WORTWUCHS | Literaturlexikon

opportunistisch

Bedeutung

Das Adjektiv opportunistisch beschreibt das Anpassen an eine Situation, ohne dabei auf die Konsequenzen und eigenen Werte zu achten. Wer opportunistisch ist, passt sich einer Lage an, um den größtmöglichen Vorteil für sich aus dieser zu ziehen.

Das Wort opportunistisch betrifft stets das Substantiv Opportunismus. Dieses Wort leitet sich vom Lateinischen opportun ab, was übersetzt herangetragen bedeutet. Dieses Herangetragen bezieht sich auf eine günstige Gelegenheit, die der Opportunist stets zu seinem Vorteil ausnutzt.

Wer opportunistisch handelt, stellt den eigenen Vorteil über alle anderen Dinge und ignoriert dabei jegliche Konsequenzen, moralischen Vorstellungen und Werte. Dadurch ist das Adjektiv opportunistisch im Sprachgebrauch meist negativ besetzt.

Als Gegenstück zum Opportunisten kann der Ideologe gelten, der sich stets an die grundsätzlichen Prinzipien und Moralvorstellungen, aber vor allem auf die eigenen Werte beim Handeln verlässt und bezieht.

Eine spezielle Form ist der politische Opportunismus, der häufig bei Verhandlungen der Regierung im Raum schwebt.

Hierbei handeln die Beteiligten insofern opportunistisch, als dass die Pläne oder Meinungen zurückgestellt werden, um eine Zusammenarbeit mit einer anderen Partei zu ermöglichen oder einen eigenen Aspekt des Wahlprogramms durchzusetzen.

Weiterhin kann opportunistisch in diesem Zusammenhang bedeuten, dass die eigenen Meinung in den Hintergrund gerät und eine andere bejaht wird, da man glaubt, dass diese auf eine größere, allgemeine Zustimmung stößt.

Beispiele

Wer das Wahlprogramm alle vier Jahre ändert, nur um den Wählergeschmack zu treffen, ist opportunistisch! Jedenfalls, wenn man dabei gegensätzliche Interessen vertritt.
Ein Opportunist ist ein “Jenachdemer”
- Willhelm Busch
Opportunismus ist zum Kotzen, aber er ist kein Monopol der Politiker.
- Helmut Schmidt
[...] es wäre entweder als offenkundige Parteinahme oder als opportunistische Distanzierung wahrgenommen worden.
Bernd Ulrich, “Politik als Beruf”
Opportunisten sind Prinzipienreiter, die leicht umsatteln.
- Lothar Schmidt

Grammatik

  • Wortart Adjektiv
  • Worttrennung op·por·tu·nis·tisch
Positiv
Grundform
Komparativ
1. Steigerung
Superlativ
2. Steigerung
op­por­tu­nis­tischopportunistischeram opportunistischsten
Starke Deklination
MaskulinFemininNeutralPlural
Nominativop­por­tu­nis­tischerop­por­tu­nis­tischesop­por­tu­nis­tischeop­por­tu­nis­tische
Genitivop­por­tu­nis­tischenop­por­tu­nis­tischenop­por­tu­nis­tischerop­por­tu­nis­tischer
Dativop­por­tu­nis­tischemop­por­tu­nis­tischemop­por­tu­nis­tischerop­por­tu­nis­tischen
Akkusativop­por­tu­nis­tischenop­por­tu­nis­tischesop­por­tu­nis­tischeop­por­tu­nis­tische
Schwache Deklination
MaskulinFemininNeutralPlural
Nominativder
op­por­tu­nis­tische
das
op­por­tu­nis­tische
die
op­por­tu­nis­tische
die
op­por­tu­nis­tischen
Genitivdes
op­por­tu­nis­tischen
des
op­por­tu­nis­tischen
der
op­por­tu­nis­tischen
der
op­por­tu­nis­tischen
Dativdem
op­por­tu­nis­tischen
dem
op­por­tu­nis­tischen
der
op­por­tu­nis­tischen
den
op­por­tu­nis­tischen
Akkusativden
op­por­tu­nis­tischen
das
op­por­tu­nis­tische
die
op­por­tu­nis­tische
die
op­por­tu­nis­tischen
Gemischte Deklination
MaskulinFemininNeutralPlural
Nominativein
op­por­tu­nis­tischer
ein
op­por­tu­nis­tisches
eine
op­por­tu­nis­tische
keine
op­por­tu­nis­tischen
Genitiveines
op­por­tu­nis­tischen
eines
op­por­tu­nis­tischen
einer
op­por­tu­nis­tischen
keiner
op­por­tu­nis­tischen
Dativeinem
op­por­tu­nis­tischen
einem
op­por­tu­nis­tischen
einer
op­por­tu­nis­tischen
keinen
op­por­tu­nis­tischen
Akkusativeinen
op­por­tu­nis­tischen
ein
op­por­tu­nis­tisches
eine
op­por­tu­nis­tische
keine
op­por­tu­nis­tischen

Synonyme

  • angepasst
  • chamäleonartig
  • prinzipienlos
  • wetterwendisch
  • konformistisch
  • gesinnungslos