Feigling
Form & Grammatik
- Stichwort
- Feigling
- Worttrennung
- Feig·ling
- Artikel
- der
- Geschlecht
- maskulin
- Genitiv
- des Feiglings
- Plural
- die Feiglinge
Feigling: Feigling ist eine abwertende Bezeichnung für eine Person, der mangelnder Mut vorgeworfen wird. Sie enthält ein Urteil darüber, wie sich jemand angesichts einer Schwierigkeit verhalten sollte.
Eine Bezeichnung mit Vorwurf
Mit Feigling benennt man nicht nur eine beobachtete Angst. Das Wort stellt die Person als zu wenig mutig dar und wird häufig als Beschimpfung benutzt. Wer eine gefährliche Mutprobe ablehnt, ist deswegen aber nicht nachweislich feige. Für die Bewertung kommt es auf Gefahr, Verantwortung und die tatsächlichen Handlungsmöglichkeiten an.
Das Nomen kann deshalb in Erzählungen besonders viel über die sprechende Figur verraten. Sie erwartet vielleicht Gehorsam oder Risikobereitschaft und setzt die andere Person unter Druck. In einer Analyse sollte der Vorwurf als solcher kenntlich bleiben, statt als unstrittige Beschreibung übernommen zu werden.
Ähnliche Wörter sind nicht neutral
| Alternative | Was ist zu beachten? |
|---|---|
| Angsthase | Kann scherzhafter klingen, bleibt je nach Situation verletzend. |
| Memme | Spöttisch und abwertend; keine sachliche Entschärfung. |
| Drückeberger | Wirft das Meiden von Aufgaben vor. Der Grund muss keine Angst sein. |
| ängstliche Person | Beschreibt Angst ausdrücklicher und enthält nicht zwingend das gleiche moralische Urteil. |
„Die Mannschaft nennt ihn einen Feigling.“ – „Die Mannschaft hält ihn für ängstlich.“
Die zweite Fassung benennt einen vermuteten Zustand. Die erste fügt einen schärferen Vorwurf hinzu. Beide bleiben Urteile der Mannschaft, solange keine konkreten Handlungen beschrieben werden.
„Er ist ein Feigling, weil er den Dienst nicht übernimmt.“ – „Er ist ein Drückeberger, weil er den Dienst nicht übernimmt.“
Drückeberger richtet den Vorwurf auf eine Pflicht. Feigling unterstellt fehlenden Mut. Der bloße Hinweis auf den nicht übernommenen Dienst entscheidet noch nicht, welches Motiv tatsächlich vorliegt.
Wortform und sachliche Alternative
Es heißt der Feigling, des Feiglings und die Feiglinge. Die grammatisch maskuline Bezeichnung kann auf Personen verschiedener Geschlechter zielen. Das verwandte Adjektiv feige beschreibt auch Handlungen, während Feigling die Person etikettiert.
Deklination von FeiglingDie vier Fälle
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Feigling | die Feiglinge |
| Genitiv | des Feiglings | der Feiglinge |
| Dativ | dem Feigling | den Feiglingen |
| Akkusativ | den Feigling | die Feiglinge |
Für sachliche Texte lässt sich eine konkrete Beobachtung formulieren: „Sie verweigert den Sprung und verweist auf die Verletzungsgefahr.“ Das ist genauer als die Beschimpfung und macht nachvollziehbar, welche Handlung tatsächlich stattgefunden hat. Ob die Vorsicht berechtigt war, bleibt anschließend begründbar.
