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Identität

Form & Grammatik

SubstantivFremdwort
Lemma
die Identität
Wortart
Substantiv, Femininum
Worttrennung
Iden·ti·tät
Genitiv
der Identität
Plural und Gebrauch
die Identitäten bei Personen und Selbstverständnissen; bei völliger Gleichheit ohne Plural. Mathematische Identitäten können gezählt werden.

Identität bezeichnet, wer eine Person oder was eine Sache ist, das erlebte eigene Selbst oder völlige Übereinstimmung. In der Mathematik kann eine allgemein gültige Gleichung Identität heißen.

Bedeutungen

Wer jemand ist

Die Identität einer Person betrifft ihre eindeutige Zuordnung. Ein Name kann dabei helfen, ist aber nicht dasselbe wie die Person. Auch bei Sachen kann es um die Prüfung ihrer Echtheit gehen.

„Die Unterlagen klärten die Identität des unbekannten Absenders.“

Es wird geklärt, wer geschrieben hat. Eine ausführliche Beschreibung seiner Eigenschaften wäre eine andere Aussage.

Das eigene Selbst

Im persönlichen oder psychologischen Zusammenhang betrifft Identität das als zusammengehörig erlebte eigene Selbst. Dazu gehört, wie jemand sich selbst versteht.

„Die Figur sucht nach einer eigenen Identität jenseits der Erwartungen ihrer Familie.“

Der Satz betrifft das Selbstverständnis. Er bedeutet nicht, dass die Figur ihren Namen vergessen hätte.

Völlige Übereinstimmung

Identität kann völlige Gleichheit bezeichnen. Der Vergleich muss erkennen lassen, welche Dinge oder Merkmale gemeint sind. In dieser Bedeutung steht das Wort ohne Plural.

„Die Prüfung bestätigte die Identität des Wortlauts beider Fassungen.“

Die Wörter stimmen vollständig überein. Ob auch Papier, Schriftgröße und Farbe gleich sind, bleibt offen.

Eine allgemein gültige Gleichung

In der Mathematik bezeichnet eine Identität unter anderem eine Gleichung, die für alle zugelassenen Werte der Variablen gilt. Die Bedingungen und der betrachtete Zahlenbereich gehören dazu.

„Für jede reelle Zahl x gilt die Identität 3(x + 2) = 3x + 6.“

Beide Seiten haben bei jedem zugelassenen Wert dasselbe Ergebnis. Eine Gleichung, die nur für einen bestimmten Wert gilt, ist nicht schon deshalb eine solche Identität.

Identität: Synonyme und andere Wörter

Person und Selbstverständnis

Echtheit · Selbstverständnis · Persönlichkeit

Echtheit passt zur Prüfung, ob etwas das ist, als was es ausgegeben wird. Selbstverständnis betont die eigene Sicht. Persönlichkeit bezeichnet Eigenschaften und ersetzt keinen Nachweis, wer jemand ist.

„Die Unterlagen klären ihre Identität.“ – „Die Unterlagen beschreiben ihre Persönlichkeit.“ Zuordnung und Eigenschaften sind verschiedene Fragen.

Gleichheit und Ähnlichkeit

Gleichheit · Übereinstimmung · Ähnlichkeit

Gleichheit und völlige Übereinstimmung passen zum vergleichenden Gebrauch. Ähnlichkeit ist schwächer und lässt Unterschiede offen.

„Die Prüfung ergibt Identität des Wortlauts.“ – „Die Prüfung ergibt Ähnlichkeit des Wortlauts.“ Die zweite Aussage behauptet weniger.

Beispiele und Verwendung

Eine Figur kann unter verschiedenen Namen auftreten, ohne dass daraus mehrere wirkliche Personen werden. Für die Analyse ist entscheidend, was der Text über Selbstbild, Fremdbild und tatsächliche Zuordnung erkennen lässt.

Verbindungen wie die Identität feststellen, die eigene Identität suchen oder die Identität zweier Texte prüfen zeigen verschiedene Bedeutungen. Der Satz „Die Identität ist unklar“ bleibt ohne solchen Bezug oft zu unbestimmt.

Beim Adjektiv identisch wird derselbe Unterschied deutlich: Zwei Bezeichnungen können dieselbe Sache meinen, zwei verschiedene Gegenstände können in bestimmten Merkmalen vollständig übereinstimmen.

Grammatik und Beugung

Es heißt die Identität, der Identität und im Plural die Identitäten. Der Plural kann mehrere Personenidentitäten oder verschiedene Selbstverständnisse unterscheiden. Bei völliger Gleichheit wird das Wort dagegen ohne Plural gebraucht.

In der Mathematik können einzelne allgemein gültige Gleichungen als Identitäten bezeichnet und gezählt werden. Diese fachliche Verwendung ist von der nicht zählbaren völligen Gleichheit zu unterscheiden. Die Tabelle zeigt den Plural für die zählbaren Verwendungen.

Identität: die vier Fälle
FallSingularPlural – zählbare Verwendungen
Nominativdie Identitätdie Identitäten
Genitivder Identitätder Identitäten
Dativder Identitätden Identitäten
Akkusativdie Identitätdie Identitäten

Herkunft

Identität geht auf spätlateinisch identitas zurück. Dahinter steht lateinisch idem für „derselbe“. Der Herkunftsbezug erklärt, warum sowohl die Zuordnung zu ein und derselben Person als auch Übereinstimmung zum heutigen Bedeutungsfeld gehören.