Irrtum
Form & Grammatik
- Stichwort
- Irrtum
- Worttrennung
- Irr·tum
- Artikel
- der
- Geschlecht
- maskulin
- Genitiv
- des Irrtumes / des Irrtums
- Plural
- die Irrtümer
Die zusätzliche Dativform auf -e ist heute seltener; sie begegnet besonders in festen Wendungen und je nach Textstil.
Ein Irrtum ist eine falsche Annahme, die nicht als bewusste Täuschung getroffen wird. Der entsprechende Hinweis irrtümlich kennzeichnet eine Angabe als auf einem Irrtum beruhend. Die betreffende Person hält etwas für richtig, obwohl es nicht zutrifft.
Falsch annehmen heißt nicht bewusst täuschen
Ein Irrtum kann eine Zahl, eine Person, einen Zusammenhang oder eine ganze Erklärung betreffen. Wer einen Besucher für einen bekannten Nachbarn hält, kann sich in dessen Identität irren. Die falsche Annahme sagt allein noch nicht, weshalb die Verwechslung entstand.
Der Unterschied zur Lüge liegt nicht darin, ob die Aussage richtig oder falsch ist. Entscheidend ist, ob die falsche Darstellung bewusst erfolgt. Ein Irrtum kann ernsthafte Folgen haben, obwohl keine Täuschungsabsicht vorliegt. Absicht und Auswirkung sollten daher getrennt beschrieben werden.
Fehlannahme, Verwechslung und Fehler
Fehlannahme bezeichnet den falschen gedanklichen Ausgangspunkt sachlich. Verwechslung ist genauer, wenn zwei Personen oder Dinge falsch zugeordnet werden. Fehler ist weiter und kann auch eine misslungene Ausführung ohne ausdrückliche Überzeugung meinen. Lüge unterstellt eine bewusste falsche Darstellung.
„Sein Irrtum bestand darin, die beiden Brüder für dieselbe Person zu halten.“ → „Seine Verwechslung bestand darin, die beiden Brüder für dieselbe Person zu halten.“
Hier benennt Verwechslung die Art des Irrtums genauer. Der Satz behauptet noch nicht, die Brüder hätten ihn absichtlich getäuscht. Eine ähnliche Erscheinung könnte ebenfalls zur falschen Zuordnung beigetragen haben.
„Die falsche Angabe war ein Irrtum.“ → „Die falsche Angabe war eine Lüge.“
Der Austausch verändert die Behauptung über die Absicht. Aus dem nachgewiesenen Fehler allein lässt sich nicht entscheiden, welche Fassung zutrifft. Dafür braucht es Informationen über Wissen und Vorgehen der sprechenden Person.
Der Irrtum, die Irrtümer
Das Nomen ist maskulin. Die Genitivformen des Irrtums und des Irrtumes sind belegt. Im Plural steht ein Umlaut: die Irrtümer. Die heutige Schreibung enthält kein h nach dem t.
Die zusätzliche Dativform auf -e ist heute seltener; sie begegnet besonders in festen Wendungen und je nach Textstil.
Deklination von IrrtumDie vier Fälle
Die zusätzliche Dativform auf -e ist heute seltener. In festen Wendungen und je nach Textstil kann sie weiterhin passen.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Irrtum | die Irrtümer |
| Genitiv | des Irrtumes / des Irrtums | der Irrtümer |
| Dativ | dem Irrtum / dem Irrtume | den Irrtümern |
| Akkusativ | den Irrtum | die Irrtümer |
In einer begründeten Korrektur sollte der Irrtum konkret erklärt werden: „Die Veranstaltung beginnt nicht um neun, sondern um zehn.“ Das berichtigt den Inhalt. Ein pauschaler Vorwurf gegen die ganze Person liefert den Lesern dagegen noch keine richtige Information.
