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Jasager

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Jasager
Worttrennung
Ja·sa·ger
Artikel
der
Geschlecht
maskulin
Genitiv
des Jasagers
Plural
die Jasager

Gebrauch: Abwertende Personenbezeichnung. Feminine Form: die Jasagerin, Genitiv der Jasagerin, Plural die Jasagerinnen; eigene Tabelle. Trennung: Ja·sa·ge·rin. Auch: Ja-Sager.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ein Jasager oder eine Jasagerin stimmt anderen nach dem Urteil des Sprechers zu bereitwillig und unkritisch zu. Oft schwingt der Vorwurf mit, dadurch Anerkennung oder einen Vorteil gewinnen zu wollen.

Bedeutungen

Die Bezeichnung ist abwertend. Sie meint nicht einfach einen Menschen, der in einer einzelnen Frage „ja“ sagt. Vorgeworfen wird vielmehr ein Muster: eigene Einwände zurückhalten, einer maßgeblichen Person folgen oder Zustimmung geben, ohne die Sache ausreichend zu prüfen.

Jasager und Jasagerin bezeichnen denselben zugeschriebenen Verhaltenstyp mit unterschiedlicher grammatischer und personenbezogener Form. Ein gemeinsamer Wörterbucheintrag kann deshalb Bedeutung und Gebrauch zusammen erklären. Die Formen müssen trotzdem getrennt erkennbar bleiben: „der Jasager“ und „die Jasagerin“ werden nicht gleich gebeugt.

Jasager: Synonyme und andere Wörter

Unkritisch folgen

Mitläufer · unkritischer Unterstützer

Mitläufer betont das Anschließen an eine Gruppe oder Bewegung. Ein Jasager kann sich dagegen schon gegenüber einer einzigen Person so verhalten. „Unkritischer Unterstützer“ benennt den Vorwurf sachlicher, ist aber ebenfalls eine Bewertung, die belegt werden sollte.

„Im Ausschuss will er kein Jasager sein.“ → „Im Ausschuss will er Vorschläge nicht ungeprüft unterstützen.“ Die Umschreibung macht das gemeinte Verhalten deutlich.

Aus Anpassung zustimmen

angepasst · opportunistisch

Angepasst ist weiter gefasst: Es kann auch das Befolgen sinnvoller gemeinsamer Regeln meinen. Opportunistisch betont die Ausrichtung auf den eigenen Vorteil. Diese Motive dürfen einem Jasager nicht ohne weitere Hinweise zugeschrieben werden.

„Sie stimmt der Leitung immer zu.“ ist eine Beobachtung. „Sie handelt opportunistisch“ behauptet zusätzlich ein Motiv und benötigt eine eigene Begründung.

Verwendung und Beispiele

„Die Figur widerspricht dem Chef nie und wird von den Kollegen deshalb als Jasager bezeichnet.“

Der Satz nennt das Verhalten und ordnet das Urteil den Kollegen zu. Ob Angst, Überzeugung oder Vorteilsstreben dahintersteht, bleibt offen. Eine gute Charakterisierung ergänzt dazu konkrete Textbelege.

„Nora unterstützt den Vorschlag nach sorgfältiger Prüfung; eine Jasagerin ist sie deshalb nicht.“

Zustimmung kann begründet sein. Das Beispiel zeigt die Grenze des Begriffs: Nicht das Wort „ja“, sondern die behauptete fehlende Eigenständigkeit macht den Vorwurf aus.

Grammatik

Jasager erhält im Genitiv Singular ein -s und im Dativ Plural ein -n. Jasagerin bleibt im Singular unverändert; der Plural lautet Jasagerinnen. Die Tabellen zeigen beide Personenbezeichnungen getrennt. Die getrennte Wortgruppe „ja sagen“ bezeichnet dagegen zunächst nur eine Handlung.

Beugung von Jasager
FallSingularPlural
Nominativder Jasagerdie Jasager
Genitivdes Jasagersder Jasager
Dativdem Jasagerden Jasagern
Akkusativden Jasagerdie Jasager
Beugung von Jasagerin
FallSingularPlural
Nominativdie Jasagerindie Jasagerinnen
Genitivder Jasagerinder Jasagerinnen
Dativder Jasagerinden Jasagerinnen
Akkusativdie Jasagerindie Jasagerinnen

Schreibweise

Das Substantiv wird groß- und zusammengeschrieben: Jasager. Die verdeutlichende Schreibweise Ja-Sager ist ebenfalls belegt. Im Satz „Sie möchte dazu ja sagen“ stehen „ja“ und „sagen“ hingegen als einzelne Wörter. Diese Wortgruppe ist kein Substantiv.