Jetzt
Form & Grammatik
- Stichwort
- Jetzt
- Worttrennung
- Jetzt
- Artikel
- das
- Geschlecht
- neutrum
- Genitiv
- des Jetzt
- Plural
- kein gewöhnlicher Plural
Gebrauch: Substantiviertes Adverb, besonders literarisch oder philosophisch; einsilbig.
Definition · kurz erklärt
Das Jetzt bezeichnet den gegenwärtigen Augenblick oder die erlebte Gegenwart. Es ist die substantivierte Verwendung des Adverbs „jetzt“ und erscheint besonders in nachdenklichen, literarischen oder philosophischen Zusammenhängen.
Bedeutungen
Mit dem Substantiv wird Gegenwart selbst zum Gegenstand einer Aussage. „Sie denkt über das Jetzt nach“ spricht nicht bloß darüber, wann sie nachdenkt, sondern darüber, worauf sich ihre Gedanken richten. Wie eng dieser Zeitraum gefasst wird, muss der Text zeigen: ein einzelner Moment oder ein weiter verstandenes gegenwärtiges Leben.
In Erzählungen kann das Jetzt einer Figur dem Früher gegenübergestellt werden. Damit ist zunächst ihre erlebte zeitliche Perspektive gemeint. Das Jetzt eines historischen Textes fällt nicht automatisch mit dem heutigen Zeitpunkt seiner Leser zusammen. Diese Unterscheidung ist beim Deuten zeitlicher Aussagen wichtig.
Jetzt: Synonyme und andere Wörter
Die gegenwärtige Zeit
Gegenwart · gegenwärtiger Moment
Gegenwart ist der neutralere, weiter verbreitete Begriff. Gegenwärtiger Moment engt die Vorstellung stärker auf einen Augenblick ein. Das Jetzt kann dagegen besonders die subjektiv erlebte Nähe hervorheben. Der Ersatz sollte die zeitliche Reichweite des Satzes bewahren.
„Die Figur versucht, im Jetzt zu leben.“ → „Die Figur versucht, sich auf die Gegenwart zu konzentrieren.“ Die Umschreibung erklärt die Ausrichtung ihrer Aufmerksamkeit.
Vergangenheit und Gegenwart gegenüberstellen
das Heute · das gegenwärtige Leben
Das Heute kann die jetzige Zeit allgemeiner bezeichnen. „Das gegenwärtige Leben“ benennt konkreter einen Lebensabschnitt und ist deshalb keine neutrale Ersetzung in jedem philosophischen Satz. Bei abstrakten Begriffen ist eine erklärende Umschreibung oft hilfreicher als ein vermeintlich deckungsgleiches Ersatzwort.
„Zwischen Erinnerung und Jetzt findet sie keinen Übergang.“ → „Zwischen Erinnerung und gegenwärtigem Erleben findet sie keinen Übergang.“ Der zweite Satz verdeutlicht die persönliche Perspektive.
Verwendung und Beispiele
„Die Erzählerin unterbricht ihre Erinnerung und kehrt in das Jetzt der Rahmenhandlung zurück.“
Jetzt ist hier ein substantivischer Name für die gegenwärtige Handlungsebene. Der Zusatz „der Rahmenhandlung“ legt fest, wessen Gegenwart gemeint ist. Es geht nicht um das Kalenderdatum der Leser.
„Für einen kurzen Moment zählt für die Figur nur das Jetzt.“
Die Formulierung betont unmittelbares Erleben. Sie kann literarisch eindringlich wirken, ist aber keine genaue Zeitmessung. In einem sachlichen Bericht wäre eine konkrete Angabe oft verständlicher.
Grammatik
Als Substantiv wird Jetzt großgeschrieben. Es bleibt in allen vier Singularfällen unverändert: „das Jetzt“, „des Jetzt“, „dem Jetzt“, „das Jetzt“. Ein gewöhnlicher Plural gehört nicht zu dieser Verwendung. Davon zu unterscheiden ist das kleingeschriebene Adverb in „Sie liest jetzt“; dort gibt das Wort den Zeitpunkt der Handlung an.
| Fall | Singular |
|---|---|
| Nominativ | das Jetzt |
| Genitiv | des Jetzt |
| Dativ | dem Jetzt |
| Akkusativ | das Jetzt |
Im Hier und Jetzt
Im Hier und Jetzt bedeutet, sich auf die gegenwärtige Situation an diesem Ort zu beziehen: „Die Figur löst sich aus ihren Erinnerungen und ist wieder im Hier und Jetzt angekommen.“ Hier und Jetzt sind dabei substantiviert und werden großgeschrieben. Für das zugehörige Adjektiv stehen unter gegenwärtig weitere Gebrauchsunterschiede.
