Schlitzohr betont List und Geschick. Es kann anerkennender klingen und muss keine Straftat meinen.

„Der Gauner verkauft im Roman dieselbe Eintrittskarte zweimal.“
„Der Betrüger verkauft im Roman dieselbe Eintrittskarte zweimal.“

Die konkret beschriebene Täuschung macht die zweite Bezeichnung nachvollziehbar. Eine Zusammenfassung sollte diese Handlung nennen, statt nur ein abwertendes Etikett zu übernehmen.

„Die Großmutter nennt das Kind lachend einen Gauner.“
„Die Großmutter nennt das Kind lachend ein Schlitzohr.“

Beide Äußerungen können eine liebevolle Reaktion auf einen Trick sein. Das Lachen ist ein Hinweis auf den Ton, aber erst die ganze Szene zeigt, ob tatsächlich Zuneigung oder verdeckter Ärger vorliegt.

Männliche und weibliche Bezeichnung

Der Plural Gauner sieht aus wie der Singular: ein Gauner, zwei Gauner. Im Dativ Plural heißt es den Gaunern. Die weibliche Form lautet Gaunerin; mehrere Frauen sind Gaunerinnen. Beide Bezeichnungen behalten ihre wertende Wirkung.

Weibliche Form: Gaunerin, der Gaunerin, die Gaunerinnen. Häufig abwertend, in vertrauten Situationen auch scherzhaft. Der Plural Gauner sieht aus wie der Singular: ein Gauner, zwei Gauner. Im Dativ Plural heißt es den Gaunern. Die weibliche Form lautet Gaunerin; mehrere Frauen sind Gaunerinnen. Beide Bezeichnungen behalten ihre wertende Wirkung.

Deklination von GaunerDie vier Fälle
Gauner: Formen in den vier Fällen
FallSingularPlural
Nominativder Gaunerdie Gauner
Genitivdes Gaunersder Gauner
Dativdem Gaunerden Gaunern
Akkusativden Gaunerdie Gauner

Zuschreibungen erkennbar machen

In einer Charakterisierung ist „Die Nachbarin hält ihn für einen Gauner“ genauer als eine ungeprüfte Behauptung über die Figur. Anschließend lässt sich vergleichen, welche Handlungen das Urteil stützen oder ihm widersprechen. So werden Figurenrede und eigene Analyse sauber auseinandergehalten.