Ideologie
Form & Grammatik
- Lemma
- die Ideologie
- Wortart
- Substantiv, Femininum
- Worttrennung
- Ideo·lo·gie
- Genitiv
- der Ideologie
- Plural und Gebrauch
- die Ideologien: mehrere Weltanschauungssysteme oder entsprechende Lehren.
Eine Ideologie ist ein zusammenhängendes System von Weltanschauungen, Einstellungen und Wertungen. Das Wort kann auch eine politische Lehre oder kritisch eine als wirklichkeitsfern angesehene Theorie bezeichnen.
Bedeutungen
Ein System von Weltanschauungen
Eine Ideologie verbindet grundlegende Vorstellungen darüber, wie die Welt beschaffen ist und wie Menschen handeln sollen. Sie kann die Sicht einer Gruppe prägen und reicht über eine einzelne beiläufige Meinung hinaus.
„Der Aufsatz untersucht die Ideologie der Bewegung.“
Der Blick richtet sich auf zusammenhängende Einstellungen und Werte. Eine einzelne Äußerung eines Mitglieds muss dieses System noch nicht vollständig wiedergeben.
Politische Lehre
Ideologie kann eine Theorie bezeichnen, die politische oder wirtschaftliche Ziele begründet. Welche Ziele und Grundannahmen gemeint sind, muss der Zusammenhang erklären.
„Das Kapitel vergleicht die politischen Ziele und Begründungen zweier Ideologien.“
Das Vergleichen allein bedeutet keine Zustimmung zu einer der Lehren. Inhalte und Maßstäbe müssen einzeln betrachtet werden.
Kritik an einer wirklichkeitsfernen Lehre
Abwertend kann Ideologie eine Theorie benennen, die der sprechenden Person als wirklichkeitsfern erscheint. Diese Wertung gehört zur jeweiligen Aussage.
„Sie kritisierte den Vorschlag als wirklichkeitsferne Ideologie.“
Der Satz gibt ihre Bewertung wieder. Beim Zusammenfassen sollte diese Kritik nicht unbemerkt zur eigenen Tatsachenbehauptung werden.
Ideologie: Synonyme und andere Wörter
Zusammenhängende Überzeugungen
Weltanschauung · Überzeugungssystem · Lehre
Weltanschauung betont den umfassenden Blick auf Mensch und Welt. Überzeugungssystem erklärt den Zusammenhang mehrerer Annahmen. Politische Lehre passt, wenn Ziele und Begründungen einer politischen Richtung im Mittelpunkt stehen.
„Der Text beschreibt die Ideologie der Bewegung.“ – „Der Text beschreibt ihr Überzeugungssystem.“ Die zweite Fassung betont den Zusammenhang der Ansichten.
Einzelmeinung und Grundsatz
Meinung · Dogma
Eine Meinung betrifft oft einen einzelnen Gegenstand. Ein Dogma hebt einen als verbindlich gesetzten Grundsatz hervor und kann Teil einer Ideologie sein. Keines bezeichnet automatisch das gesamte System.
„Sie äußert eine andere Meinung“ ist nicht gleichbedeutend mit „Sie vertritt eine andere Ideologie“. Der erste Satz kann eine einzelne Frage betreffen.
Beispiele und Verwendung
Man kann eine Ideologie vertreten, verbreiten oder untersuchen. Das Verb verdeutlicht die Rolle der Person. Eine sachliche Analyse und die Zugehörigkeit zu einer Bewegung sind verschiedene Dinge.
Für einen verständlichen Text sollten die zentralen Annahmen genannt werden: Welche Werte werden vertreten? Welche Ziele folgen daraus? Wie werden Gegenargumente behandelt? Solche Fragen erklären mehr als ein einzelnes Etikett.
Auch beim Vergleich mehrerer Ideologien sollte klar bleiben, ob eine Beschreibung oder eine Wertung vorliegt. Unterschiedliche Strömungen sind nicht allein deshalb gleich zu beurteilen, weil sie mit demselben Oberbegriff bezeichnet werden.
Grammatik und Beugung
Das Nomen ist feminin: die Ideologie, der Ideologie. Der Plural lautet die Ideologien, etwa der Vergleich mehrerer Ideologien oder die Auseinandersetzung mit Ideologien.
Die Worttrennung lautet Ideo·lo·gie. Zum Wort gehört das Adjektiv ideologisch. Es beschreibt eine Beziehung zu einer Ideologie und ist keine gebeugte Nomenform.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Ideologie | die Ideologien |
| Genitiv | der Ideologie | der Ideologien |
| Dativ | der Ideologie | den Ideologien |
| Akkusativ | die Ideologie | die Ideologien |
Herkunft
Ideologie wurde aus französisch idéologie übernommen. Die Bildung verbindet griechisch idéa für „Idee“ oder „Vorstellung“ mit -logie für eine Lehre. Die heutigen Verwendungen reichen von einer beschreibenden Bezeichnung bis zu ausdrücklicher Kritik.
